- 19.09.2014, 15:05:47
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25 Jahre Hochalpine Forschungsstation am Großglockner

Salzburg (TP/OTS) - Die Hochalpine Forschungsstation im Haus Alpine
Naturschau fungiert seit 25 Jahren als wissenschaftlicher Stützpunkt
für die Erforschung alpiner Lebensräume. Dafür steht sie nationalen
und internationalen Forscherteams zur Verfügung. Ermöglicht wird dies
durch die Zusammenarbeit zwischen der Großglockner Hochalpenstraßen
AG und dem Haus der Natur. Anlässlich dieses Jubiläums gab es Dank
und Ehrungen, ein Geburtstagsgeschenk und den neuen Namen "Eberhard
Stüber Forschungsstation für hochalpine Studien im Nationalpark Hohe
Tauern".
Forschung im Hochgebirge - wozu?
Jede Forschungsarbeit zur Ökologie des Hochgebirges liefert einen
wertvollen Baustein zum Verständnis der komplexen Zusammenhänge
dieses Lebensraums. Und dieses Verständnis bildet die Voraussetzung
für seinen Schutz. "Um die Dynamik des Lebensraums Hochgebirge zu
verstehen, genügt es jedoch nicht, im Labor zu experimentieren,
ökologische Forschung erfordert umfangreiche Freilandarbeiten", weiß
Dr. Norbert Winding, heute Direktor am Haus der Natur, früher
jahrelang mit dem Aufbau und der fachlichen Betreuung der Station
betraut. Erreichbarkeit, Gelände und extreme Witterungsbedingen des
Hochgebirges stellen hohe Anforderungen an die Forschenden. Mit der
Errichtung der Forschungsstation gelang es, diese Arbeitsbedingungen
nachhaltig zu erleichtern. Die Forschenden können sich ohne große
Zeitverluste ihrer Arbeit im Freiland widmen und finden in der
Station ein perfektes Basislager, in dem beispielsweise Proben an Ort
und Stelle analysiert oder Messungen ausgewertet werden können.
Großglockner Hochalpenstraßen AG mit ökologischem
Selbstverständnis
Die hervorragende Anbindung der Station an die Großglockner
Hochalpenstraße sorgt für eine leichte Erreichbarkeit aller
Höhenstufen des Hochgebirges. Alpine Rasen, Schutt- und Felsfluren
liegen direkt vor der Haustüre und in kürzester Zeit erreicht man
ausgedehnte Bergwälder, Almen, die Gletscherregion oder das
Nationalpark-Sonderschutzgebiet "Piffkar". Unzählige
Forschungsprojekte rund um die alpine Ökologie wurden in den letzten
25 Jahren realisiert. "Ein wichtiger Schritt für uns, die Natur des
Hochgebirges besser zu verstehen und respektieren zu lernen", so Dr.
Johannes Hörl, Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG, für den
Verantwortung für Natur und Umwelt ein zentrales Unternehmensziel
darstellt.
Demgemäß fließen die Forschungsergebnisse auch in die
Informationseinrichtungen rund um die Großglockner Hochalpenstraße
ein. Inhalte der Arbeiten findet man beispielsweise in der
Ausstellung "Alpine Naturschau", im botanischen Rundwanderweg
"Wunderwelt Glocknerwiesen" oder in der "Wilhelm
Swarovski-Beobachtungswarte" an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. "An
diesem Beispiel zeigt sich, dass die Förderung wissenschaftlicher
Forschung für ein Wirtschaftsunternehmen durchaus lohnend sein kann",
meint DDr. Eberhard Stüber, vor 25 Jahren Impulsgeber für die
Gründung der Station.
Am Anfang stand eine Vision
Die Errichtung der Hochalpinen Forschungsstation in einem
stillgelegten Betriebsgebäude am Obernassfeld ist dem visionären
Weitblick von Dr. Michael Pistauer, Generaldirektor der Großglockner
Hochalpenstraßen AG von 1985 bis 1990, und DDr. Eberhard Stüber,
Direktor am Haus der Natur von 1976 bis 2009, zu verdanken. Sie
erkannten die Bedeutung einer derartigen Infrastruktureinrichtung
inmitten der alpinen Naturlandschaft und schufen damit die
Voraussetzungen für eine Intensivierung der Hochgebirgsforschung in
den Hohen Tauern. Dr. Astrid Rössler,
Landeshauptmann-Stellvertreterin von Salzburg würdigt nun den
Initiator und Impulsgeber der Forschungsstation: "Als Anerkennung
seines großen Engagements für den Nationalpark, seiner Initiativen
zur ökologischen Ausrichtung der Großglockner Hochalpenstraße und
nicht zuletzt für die Gründung der Forschungsstation soll die Station
ab sofort den Namen "Eberhard Stüber Forschungsstation für Hochalpine
Studien im Nationalpark Hohe Tauern" tragen." Professor Bernd Lötsch,
ehemals GD des Naturhistorischen Museums Wien und Präsident des WWF,
hielt die Laudatio für den Namensgeber Prof. Eberhard Stüber.
Auszeichnung der Preisträger Glockner- Öko-Fonds
Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden auch die Preisträger des
Glockner- Öko-Fonds ausgezeichnet. Die diesjährigen Preisträger sind
Dr. Robert R. Junker und Anne-Amélie C. Larue mit dem Projekt
"Diversität im Auge des Betrachters - Funktionelle und
phylogenetische Diversität von Pflanzengemeinschaften entlang der
Großglockner Hochalpenstraße unter Berücksichtigung der
Sinnesphysiologie von Blütenbesuchern" und Dr. Guido Reiter und Fau
Mag. Widerin mit der Forschungsarbeit "Migration von Fledermäusen in
den Alpen". Aus Anlass des Jubiläumsjahres
"25-Jahre-Forschungsarbeiten" wurde der Förderbeitrag des
Glockner-Öko-Fonds für das Jahr 2014 um 50% auf gesamt 15.000,--Euro
aufgestockt, daher können heuer sogar 2 Projekte gefördert und damit
verwirklicht werden.
Daten und Fakten zur Forschungsstation
Zur Verfügung gestellt werden die Räumlichkeiten der
Forschungsstation von der Großglockner Hochalpenstraßen AG, das Haus
der Natur betreut und verwaltet die Station seit ihrer Gründung in
wissenschaftlicher und organisatorischer Hinsicht. Die Hochalpine
Forschungsstation liegt auf 2.273 Metern Seehöhe. Sie ist
ausgestattet mit einem Seminarraum, einem wissenschaftlichen
Arbeitsraum, einem Labor zur Probenaufbereitung, Schlafplätzen und
einer Küche. Im Seminarraum findet man Literatur zu den regionalen
Forschungsarbeiten, im Arbeitsraum stehen Binokulare und Mikroskope
bereit.
Als Geburtstagsgeschenk übernahm die Großglockner Hochalpenstraßen
AG die baulichen Sanierungen der Forschungsstation und die Schaffung
eines von den Forschern besonders gewünschten und wichtigen
Umkleideraums zur Erleichterung der Arbeit.
Weiteres Bildmaterial finden Sie in unserer Mediathek - 25 Jahre
Forschungsstation
http://mediathek.grossglocknernews.at
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