- 11.09.2014, 19:00:32
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DER STANDARD-Kommentar: "Pyrrhussieg der Piloten" von Eric Frey
EUGH-Urteil gegen AUA (Ausgabe vom 12.9.2014)
Utl.: EUGH-Urteil gegen AUA (Ausgabe vom 12.9.2014) =
Wien (OTS) - Die AUA ist mit der einseitigen Aufkündigung des
Kollektivvertrags mit dem fliegenden Personal 2012 bewusst ein
rechtliches Risiko eingegangen. Nach der neuerlichen Niederlage gegen
die klagenden Gewerkschaften - diesmal vor dem Europäischen
Gerichtshof - muss sich die Airline fragen, ob sie sich nicht
verspekuliert hat.
Aus Sicht der nationalen und europäischen Richter ist der Ausstieg
aus einem überteuerten Kollektivvertrag_ohne Zustimmung der
Arbeitnehmerseite ein Tabu. Einseitig geht gar nichts, lautet ihre
Botschaft; ihr müsst am Verhandlungstisch eine Lösung finden.
Das ist leichter gesagt als getan. Gewerkschaftlich organisierte
Piloten erweisen sich Mal für Mal als beinharte Verhandler, die ihre
vertragliche und operationelle Machtposition ausnutzen, um möglichst
wenig Zugeständnisse zu machen. Das erlebt auch die von
Pilotenstreiks geplagte AUA-Mutter Lufthansa dieser Tage schmerzhaft.
Das wäre ja verständlich, wenn nicht angesichts finanzieller
Altlasten, geopolitischer Risiken und der Konkurrenz der mit
Ölgeldern subventionierten Golf-Fluglinien das Überleben der
europäischen Luftfahrtindustrie insgesamt auf dem Spiel stehen würde.
Die Möglichkeiten, aus der Kostenfalle herauszufinden, werden für sie
immer weniger. Irgendwann steht - wie einst in den USA - bei allen
Altfluglinien die Insolvenz als letzter Ausweg im Raum. Doch das wäre
auch für die Piloten ein Pyrrhussieg.
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