- 08.09.2014, 12:26:29
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Grundsteinlegung für Wiener Wiesenthal Zentrum (VWI)
Wien wird internationales Zentrum für Holocaust-Forschung
Utl.: Wien wird internationales Zentrum für Holocaust-Forschung =
Wien (OTS) - Heute wurde der Grundstein für das Wiener Wiesenthal
Institut für Holocaust Studien (VWI) am Rabensteig durch
Bundeskanzler Werner Faymann, Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny,
Präsident Oskar Deutsch und Ariel Muzicant gelegt. Nach einer
Sanierung des Gebäudes soll das VWI im November 2015 in Vollbetrieb
gehen.
Mit dem Simon Wiesenthal Zentrum wird einer großen Persönlichkeit
gedacht und es wird der Grundstein für ein internationales
Forschungszentrum für Holocaust-Studien gelegt: "Simon Wiesenthal ist
es immer um Aufarbeiten gegangen, damit sich diese grauenhaften
Verbrechen nie mehr wiederholen können und dürfen. Das Wiesenthal
Forschungszentrum steht darum für Demokratie, Solidarität, Dialog und
den ehrlichen Umgang mit unserer Geschichte", so Bundeskanzler Werner
Faymann.
"Das Wiener Wiesenthal Institut ist als Teil einer nachhaltigen
Erinnerungskultur zu betrachten, wie sie in Wien durch den
Straßennamenbericht oder dem neuen Deserteursdenkmal praktiziert
wird. Das Institut stellt darüber hinaus auch einen starken Impuls
für die Wissenschaft dar: Das Forschungszentrum wird Wien in den
kommenden Jahren zu einem der weltweit führenden Standorte für
Holocaust-Studien machen", betonte Wiens Kultur- und
Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.
"Sinn und Zweck ist es, zu verstehen, wie es überhaupt damals zum
Mord an Juden, Roma und Sinti, Homosexuellen und politisch
Andersdenkenden kommen konnte. Auf der anderen Seite ist die heutige
Politik und Zivilgesellschaft gefragt, sowohl gegen den
traditionellen, als auch gegen den neuen islamischen Judenhass
verstärkt aufzutreten", so Oskar Deutsch, Präsident der
Israelitischen Kultusgemeinde Wien.
Für die Israelitische Kultusgemeinde und den Vorstandsvorsitzenden
des Wiesenthal Instituts Prof. Georg Graf ist es eine große Freude,
dass nunmehr mit dem Bau des neuen Wiesenthal Instituts begonnen
werden kann. Somit ist sichergestellt, dass an einem prominenten Ort
in Wien im Sinne Simon Wiesenthals, dessen Tochter Paulinka Kreisberg
bei der Grundsteinlegung anwesend war, der Holocaust und die Folgen
auf höchster wissenschaftlicher Ebene aufgearbeitet werden können.
Vollbetrieb ab 2015
Das Wiener Wiesenthal Institut beherbergt den Großteil der Dokumente
von Simon Wiesenthal, shoarelevante Teile des Archivs der IKG und ca.
11.000 Bände zum Thema. Das Institut wurde 2008 nach dem Tod
Wiesenthals gegründet. Derzeit befindet es sich am
Desider-Friedmann-Platz. Derzeit werden die neuen Räumlichkeiten am
benachbarten Rabensteig 3 in der Inneren Stadt adaptiert.
Die Unterstützung des künftigen Zentrums am 1., Rabensteig 3 erfolgt
anteilig zwischen Stadt Wien und Bund: Jeweils 3.300.000 Euro stehen
für Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung. Diese Summe
bezieht sich auf die vorerst auf 15 Jahre berechnete Kostenabdeckung
für die Jahre von 2015 bis 2030.
Das Zentrum verfügt künftig im Vollbetrieb (voraussichtlich ab
November 2015) über 1.353 Quadratmeter Platz und wird damit adäquate
Arbeits- und Forschungsbedingungen für MitarbeiterInnen und
ForscherInnen sichern.
Da sich das VWI als internationales Forschungszentrum versteht, wird
auf globalen Austausch und Fellowship-Programme, wie es sie seit
Herbst 2012 gibt, besonderer Wert gelegt. Das Fellowship-Programm
ermöglicht den intensiven Austausch zwischen international
renommierte GastforscherInnen und österreichischen
NachwuchsforscherInnen - und hilft somit neue Perspektiven in der
Holocaust-Forschung zu eröffnen.
Die künftigen Forschungsprojekte werden von externen
ProjektteilnehmerInnen durchgeführt und in Kooperation mit den
Trägereinrichtungen des VWI im Inland sowie mit Partnereinrichtungen
des VWI im Ausland stattfinden.
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