• 17.08.2014, 22:00:32
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Tiroler Tageszeitung, Ausgabe vom 18. August 2014; Leitartikel von Peter Nindler: "Pädagogische Sommerpause"

Innsbruck (OTS) - Utl: An der Pädagogischen Hochschule in Tirol
herrscht Handlungsbedarf. Aber offensichtlich hat das
Bildungs-ministerium Sommerpause und erkennt den bildungspolitischen
Notstand in der Tiroler Lehrerausbildung noch nicht.

Seit Mitte April ist der Rektor der Pädagogischen Hochschule
Tirol, Markus Juranek, schon beurlaubt. Bisher hat er offensichtlich
keine Einsicht gezeigt und will seinen Posten nicht freiwillig
aufgeben. Obwohl die Prüfberichte der Buchhaltungsagentur des Bundes
und des Rechnungshofs eine umfangreiche Mängelliste dokumentiert
haben. Organisatorisch und finanziell liegt in der Tiroler
Lehrerausbildungsstätte einiges im Argen. Und das bereits seit
einigen Jahren und nicht erst seit 2014.
Dem Bildungsministerium ist der bildungspolitische Notstand
offenbar noch immer nicht voll bewusst. Es wurde zwar ein
Interims-Geschäftsführer eingesetzt, doch der packt bereits wieder
seine Koffer. Nur was passiert dann? Eine Strategie lässt sich
derzeit noch nicht erkennen. Vielleicht muss man ja auch Verständnis
für die Beamten in der Schulverwaltung und im Ministerium haben. Auch
sie benötigen einmal Urlaub, und Tirol ist ohnehin weitab vom Schuss.
Und der Studienbeginn steht eh erst im Oktober an.
Dass man erst den Abschlussbericht für eine endgültige Klärung in
der Tiroler Causa abwarten wollte, ist eine fadenscheinige Ausrede.
Denn die Zwischenberichte ließen an Deutlichkeit über die Schwächen
der Pädagogischen Hochschule in Innsbruck nichts zu wünschen übrig.
Aber anfangs, sprich Ende Juni/Anfang Juli, war der zuständige
Sektionsleiter nicht im Lande, Ende Juli/Anfang August herrschte
allgemeine Urlaubszeit. Nichtsdestotrotz tickt die Bildungsuhr in
Tirol.
Die Vorgangsweise ist nicht nur dilettantisch, sondern auch
unverantwortlich gegenüber den Studierenden und Lehrenden, die sich
zu Recht ein funktionierendes Management an ihrer Hochschule erwarten
dürfen. 2012 hat die ehemalige Unterrichtsministerin Claudia Schmied
(SPÖ) auch nicht lange gefackelt und den damals bereits designierten
Rektor Elmar Märk wegen Aussagen zur künftigen Lehrerausbildung, die
ihr politisch nicht gepasst haben, über Nacht abgesetzt.
Wahrscheinlich begann mit dieser Aktion jenes Dilemma, in dem die PH
Tirol heute steckt. Denn schon damals war Markus Juranek nur noch
Drittgereihter in der Rektors-Ausschreibung. Das spricht wohl Bände
und müsste wohl ein Motor für unverzügliches Handeln sein.
Will das Ministerium nicht endgültig ein bildungspolitischer
Zauderverein werden, muss es rasch Fakten in Tirol schaffen.
Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek muss endlich ihre Sommerpause
beenden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PTT

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