• 22.09.2014, 13:51:30
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Hilfswerk Austria International: Spendenaufruf zugunsten traumatisierter Flüchtlingskinder

Geschäftsführerin Heidi Burkhart: "Hilfe im Großen braucht viele kleine Schritte und einen unbeirrbar langen Atem."

Utl.: Geschäftsführerin Heidi Burkhart: "Hilfe im Großen braucht
viele kleine Schritte und einen unbeirrbar langen Atem." =

Wien (OTS) - Bereits drei Millionen Syrer sind vor dem Bürgerkrieg in
ihrer Heimat über die Grenzen geflohen, 6,5 Millionen wurden zu
Vertriebenen im eigenen Land. Die UNO spricht vom "größten
humanitären Notfall unserer Zeit". Und all diese nur notdürftig
untergebrachten Menschen sehen jetzt verzweifelt dem vierten
Kriegswinter entgegen.

Angesichts des Ausmaßes der Tragödie und immer neuer Krisenherde in
anderen Teilen der Welt werden die Bilder des syrischen
Flüchtlingselends zunehmend ausgeblendet. "Doch Hilfe im Großen
braucht viele kleine Schritte und einen unbeirrbar langen Atem. Mit
dem Jugendzentrum in Burj Hammoud, einem Vorort von Beirut, setzt
Hilfswerk Austria International als Partner von Nachbar in Not und in
Zusammenarbeit mit einer lokalen Organisation einen dieser wichtigen
Schritte", sagt Heidi Burkhart, Geschäftsführerin von Hilfswerk
Austria International.

1,1 Millionen syrische Flüchtlinge hat der Libanon bisher aufgenommen
- darunter zahllose traumatisierte Kinder und Jugendliche. Sie finden
in dem Zentrum Menschen, die ihnen zuhören, die ihre unsichtbaren,
aber tiefen Wunden erkennen und ernst nehmen. Die
Sozialarbeiter/innen und Psycholog/innen ermutigen die 7- bis
15-Jährigen, über ihre schrecklichen Erlebnisse und Ängste zu
sprechen. All die Gewalt und Grausamkeit soll durch gemeinsame
Freizeitaktivitäten und psychosoziale Programme aufgearbeitet werden.
Zusätzlichen können die Kinder und Jugendlichen an einem mit dem
UNHCR koordinierten Lernprogramm teilnehmen - ein Schritt in Richtung
Normalität und Zukunftsperspektive

Die 14-jährige Hanady aus Aleppo hat ein extremes
Flüchtlingsschicksal hinter sich: Der Vater lange im Krieg
verschollen; die Mutter angeschossen, als sie ihre Tochter schützen
wollte; vom konservativen Bruder in der überfüllten
Flüchtlingsunterkunft in Beirut unterdrückt - so kam das Mädchen
erstmals in das Jugendzentrum. Monatelang war sie depressiv und
weinte oft. Sie hatte an nichts Interesse, träumte vom Krieg und
dachte an Selbstmord. Mittlerweile hat Hanady Selbstvertrauen
gewonnen, wagt Widerspruch in der strengen Familie und schmiedet
Zukunftspläne.

Ganz besonders in den kommenden Wintermonaten ist es von großer
Bedeutung, dass die Mädchen und Buben jeden Tag wenigstens für einige
Stunden aus ihrem Flüchtlingslager herauskommen, Aufmerksamkeit
erfahren und Kraft tanken. Dank der Hilfe aus Österreich können sie
in einer freundlichen, warmen Umgebung mit Gleichaltrigen zusammen
sein und den Kopf von existenziellen Sorgen frei bekommen wie Hanady.
Auch ihre Eltern, vor allem die Mütter, werden in die Aktivitäten
eingebunden und erhalten Gutscheine, mit denen sie Alltagsgüter
kaufen können.

Spendenkonto:
BAWAG P.S.K., Kennwort "Syrien"
IBAN AT 876 000 000 091 100 500
BIC: OPSKATWW

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