• 04.08.2014, 15:13:33
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Nachruf - Frauenhäuser trauern um Barbara Prammer

Politikerin aus tiefster feministischer Überzeugung - ein Leben lang

Utl.: Politikerin aus tiefster feministischer Überzeugung - ein
Leben lang =

Wien (OTS) - "Bis zuletzt haben wir gehofft, dass Barbara Prammer die
schreckliche Krebserkrankung überleben wird und weiter in unsere
Mitte sein kann", so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins
AÖF. Aber am Samstag, den 2. August hat sie ihren bewundernswerten
Kampf gegen die schwere Krankheit verloren und ist verstorben. Der
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, AÖF und die
assoziierten Frauenhäuser sind zutiefst betroffen und erschüttert
über ihren Tod.

"Mit dem Tod von Barbara Prammer haben wir eine langjährige und
treue Wegbegleiterin und unermüdliche Kämpferin im Ringen gegen
Gewalt an Frauen und Kindern verloren" bedauert Birgit Thaler-Haag,
Obfrau des Vereins AÖF und Leiterin des Salzburger Frauenhauses.

Ihre große Wertschätzung für die Frauenhäuser und die Arbeit des
Vereins AÖF hat sie vor noch nicht langer Zeit öffentlich zum
Ausdruck gebracht, als Festrednerin am 24. November 2013 anlässlich
der Feier 35 Jahre Frauenhäuser, 25 Jahre Verein AÖF und 15 Jahre
Frauenhelpline 0800/222 555. Ihre Laudatio und ihre berührenden Worte
werden wir niemals vergessen.

Barbara Prammer war eine bemerkenswerte Frau mit einer großen
politischen Karriere. Der Politik und ihrer politischen Partei hat
sie beinahe ihr ganzes Leben gewidmet und dank ihres politischen
Geschicks und ihres unermüdlichen Wirkens hat sie es als einzige und
erste Frau in Österreich geschafft, das zweithöchste politische Amt
im Staat zu erreichen. Als Nationalratspräsidentin hat sie ihr
politisches Können über viele Jahre hinweg und trotz vieler
Schwierigkeiten zeigen und unter Beweis stellen können.
Aber - und dafür danken wir ihr ganz besonders - ihre gesamte
politische Laufbahn war geprägt von einem unermüdlichen
frauenpolitischen Engagement mit feministischer Überzeugung.
Schon als junge Politikerin und lange vor ihrem Amt als
Frauenministerin hat sie sich stets für ein Ende der Gewalt an Frauen
und Kindern eingesetzt und so war sie lange Jahre Vorsitzende des
Linzer Frauenhauses in Oberösterreich (1999-2005). Ein paar Jahre
danach war sie es, die für eine gesetzliche Verankerung und somit für
eine finanzielle Absicherung der Frauenhäuser in Oberösterreich
gesorgt hat. Ein Finanzierungsmodell, das damals einzigartig war und
noch immer als Vorbild in der Frauenhausbewegung gilt.

Sie hat viele wichtige frauenpolitische Akzente gesetzt und sie
hat vor allem die Arbeit von Johanna Dohnal unbeirrt weiter
vorangetrieben. Als Frauenministerin war ihr auch die Implementierung
des österreichischen Gewaltschutzgesetzes und die Errichtung von
Interventionsstellen und Gewaltschutzzentren ein großes Anliegen.

Sie war es auch, die 1998 die österreichweite Frauenhelpline gegen
Gewalt mit der kostenlosen Nummer 0800/222 555 ins Leben gerufen und
einige Monate später im Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
etabliert hatte.

Barbara Prammer bleibt eine unserer wichtigsten frauenpolitischen
Vorbilder und wir werden sie als großartige und starke Frau,
überzeugte Demokratin, Parlamentarierin und feministische Politikerin
in unserer Erinnerung behalten.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AFH

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