• 01.08.2014, 12:34:42
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Bauern fahren mengenmäßig gute Ernte ein

Weniger Importbedarf gegenüber den Vorjahren

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5681 Im Bild
v.l.n.r. Christian Gessl (Abteilungsleiter Agrarmarkt Austria
"Marktordnungen, Markt- & Preisberichte"), Dipl.-Ing. Günter
Griesmayr (Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt Austria) und
Päsident ÖkR Franz Stefan Hautzinger (Vorsitzender des
Verwaltungsrates der Agrarmarkt Austria und des Fachbeirates für
Getreide)

Utl.: Weniger Importbedarf gegenüber den Vorjahren =

Wien (OTS/AMA) - In den letzten Wochen konnte ein Großteil dessen
geerntet werden, was die Bauern ausgesät und über Monate gepflegt
haben. "Das Jahr 2014 bringt eine mengenmäßig sehr gute Getreideernte
und bei den Herbstfrüchten - Mais und Sojabohne - sehen die Kulturen
derzeit vielversprechend aus", fasst Dipl.-Ing. Günter Griesmayr,
Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt Austria (AMA) die Ergebnisse der
Getreideernte 2014 zusammen.

"Dieses gute Ergebnis ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, denn
für die heimische Landwirtschaft ist 2014 ein sehr anspruchsvolles
Jahr. Der extrem trockene und sehr milde Winter brachte einen
außerordentlichen Schädlings- und Krankheitsdruck mit sich, sodass
die größte Herausforderung darin bestand, die Kulturen gesund zu
halten", erklärt Franz Stefan Hautzinger, Vorsitzender des
Verwaltungsrates der AMA und selbst Getreidebauer im burgenländischen
Seewinkel.

Deshalb waren gerade heuer die Landwirte gefordert, mit sachgemäß
angewandten Produktionsmethoden und Fruchtfolge diese auftretenden
Probleme zu entschärfen.

Die Erntemengen fallen heuer sehr positiv aus, bei den Qualitäten
zeigt sich ein differenziertes Bild. Bei Wintergerste sind gute
Erträge und entsprechende Hektolitergewichte zu verzeichnen und die
im Hauptanbaugebiet geerntete Winter-Braugerste erfüllt die
Anforderungen der Verarbeiter. Raps zeigt sich von seiner besten
Seite, die Erntemengen sind auf sehr gutem Niveau und können sich
auch im internationalen Vergleich gut messen. Mengenmäßig liegt der
Weizen über den Erwartungen, die erreichten Qualitäten sind dagegen -
auch aufgrund der höheren Erträge - generell unter jenen des
Vorjahres anzusiedeln. Man kann heuer von einem deutlich höheren
Anteil an Mahl- und Futterweizen ausgehen, der hohe prozentuelle
Anteil an Qualitäts- und Premiumweizen des Vorjahres wird heuer nicht
erreicht.

Hartweizen (Durum) brachte bis jetzt sehr gute Ergebnisse bei Menge
und Qualität, jedoch leiden die noch auf den Feldern stehenden
Bestände unter den gebietsweise zuletzt starken Niederschlägen.

Obwohl die Maisernte naturgemäß erst im Herbst ansteht und immer erst
am Ende Bilanz gezogen werden kann, darf man nach dem schlechten
Ergebnis des Vorjahres für heuer vorsichtig optimistisch sein. Die
derzeitige feucht-warme Witterung ist ideal für die Entwicklung der
Maisbestände und lässt gute Erträge erwarten. Auch die Bestände für
Sojabohnen und Sonnenblumen geben Anlass zur Hoffnung.

"Mit einer prognostizierten Menge von über 3,2 Mio. t Getreide (ohne
Mais) wird heuer deutlich mehr geerntet als im Vorjahr und erreicht
damit knapp die Menge des guten Jahres 2011. Damit liegt die heurige
Ernte über dem langjährigen Durchschnitt von knapp 3 Mio. t Getreide
ohne Mais", erklärt Dipl.-Ing. Griesmayr.

Weizen & Co - Wichtige heimische Lebensmittel

"Die Österreicherinnen und Österreicher seien sich der Qualität der
heimischen Lebensmittel sowie des Verantwortungsbewusstseins der
Landwirte bewusst, dass schaffe einen sicheren Absatz für deren
Produkte. Denn 2/3 der heimischen Getreideproduktion geht unmittelbar
zu den Mühlen und Mischfutterwerken beziehungsweise bleibt auf den
Höfen für die tierische Veredelung, 1/3 sichert die Versorgung der
gestiegenen industriellen Verarbeitungskapazitäten", so Hautzinger.

