- 21.08.2014, 12:26:38
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VÖP: "Österreich-Spartenkanal" für ORF weder denkbar noch notwendig
Schweighofer: "ORF eins und ORF 2 bieten genug Platz, um Österreich in seiner Vielfalt darzustellen!"
Utl.: Schweighofer: "ORF eins und ORF 2 bieten genug Platz, um
Österreich in seiner Vielfalt darzustellen!" =
Wien (OTS) - "Warum sollte der ORF einen weiteren TV-Sender - einen
'Österreich-Spartenkanal' - machen dürfen?", fragt Klaus
Schweighofer, Vorstand der Styria Media Group und
Vorstandsvorsitzender des Verbands Österreichischer Privatsender
angesichts entsprechender Äußerungen des ORF. "Oder zugespitzt
gefragt: Gibt es ORF eins und ORF 2 dann nur mehr für ausländische
Inhalte?"
Der Versorgungsauftrag im Gesetz schreibt dem ORF klar und
unmissverständlich vor, welche Sender er betreiben soll. Schweighofer
stellt klar: "Die beiden Hauptsender sind der Raum für regionale
Inhalte. Da braucht es keinen weiteren Spartenkanal. Dieses Ansinnen
kann wohl nur so verstanden werden, dass man die beiden Hauptsender
um regionalen Content 'erleichtern' will, um sie künftig noch stärker
zu kommerzialisieren. Ein solcher Spartenkanal würde eine
existenzielle Bedrohung der lokalen und regionalen TV-Sender, die
schon jetzt einen äußerst schweren Stand haben, bedeuten."
Der Verband Österreichischer Privatsender vertritt die Auffassung,
dass der öffentlich-rechtliche Kernauftrag für jeden einzelnen
ORF-Sender gelten muss. Die gesetzlich geforderten Inhalte dürfen
demnach nicht nach einzelnen Programmkategorien auf unterschiedliche
Sender aufgeteilt werden. "Der ORF kann nicht einfach all jene
Inhalte, die möglicherweise nicht optimal vermarktbar sind, nach
Gutdünken auf Spartenkanäle auslagern", so Schweighofer. "Er sollte
vielmehr endlich das machen, wofür ihn die Gebührenzahler mit rund
600 Millionen Euro pro Jahr ausstatten: Nämlich Österreich, seine
Bundesländer und deren Vielfalt in ausreichendem Maß darzustellen."
Kritik äußert der Verband Österreichischer Privatsender auch an den
weiteren Expansionsplänen des ORF. "Der ORF engagiert sich in unserer
Wahrnehmung hauptsächlich für Themen, die rein kommerziellen
Charakter haben und keinen oder kaum einen Beitrag zum
öffentlich-rechtlichen Kernauftrag liefern.", so Corinna Drumm,
Geschäftsführerin des Verbands. Als Beispiele der jüngsten
Vergangenheit verweist sie etwa auf den beabsichtigten Kauf des
kommerziellen Filmabrufportals Flimmit, das dem ORF alleine für die
Vermarktung dienen würde, oder auch auf die Überlegungen des ORF,
Startup-Unternehmen zu unterstützen und zu integrieren. "Auch die
weitreichenden Expansionspläne im Online- und Social-Media-Bereich,
unter anderem der Wunsch nach zusätzlichen Radioangebote über eine
ORF-radiothek, sind in erster Linie kommerziell orientiert und haben
kaum mehr Bezug zum öffentlich-rechtlichen Auftrag. Vielmehr dienen
sie in erster Linie dem Ausbau der dominanten Marktposition des ORF
in sämtlichen Teilmärkten des Online-Sektors.", stellt Drumm fest.
"Natürlich müssen für den ORF Denkverbote gelten!", so Schweighofer
in Anspielung auf eine Äußerung des kaufmännischen Direktors. "Solche
Tabu-Zonen ergeben sich zwangsläufig aus seiner bevorrechtigten
Marktposition. Ein staatlich alimentierter Wettbewerbsteilnehmer kann
nicht einfach machen, was er will. Er agiert natürlich innerhalb
deutlich engerer Grenzen als nicht subventionierte Marktteilnehmer."
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