Hilfswerk Austria International: Spendenaufruf zugunsten traumatisierter Flüchtlingskinder

Geschäftsführerin Heidi Burkhart: "Hilfe im Großen braucht viele kleine Schritte und einen unbeirrbar langen Atem."

Wien (OTS) - Bereits drei Millionen Syrer sind vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat über die Grenzen geflohen, 6,5 Millionen wurden zu Vertriebenen im eigenen Land. Die UNO spricht vom "größten humanitären Notfall unserer Zeit". Und all diese nur notdürftig untergebrachten Menschen sehen jetzt verzweifelt dem vierten Kriegswinter entgegen.

Angesichts des Ausmaßes der Tragödie und immer neuer Krisenherde in anderen Teilen der Welt werden die Bilder des syrischen Flüchtlingselends zunehmend ausgeblendet. "Doch Hilfe im Großen braucht viele kleine Schritte und einen unbeirrbar langen Atem. Mit dem Jugendzentrum in Burj Hammoud, einem Vorort von Beirut, setzt Hilfswerk Austria International als Partner von Nachbar in Not und in Zusammenarbeit mit einer lokalen Organisation einen dieser wichtigen Schritte", sagt Heidi Burkhart, Geschäftsführerin von Hilfswerk Austria International.

1,1 Millionen syrische Flüchtlinge hat der Libanon bisher aufgenommen - darunter zahllose traumatisierte Kinder und Jugendliche. Sie finden in dem Zentrum Menschen, die ihnen zuhören, die ihre unsichtbaren, aber tiefen Wunden erkennen und ernst nehmen. Die Sozialarbeiter/innen und Psycholog/innen ermutigen die 7- bis 15-Jährigen, über ihre schrecklichen Erlebnisse und Ängste zu sprechen. All die Gewalt und Grausamkeit soll durch gemeinsame Freizeitaktivitäten und psychosoziale Programme aufgearbeitet werden. Zusätzlichen können die Kinder und Jugendlichen an einem mit dem UNHCR koordinierten Lernprogramm teilnehmen - ein Schritt in Richtung Normalität und Zukunftsperspektive

Die 14-jährige Hanady aus Aleppo hat ein extremes Flüchtlingsschicksal hinter sich: Der Vater lange im Krieg verschollen; die Mutter angeschossen, als sie ihre Tochter schützen wollte; vom konservativen Bruder in der überfüllten Flüchtlingsunterkunft in Beirut unterdrückt - so kam das Mädchen erstmals in das Jugendzentrum. Monatelang war sie depressiv und weinte oft. Sie hatte an nichts Interesse, träumte vom Krieg und dachte an Selbstmord. Mittlerweile hat Hanady Selbstvertrauen gewonnen, wagt Widerspruch in der strengen Familie und schmiedet Zukunftspläne.

Ganz besonders in den kommenden Wintermonaten ist es von großer Bedeutung, dass die Mädchen und Buben jeden Tag wenigstens für einige Stunden aus ihrem Flüchtlingslager herauskommen, Aufmerksamkeit erfahren und Kraft tanken. Dank der Hilfe aus Österreich können sie in einer freundlichen, warmen Umgebung mit Gleichaltrigen zusammen sein und den Kopf von existenziellen Sorgen frei bekommen wie Hanady. Auch ihre Eltern, vor allem die Mütter, werden in die Aktivitäten eingebunden und erhalten Gutscheine, mit denen sie Alltagsgüter kaufen können.

Spendenkonto:
BAWAG P.S.K., Kennwort "Syrien"
IBAN AT 876 000 000 091 100 500
BIC: OPSKATWW

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Mag. Nadine Zeiss
CSR & Kommunikation
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