Weltmarkt - gute Aussichten

"Weltweit sind die Aussichten für Getreide und Ölsaaten gut, das
Angebot dürfte nur leicht unter der Rekorderntemenge aus dem letzten
Jahr liegen. Da der Verbrauch nur moderat steige, sei mit dem
weiteren Aufbau der Lagerbestände zu rechnen. Gute Ernteaussichten
und hohe Lagervorräte brachten die Getreidepreise unter Druck und
liegen derzeit somit um rund 40 % unter den Höchstwerten der letzten
zwei Jahre", erklärte Christian Gessl, zuständiger Abteilungsleiter
der AMA.

Weizen als Leitindikator wird aktuell mit rund 175 EUR je t an der
Börse Paris gehandelt. Während großräumige Wetterkatastrophen
ausblieben, zeigten politisch instabile Situationen wie
beispielsweise in der Ukraine ihre Auswirkungen auf die
Preisnotierungen. Im Frühjahr bei Ausbruch der Ukraine-Krise sind bei
gleichbleibendem Angebot die Preise kurzfristig gestiegen.

Flächenrückgang bei Roggen und Körnermais

Die Getreideanbaufläche wurde österreichweit gegenüber dem Vorjahr um
rund 10.000 ha auf insgesamt 582.549 ha erhöht. Die BIO-Anbauflächen
für Getreide stiegen nochmals leicht um über 1.000 ha auf 82.427 ha.

Die Anbauflächen für Roggen (-7.850 ha) und Körnermais (-15.671 ha)
wurden stark zurückgenommen, wobei die schwierige
Vermarktungssituation mit schlechten Preisen bei Roggen sowie
pflanzenbautechnische Gründe bei Mais ausschlaggebend gewesen sein
dürften. Die Anbauflächen für die übrigen Getreidesorten -
ausgenommen Sommergerste - wurden, entgegen dem Trend der letzten
Jahre, ausgeweitet. Wobei Hartweizen, Weichweizen, Dinkel,
Wintergerste und besonders Triticale mit +6.295 ha profitierten.

Bei den Ölsaaten hielt der Trend zu vermehrten Anbau der Sojabohne
auch dieses Jahr an und erreichte mit knapp 43.700 ha den Höchstwert
seit 1994. Damit wurde zum Beispiel die Anbaufläche von 2005 mehr als
verdoppelt. Bei Raps wurde die Anbaufläche auf 52.770 ha (-5.699 ha)
reduziert.

Die gesamte Fläche für Ölsaaten und Eiweißpflanzen wurde um 2,9 % auf
insgesamt 131.642 ha verringert.

Schädlingsdruck durch milden Winter

Ein milder und schneearmer Winter sowie ein kühles und anfangs
trockenes Frühjahr sorgten generell für einen zögerlichen
Vegetationsstart und schadeten der Entwicklung der Frühlingskulturen.
Der überdurchschnittlich warme Winter war auch für den enormen
Schädlingsdruck in der Landwirtschaft verantwortlich. Besonders
Pilzkrankheiten wie Gelbrost setzten den Kulturen heuer deutlich zu.

Der besonders niederschlagsreiche Frühling - ausgenommen trockenere
Regionen wie das Gebiet um Hollabrunn - sorgte in weiterer Folge für
ein optimales Wachstum, dieses feucht-warme Wetter schuf aber
gleichzeitig ideale Bedingungen für Krankheiten wie Gelb- und
Braunrost, Blattfleckenkrankheit und Mehltau. Deshalb waren heuer
sachgemäße Bearbeitung der Kulturen und richtige Fruchtfolge
besonders wichtig. Nach einem feuchten Mai und einer ersten
Hitzewelle um Pfingsten konnte schon sehr früh - vor Mitte Juni - in
den pannonischen Frühdruschgebieten mit der Ernte begonnen werden.

Ernte über Durchschnitt

Die Erträge sind bei Getreide im Erntejahr 2014 dennoch gut bis sehr
gut ausgefallen. Die Getreideproduktion wird auf rund 3,2 Mio. t
geschätzt und liegt damit um 9,6 Prozent über dem Niveau des
Vorjahres.

