- 04.08.2014, 12:54:44
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Leopold Museum präsentiert Schiele-Kubus in Triest
Bürgermeister Roberto Cosolini eröffnete am Wochenende 33 tägigen "Salotto.Vienna"

Utl.: Bürgermeister Roberto Cosolini eröffnete am Wochenende 33
tägigen "Salotto.Vienna" =
Wien (OTS) - 500 Gäste am Eröffnungsabend
Das Experiment des "Salotto.Vienna", unter der Schirmherrschaft des
MAK mit Kurator Jürgen Weishäupl verwirklicht, stieß am ersten
Wochenende auf reges Interesse. In der aus der k.u.k. Ära stammenden
Triestiner Fischhalle, direkt am zentralen Segelhafen, wurde die
Schau eröffnet und bis in den Morgen gefeiert. Der Bürgermeister von
Triest, Roberto Cosolini und Ernst Woller als Vertreter der Stadt
Wien begrüßten rund 500 Gäste, darunter zahlreiche Kulturmanager,
Künstler und Kunstschaffende aus beiden Städten. Aus Wien angereist
kamen Schirmherr und MAK-Chef Christoph Thun-Hohenstein, Leopold
Museum Direktor Peter Weinhäupl, Art for Art - Geschäftsführer Josef
Kirchberger, die Geschäftsführerin der Österr. Filmakademie Marlene
Ropac mit Projektleiterin Barbara Lindner (Österr. Filmpreis) und Eva
Fischer, Gründerin und künstlerische Leiterin des sound:frame
Festivals. Weitere Gäste aus Österreich waren u.a. Galeristin Ursula
Grinzinger und die Künstler Marko Lulic, Julius Deutschbauer und
Manfred Bockelmann. Das Programm läuft bis Mitte September und wird
von rund 100 teilnehmenden Künstlern und Institutionen bespielt.
Egon Schiele war begeisterter Triest - Reisender
Ein multimedialer vier mal vier Meter großer "Schiele Kubus" mit 30
erstklassigen Selenographien Egon Schieles bester Zeichnungen war der
vielbewunderte Repräsentant des Leopold Museum am Eröffnungsabend und
erinnert gleichzeitig mit Briefzitaten an Schieles Leidenschaft für
die Stadt Triest:
Brief von Egon Schiele in Triest an Arthur Roessler in Wien,
07.09.1913
"Also bin ich wieder in dem besten Café dieses Hotels; hier gibt es
nur internationales Publikum, sehr interessant; das Ganze ist
großzügig eingerichtet. - Draußen ist das blaue Meer, graue, rosa,
violette und grüne staubige Steine, eine Elektrische mit großen
wallenden Vorhängen und darinnen sitzen farbige Leute. - Gestern habe
ich im Fischerboot-Hafen einige Fischerboote gezeichnet und auch
draußen gemalt; es ist eigentümlich, wie man mit dem Gemisch auf der
Palette die edelsten Farbtöne hervorbringen kann. [...] Der Dampfer
Carpatia liegt hier im Hafen. - Ich möchte gerne einige Italiener
zeichnen, die kauern, - ich fürchte aber, wenn sie davon wissen, so
werden sie eine unechte Haltung nehmen. [...] Wally ist eben nach
Wien gefahren und ich nach Triest. Ich sah Unglaubliches. Wirst Du
Kommen? [...] Du kannst in acht Tagen hier so viel machen, wie in
einem Jahr in Wien."
Brief von Egon Schiele in Triest an Anton Peschka in Wien, Anfang Mai
1912
"[...] es ist dringend notwendig daß Du endlich Triest sähest! Du
kannst hier eine Ausstellung sofort machen, da sind ganz andere Leute
und internationales Publikum! Du und ich würden diese Ausstellung
machen. - Ich sitze eben im Kafe dieses neuen größten Hotels am Molo;
es wimmelt von edlen reinen satten Farben, - kolossal! - Wenn ich ein
Geld bekommen habe so gehe ich wieder hierher und schreibe Dir bevor
Du kommst noch von allem was ich gesehen habe hier, jetzt gehe ich
arbeiten.
Herzlichste Grüße. Egon, viel muß ich Dir schreiben lauter
malerisches."
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