• 09.09.2014, 22:00:31
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Neues Volksblatt: "Mobility" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 10. September 2014

Utl.: Ausgabe vom 10. September 2014 =

Linz (OTS) - Egal ob PISA oder OECD-Bildungsstudie, sobald Österreich
im internationalen Vergleich irgendwo unten durch ist, hört man die
roten Allheilmittel. Diesmal regt sich die SPÖ auf, dass nur 21
Prozent der 25- bis 34-Jährigen eine höhere Ausbildung haben als ihre
Eltern. Daraus wird geschlossen, dass Bildung vererbbar ist,
Österreich daher dringenden Handlungsbedarf hat. Die Schulministerin
plant den Ausbau der verschränkten Ganztagsschulen und würde die
Einführung der Gesamtschule "präferieren". Allerdings treten in
Österreich ebenfalls 21 Prozent ihr Bildungserbe gar nicht an - diese
"Downward mobility" ist bei den schwedischen Männern noch
ausgeprägter: 36 Prozent erreichen nicht das Bildungsniveau ihrer
Eltern. Dass das rote Patentrezept sicher hilft, darf also bezweifelt
werden. Die Idee - man schaue, dass Kinder aus "bildungsfernen"
Familien möglichst wenig zu Hause sind, dann werden sie freiwillig
nach der Pflichtschule den Unterricht besuchen - hat nämlich mehrere
Schönheitsfehler. Und es zeigt, dass es vielmehr um eine soziale und
ideologische als um eine bildungspolitische Frage geht.
Übrigens: Eine Akademikerquote wie in Kanada (50 Prozent) erreicht
Österreich sowieso nur, wenn Krankenpfleger, Kindergärtner, etc.
statistisch zu Akademikern gemacht werden. Sieht man sich die
Ausbildungsstandards und Vorschriften an, braucht es dazu nicht
einmal gravierende Veränderungen.

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