Weichweizen ist in Österreich die wichtigste Getreideart, davon
werden knapp 1,7 Millionen t geerntet, 9,3 Prozent mehr als im
Vorjahr. Regional sind die Erträge sehr unterschiedlich, in den
trockenen Regionen wie im Hollabrunner Gebiet wird weniger als im
Vorjahr geerntet. Die Qualitätsverteilung wird derzeit auf 20 %
Premiumweizen, 40 % Qualitätsweizen und 40 % Mahl- und Futterweizen
geschätzt. Ausgezeichnete Erträge werden in Oberösterreich und
Steiermark erwartet. Winter-Hartweizen (Winter-Durum) zeichnet sich
durch hervorragende Qualitäten und Erträge aus. Rechtzeitig
geernteter Sommer-Durum erreicht ebenfalls diese Qualitäten, bleibt
aber bei den Erträgen deutlich zurück.

Der Raps macht 2014 mit hohen Hektarerträgen von bis zu über 4 t je
Hektar sehr viel Freude und sorgt trotz der Verminderung der
Anbaufläche für eine hohe Produktion.

Sehr erfreulich verlief die Entwicklung bei Gerste, insbesondere jene
der Wintergerste. Sehr gute Erträge gepaart mit sehr guten Qualitäten
sorgen für gute Stimmung bei den Landwirten. Sommergerste erreichte
zum Teil gute Werte, kann aber mit den positiven Zahlen der
Wintergerste nicht mithalten. Es zeigt sich generell, dass im
heurigen Getreidejahr das Wintergetreide besser abgeschnitten hat als
das Sommergetreide.

Roggen, nach Weizen das zweitwichtigste Brotgetreide in Österreich,
lieferte bis jetzt zufriedenstellende Erträge und Qualitäten, wobei
die Ernte im Hauptanbaugebiet Waldviertel noch aussteht.
Hohe Erträge hat dieses Jahr auch die Körnererbse mit rund 4 t je
Hektar erreicht, welche in den letzten Jahren durchwegs schwache
Ergebnisse lieferte und daher laufend die Anbauflächen verringert
wurden.

Der Anbau von Biogetreide hat mit den heurigen Bedingungen keine
optimalen Voraussetzungen vorgefunden. Die Erträge und Qualitäten
fallen gegenüber konventionellem Getreide im Vergleich zu normalen
Jahren heuer stark zurück.

Preisniveau niedriger

Die deutlich höheren Ernteprognosen für alle großen Anbauregionen der
Welt haben schon in den letzten Wochen die Preise unter das Niveau
der Vorjahre sinken lassen. Entscheidend werde die
Qualitätsverteilung bei Weizen sein, es ist auf alle Fälle mit
größeren Abständen von Qualitätsweizen zu Mahlweizen zu rechnen. "Die
Eckpunkte für die Vermarktung der heurigen Getreideernte bleiben die
gleichen: Ein niedrigeres Preisniveau vom Weltmarkt, beste
Weizenqualitäten für die heimischen Mühlen und den italienischen
Exportmarkt sowie ein hoher Bedarf der Verarbeitungsindustrie an
Weizen und Mais, dem heuer auch ein großes heimisches Angebot
gegenüber steht", so Hautzinger.

Internationaler Getreidemarkt

EU-28: Ernteprognosen ähnlich hoch wie im Rekordjahr 2013/2014
Weniger Topqualitäten bei Weizen verfügbar

Das Wirtschaftsjahr 2013/2014 war für die EU-28 ein Rekordjahr, eine
Rekordgetreideernte von erstmals über 300 Mio. t ermöglichte Exporte
von über 40 Mio. t.

Das Wirtschaftsjahr 2014/2015 bringt neuerlich eine
überdurchschnittlich gute Ernte. Dank wieder gestiegener Anbauflächen
- vor allem bei Weizen - wird eine Gesamternte von über 300 Mio. t
erwartet. Innerhalb der letzten 5 Jahre konnte die Produktion somit
um 10 % gesteigert werden. Deutliche Zuwächse verzeichneten in den
letzten Jahren Weizen (+10 %) und Mais (+18 %).

Somit wird eine Getreidebilanz 2014/2015 in der EU-28 erwartet, die
trotz Verbrauchsteigerung um ca. 6 Mio. t und dank einer neuerlich
prognostizierten Rekordernte Exportüberschüsse von über 30 Mio. t
sowie höhere Lagerbestände zulässt.

Bei den Ölsaaten wird bei gleichbleibender Anbaufläche aufgrund
deutlich höherer Hektarerträge bei Raps eine Rekordernte von 32 Mio.
t erwartet, wobei die Rapsernte alleine mit rund 23 Mio. t 2/3
Drittel der gesamten Ölsaatenproduktion abdeckt.

Die feuchte Witterung der letzten Tage beeinflusst die
Getreidequalitäten in den noch ausstehenden Druschgebieten negativ.
Vor allem in den wichtigen Anbaugebieten Westdeutschlands wird eine
Mengenreduktion bei den Weizentopqualitäten von bis zu 50 % erwartet.
Somit ist in Europa mit einer deutlich geringeren Menge an
Weizentopqualitäten zu rechnen und von höheren Preisabständen
zwischen den einzelnen Qualitätsstufen auszugehen.

Weltmarkt: Produktion steigt stärker als Verbrauch

Das Getreidejahr 2013/2014 bildet mit seiner Rekordernte, dem
Rekordverbrauch sowie höheren Lagerbeständen bei Weizen und Mais die
Basis für die Preis- und Marktsituation im heurigen Jahr.

Für das Wirtschaftsjahr 2014/2015 wird die 2-größe Weltgetreideernte
(1,95 Mrd. t) geschätzt. Der Verbrauch erreicht mit 1,94 Mrd. t einen
neuen Höchstwert, steigt aber weniger an als in den letzten Jahren.

Die vorläufigen Bilanzen 2014/2015 bei Weizen und Mais sind nahezu
ausgeglichen, die Produktion ist nur gering höher als der Verbrauch,
die Lagerstände wachsen nochmals an.

EU-28 wird größter Weizenexporteur

In der EU-28 wird die Weizenernte in Höhe von 149 Mio. t (+5 %)
deutlich höher ausfallen. Nach der letzten Schätzung von USDA wird
die USA (25 Mio. t) bei den weltweiten Weizenexporten heuer erstmalig
von der EU-28 mit 28 Mio. t übertroffen.

China verzeichnet bei der Maisproduktion einen deutlichen Anstieg auf
222 Mio. t, in den letzten 10 Jahren wurden allein in dieser Region
nahezu 10 Mio. ha Mais mehr angebaut.

Die Ölsaatenernte erreicht weltweit dank deutlicher Flächenausdehnung
bei Sojabohnen eine Rekordernte von erstmals über 520 Mio. t - vor
allem die USA verzeichnen deutliche Steigerungen.

Die guten Ernteaussichten sowie die hohen Lagerbestände vor allem bei
Mais aus den Vorjahren sind die Grundlage für die gesunkenen
Weltmarktpreise.
Börse Paris - Notierungen aktuell:

~
Weizen -37 % gegenüber dem Höchstwert der letzten 2 Jahre
Mais -41 % gegenüber dem Höchstwert der letzten 2 Jahre
Raps -40 % gegenüber dem Höchstwert der letzten 2 Jahre
~

Getreideweltmarkt - Einflussfaktoren

- Deutliche Produktionszuwächse übertreffen Zuwachsraten beim
Verbrauch

Der weltweite Getreideverbrauch ist in den letzten 5 Jahren um 8 %
gestiegen, während sich die Getreideernte im gleichen Zeitraum um 11
% erhöht hat.

- Sinkende Getreidepreise an den Börsen

Zwei aufeinander folgende Rekordernten führen zu einem deutlichen
Preisabfall bei den wichtigsten Kulturarten. Die EU-28 erhebt seit
16.07.2014 einen Einfuhrzoll auf Mais zum Schutze des Binnenmarktes.

- Krisensituation in der Ukraine

Die politisch instabile Lage in der Schwarzmeerregion betrifft eine
der wichtigsten Getreideexportgebiete weltweit: Gesamtexporte im WJ
2013/2014 von nahezu 70 Mio. t entsprechen 23 % des gesamten
Welthandels.

- Wetterkapriolen

Der Einfluss von großräumigen Wetterkatastrophen auf die weltweite
Getreideproduktion fällt heuer gering aus.

- Verhandlungen zu den Handelsabkommen zwischen der EU-28 und
USA/Kanada

Mit der EU-28 und den USA verhandeln die zwei größten
Weizenexporteure.

Weiterführende aktuelle Informationen zum nationalen und
internationalen Getreidemarkt finden Sie im Internet unter
www.ama.at.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5681

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ

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