- 23.07.2014, 17:24:35
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OECD-Bericht: Schlechte Noten für psychotherapeutische Versorgung in Österreich
Wien (OTS) - In dem am 17. Juli 2014 veröffentlichten OECD-Bericht
zum Thema "Making Mental Health Count" werden erstmals durch
psychische Krankheit verursachte Gesamtkosten im OECD-Vergleich
quantifiziert dargestellt. Der Bericht begnügt sich nicht nur mit der
Darstellung der Milliardenkosten (Gesamtkosten im Ausmaß von über 4%
des Bruttoinlandsprodukts, 5 - 18% der Gesundheitskosten sind auf
seelische Erkrankungen zurückzuführen), sondern geht in der Analyse,
was zur Reduzierung dieser Kosten beitragen könnte, in die Tiefe. Die
Problematik der Kostenexplosion psychischer Erkrankungen für die
österreichischen Sozialversicherungsträger wurde 2012 in deren Studie
bereits dargestellt:
- 900.000 ÖsterreicherInnen nehmen das Gesundheitswesen wegen
psychischer Erkrankungen in Anspruch
- 840.000 Personen nehmen Psychopharmaka
- nur 35.000 Personen erhalten kassenfinanzierte Psychotherapie
- 30.000 Personen finanzieren Psychotherapie aus eigener Tasche und
erhalten den seit 1992 nicht wertangepassten Zuschuss von nur Euro
21,80.
Beide Arbeiten unterstreichen aus jeweiliger Sicht zwei
Forderungen, die vom Österreichischen Bundesverband für
Psychotherapie (ÖBVP) immer wieder aufgestellt wurden:
ÖBVP fordert Anti-Stigma Kampagne
"Der Stigmatisierung psychischer Krankheiten muss nachhaltig auf
breiter Basis entgegengewirkt werden - Österreich unternimmt in
diesem Punkt im OECD-Vergleich als eines von 6 Ländern viel zu
wenig", so Maria-Anna Pleischl, Präsidentin des ÖBVP. Die Folgen
davon sind, dass Behandlungen psychischer Erkrankungen viel zu spät
und teilweise mit ungeeigneten Methoden außerhalb der
wissenschaftlich fundierten Psychotherapie erfolgen. Der Erfolg von
langfristig angelegten Informationskampagnen wie zum Beispiel
"Sicherheit im Straßenverkehr" (die Anzahl der Todesopfer im
Straßenverkehr konnte erheblich reduziert werden) ist sehr gut
belegt. Der ÖBVP fordert von Bundesregierung und
Sozialversicherungsträgern endlich breit angelegte
Informationskampagnen zur Hebung und Beachtung der seelischen
Gesundheit. Ein Vergleich: 2013 gab es 453 Verkehrstote aber 1.291
Suizidtote in Österreich, was die Bedeutung der seelischen Gesundheit
unterstreicht.
Raschen Zugang zu Psychotherapieplätzen sichern
Als weiteren wesentlichen Punkt zur Verbesserung der seelischen
Gesundheit empfiehlt die OECD, das Angebot an Psychotherapie von den
Sozialversicherungsträgern unterstützt weiter auszubauen bzw. zu
entwickeln und vor allem den raschen Zugang im Erkrankungsfall sicher
zu stellen. Die Praxis von Kontingentierungen psychotherapeutischer
Behandlung als Sachleistung der Sozialversicherung verursacht
unverhältnismäßig lange Wartezeiten, die wiederum die Schwere der
Krankheit und die Heilungskosten deutlich erhöhen. Gerne unterstützt
der ÖBVP mit seiner jahrelang bewährten Kompetenz in allen Fragen der
seelischen Gesundheit die Verantwortungsträger bei der Entwicklung
eines Zielplanes zur Verbesserung und damit Kostensenkung.
"Der OECD gebührt Dank für die fundierte Aufarbeitung des Themas,
durch die die langjährigen Forderungen des ÖBVP unterstützt werden",
betont Pleischl.
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