- 07.08.2014, 22:00:33
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Neues Volksblatt: "Entscheidung" von Markus EBERT
Ausgabe vom 8. August 2014
Utl.: Ausgabe vom 8. August 2014 =
Linz (OTS) - "Ich möchte ein paar Wochen gar nicht über diese Frage
nachdenken", sagte Anfang der Woche der Parlamentsklubobmann der SPÖ,
Andreas Schieder, zur Frage, wer der verstorbenen
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer in ihrem Amt nachfolgen soll.
Tatsächlich gebietet es der Respekt vor der Verstorbenen, nicht schon
ihr politisches Erbe zu regeln, noch ehe sie in allen Ehren
beigesetzt ist.
Freilich zeigt sich auch, dass der von Schieder postulierte
"Trauermonat" nichts anderes wird als eine Zeit der
Namens-Spekulationen, die schon am Tag nach Prammers Tod begonnen
haben. Ein häufig genannter Name ist der von Schulministerin Gabriele
Heinisch-Hosek - aber nicht deswegen, weil sie als außerordentlich
profilierte Parlamentarierin gilt, sondern weil sie im
Unterrichtsressort eher glücklos agiert und daher als
Ablösekandidatin gehandelt wird. Wenn in allen Nachrufen Prammer als
besonders engagierte Nationalratspräsidentin gewürdigt wurde, mutet
es umso respektloser an, das von ihr so anerkannt ausgefüllte
zweithöchste Amt im Staat als Abschiebeposten für eine ungeliebte
Ministerin anzusehen. Schon um der Reputation des Amtes keinen
Schaden zuzufügen ist die SPÖ daher - bei allem Respekt gegenüber der
Verstorbenen - gefordert, in angemessener Zeit zu einer
Personalentscheidung zu kommen. Denn je länger die Liste möglicher
Kandidaten wird, desto belangloser wird sie auch.
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