Neues Volksblatt: "Entscheidung" von Markus EBERT

Ausgabe vom 8. August 2014

Linz (OTS) - "Ich möchte ein paar Wochen gar nicht über diese Frage nachdenken", sagte Anfang der Woche der Parlamentsklubobmann der SPÖ, Andreas Schieder, zur Frage, wer der verstorbenen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer in ihrem Amt nachfolgen soll. Tatsächlich gebietet es der Respekt vor der Verstorbenen, nicht schon ihr politisches Erbe zu regeln, noch ehe sie in allen Ehren beigesetzt ist.
Freilich zeigt sich auch, dass der von Schieder postulierte "Trauermonat" nichts anderes wird als eine Zeit der Namens-Spekulationen, die schon am Tag nach Prammers Tod begonnen haben. Ein häufig genannter Name ist der von Schulministerin Gabriele Heinisch-Hosek - aber nicht deswegen, weil sie als außerordentlich profilierte Parlamentarierin gilt, sondern weil sie im Unterrichtsressort eher glücklos agiert und daher als Ablösekandidatin gehandelt wird. Wenn in allen Nachrufen Prammer als besonders engagierte Nationalratspräsidentin gewürdigt wurde, mutet es umso respektloser an, das von ihr so anerkannt ausgefüllte zweithöchste Amt im Staat als Abschiebeposten für eine ungeliebte Ministerin anzusehen. Schon um der Reputation des Amtes keinen Schaden zuzufügen ist die SPÖ daher - bei allem Respekt gegenüber der Verstorbenen - gefordert, in angemessener Zeit zu einer Personalentscheidung zu kommen. Denn je länger die Liste möglicher Kandidaten wird, desto belangloser wird sie auch.

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