- 10.09.2014, 11:25:04
- /
- OTS0112 OTW0112
Greenpeace: Österreichs Haushalte sind erstmals atomstromfrei
GfK-Studie bestätigt: ÖsterreicherInnen gegen Atomstrom und für Erneuerbare
Utl.: GfK-Studie bestätigt: ÖsterreicherInnen gegen Atomstrom und
für Erneuerbare =
Wien (OTS) - Wie aus dem heute veröffentlichten
Stromkennzeichnungsbericht der E-Control hervorgeht, steigt der
Anteil der Erneuerbaren im österreichischen Netz weiter an, während
sogenannter "Graustrom", also Strom unbekannter Herkunft kaum mehr
eine Rolle spielt. Damit sinkt der Anteil von Atomenergie, der
rechnerisch ein Drittel des Graustroms ausmacht, im österreichischen
Strommix auf 2,55 Prozent. Ausschließlich Firmenkunden werden noch
mit Graustrom beliefert, Österreichs Haushalte sind damit zum ersten
Mal atomstromfrei. Während jedoch im vergangenen Jahr fast alle
kommunalen Energieversorger ihre Hausaufgaben gemacht und ihren Strom
mit Herkunftszertifikaten hinterlegt haben, hinken Verbund, ÖBB
Infrastruktur sowie die Stadtwerke Mariazell weiterhin nach.
"Die kommunalen Energieversorger kommen damit dem Wunsch der
österreichischen Bevölkerung nach Atomstromfreiheit nach und
verbannen Graustrom aus ihrem Angebot. Dies ist ein klares Zeichen
dafür, dass die Anti-Atom-Politik in Österreich erfolgreich umgesetzt
wird", verdeutlicht Julia Kerschbaumsteiner, Energiesprecherin von
Greenpeace. Das Gesetz, mit dem die Energiekonzerne zur vollständigen
Kennzeichnung von importiertem Strom verpflichtet werden, tritt 2015
in Kraft. Zeitgleich mit der Reduktion des Graustroms steigt der
Anteil von Erneuerbarer Energie im Strommix auf 78,58 Prozent weiter
an. Wie eine aktuelle Studie von GfK bestätigt, findet die
Energiewende großen Anklang in der österreichischen Bevölkerung. So
geben der Studie zufolge 79% der befragten ÖsterreicherInnen an, dass
das Energiesystem weg von Öl, Kohle und Gas und hin zu erneuerbaren
Energieformen wie Wind, Photovoltaik oder Biomasse zügig umgesetzt
werden soll. "Die Energiekonzerne müssen die Zeichen der Zeit
erkennen und den Umbau des Energiesystems noch rascher vorantreiben",
so die Energiesprecherin weiter.
In diesem Zusammenhang kritisiert Greenpeace die Rolle von Verbund
und ÖBB Infrastruktur, die sich in der Öffentlichkeit als
umweltfreundliche Unternehmen präsentieren aber nach wie vor massiv
auf Graustrom setzen. "Der Verbund wirbt offensiv damit, ein
Energiewende-Unternehmen zu sein. Der Teufel steckt in diesem Fall
aber im Detail. Denn während das Unternehmen seine Privatkunden mit
Wasserkraft versorgt, liegt der Anteil von Atomenergie für
Industriekunden nach wie vor bei 27,5 Prozent", so Kerschbaumsteiner.
Schlusslicht sind in diesem Jahr die Stadtwerke Mariazell mit
rechnerisch 32,6 Prozent Atomstromanteil. "Es ist inakzeptabel, dass
gerade die Bahn mit 31,87 Prozent Atomstrom fährt. Die säumigen
Unternehmen müssen schleunigst nachziehen, um ihrem
umweltfreundlichen Image gerecht zu werden", fordert
Kerschbaumsteiner.
Greenpeace fordert, dass nun auch die letzten Konzerne der
Verpflichtung, ihren Strom zu deklarieren, nachkommen und jede
Kilowattstunde mit einem Herkunftsnachweis hinterlegen. Außerdem muss
das österreichische Modell, welches innerhalb weniger Jahre zur de
facto Atomstromfreiheit des Landes führen wird, in andere europäische
Länder weitergetragen werden. "Insbesondere Ausstiegsländer wie
Deutschland sollten sich schleunigst darum kümmern, ihr Netz von
Atomstrom zu säubern", so Kerschbaumsteiner abschließend.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP






