• 27.07.2014, 09:12:16
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Hepatitis-Tag: Jede fünfte Lebertransplantation infolge chronischer Hepatitis

Ärztekammer: Auf Hygiene achten - vorbeugend impfen - Vorsorgeuntersuchung als Chance für Früherkennung nützen

Utl.: Ärztekammer: Auf Hygiene achten - vorbeugend impfen -
Vorsorgeuntersuchung als Chance für Früherkennung nützen =

Wien (OTS) - Weltweit ist jeder zwölfte Mensch von Virus-Hepatitis
betroffen. An Hepatitis sterben ebenso viele Menschen wie an Aids
oder Malaria. Auch in Österreich ist Virus-Hepatitis keineswegs
selten: Laut Universitätsprofessor Wolfgang Vogel von der Innsbrucker
Universitätsklinik für Innere Medizin sind bis zu 70.000
Österreicherinnen und Österreicher (0,8 Prozent) von Hepatitis B und
mehr als 40.000 (0,5 Prozent) von Hepatitis C betroffen. Für den
Obmann der Bundesfachgruppe Innere Medizin in der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Lothar Fiedler, ist daher der Welt-Hepatitis-Tag
am 28. Juli 2014 eine gute Gelegenheit, auch die heimische
Bevölkerung über Risiken und Möglichkeiten der Vorbeugung verstärkt
aufzuklären, so Fiedler in einer Aussendung am Sonntag. Vor allem,
weil die Krankheit oft ohne spürbare Symptome verlaufe und viele
Betroffene gar nicht wüssten, dass sie das Virus in sich tragen.

Hepatitis A - klassische Reisekrankheit

Die wichtigsten Formen der Erkrankung - Hepatitis A, B und C -
unterscheiden sich in der Übertragungsweise und in ihrer
Gefährlichkeit. Hepatitis A wird durch verunreinigtes Essen und
Getränke oder über Schmierinfektion übertragen. Aus österreichischer
Sicht handle es sich um eine klassische Reisekrankheit.
Fachgruppenobmann Fiedler: "Vor einer Reise in Länder mit niedrigen
Hygienestandards sollte man sich daher sicherheitshalber impfen
lassen - auch wenn die Erkrankung von selbst und ohne Langzeitfolgen
ausheilt. Vor Ort sollte man vor allem ungekochte Nahrungsmittel wie
Salat oder Obst, aber auch Eiswürfel meiden. Besondere Vorsicht ist
auf Toiletten geboten."

Jede fünfte Lebertransplantation infolge chronischer Hepatitis

Viel gefährlicher seien jedoch Hepatitis B und C, weil sie rasch
chronisch würden, bei Hepatitis C in bis zu 80 Prozent der Fälle.
Beide Formen können zu Leberzirrhose, ja sogar zu Leberkrebs führen.
Dazu komme, dass die Betroffenen mangels Symptomen oft jahrelang
nichts von ihrer Infektion wüssten und somit Gefahr liefen, andere
Menschen anzustecken. Sowohl Hepatitis C als auch B würden durch
Sexualkontakte übertragen, aber auch durch Kontakt mit infiziertem
Blut, Letzteres vor allem beim Spritzentausch unter Drogensüchtigen,
so ÖÄK-Fachgruppenobmann Fiedler. Hepatitis B und C seien nur schwer
zu behandeln, weil nicht alle Patienten auf die bisher verfügbaren
Medikamente ansprächen. Aktuell bestehe allerdings Hoffnung auf
wesentlich höhere Heilungsraten dank neuer Substanzen. Laut
Universitätsprofessor Vogel betreffen rund ein Fünftel der jährlich
in Österreich durchgeführten Lebertransplantationen Patienten mit
chronischer Hepatitis.

Vorsorgeuntersuchung und Gratis-Kinderimpfprogramm nützen

Während es zur Vorbeugung von Hepatitis C keinen Impfstoff gibt, ist
eine Impfung gegen Hepatitis B möglich. So können sich insbesondere
Angehörige von Hepatitis-B-Patienten vor einer Ansteckung schützen.
Hervorheben ist auch, dass es für alle Säuglinge im Rahmen des
kostenlosen Kinderimpfprogramms eine Kombinationsimpfung gibt, die
auch die Immunisierung gegen Hepatitis B beinhaltet. Eine gute Chance
der Früherkennung sowohl von Hepatitis B als auch C ist hingegen die
kostenlose Vorsorgeuntersuchung. Speziell Risikogruppen sollten diese
Möglichkeit nutzen, sind sich die Experten einig. (ar)

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