• 20.07.2014, 06:00:31
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Kindergesundheit: Noch immer Unterversorgung bei Kinderpsychiatrie

Ärztekammer: Ausbau bei Kinder-Reha begrüßenswert - Kinderpsychiatrie muss folgen

Utl.: Ärztekammer: Ausbau bei Kinder-Reha begrüßenswert -
Kinderpsychiatrie muss folgen =

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) begrüßt den
kürzlich beschlossenen Ausbau der Rehabilitation für schwerkranke
Kinder und die entsprechende Einigung von Sozialversicherung und
Ländern, sieht aber in anderen Bereichen wie der Kinder- und
Jugendpsychiatrie durchaus noch Handlungsbedarf. So müsse die Anzahl
der Fachärztinnen und -ärzte mit Kassenvertrag endlich aufgestockt
werden, zudem gebe es zu wenig Betten für die stationäre
kinderpsychiatrische Versorgung.

"Der niederschwellige Zugang und die Errichtung von auf die
Bedürfnisse der Kinder abgestimmten Reha-Zentren sind ein großer
Schritt nach vorne, die jahrzehntelange Unterversorgung dürfte damit
der Vergangenheit angehören", erklärte ÖÄK-Präsident Artur
Wechselberger am Sonntag in einer Aussendung. Erfreulich sei auch der
Umstand, dass jedes Kind Anspruch auf Rehabilitation habe. Das
Vorhaben, 343 zusätzliche Betten zu errichten, sei begrüßenswert und
aus ärztlicher Sicht schon lange überfällig, so Wechselberger.

Mit dem Ausbau der Kinder-Reha sei somit ein erster Schritt in die
richtige Richtung erfolgt, es gebe aber noch viel zu tun, ergänzte
Charlotte Hartl, Obfrau der Fachgruppe Kinder- und Jugendpsychiatrie
in der ÖÄK. Die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung führe
nach wie vor ein Schattendasein, kritisierte Hartl, und das trotz
gradueller Verbesserungen. "Mittlerweile gibt es bundesweit 13
Fachärztinnen und -ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit einer
Kassenordination, in Niederösterreich wurde eine sechste Stelle
ausgeschrieben. In Wien werden heuer weitere sechs Kassenärztinnen
und -ärzte ihre Versorgungsarbeit aufnehmen. Leider gibt es in
Salzburg, der Steiermark und dem Burgenland noch keine einzige
Kassenplanstelle", beklagte Hartl. Die Unterversorgung betreffe aber
nicht nur den kassenärztlichen Bereich, auch die Spitäler seien
betroffen. Für die stationäre kinderpsychiatrische Betreuung gebe es
derzeit nur 377 Betten, benötigt würden nach internationalen
Standards jedoch doppelt so viele.

Zusätzlich kämpfe das noch junge Fach mit Ausbildungsproblemen, die
in der Folge in einem Fachärztemangel gemündet haben. Hartl: "Pro
Jahr schließen nur zehn Ärztinnen und Ärzte ihre fachärztliche
Ausbildung ab, die Mangelfachregelung hat diesbezüglich leider keine
nennenswerte Verbesserung bewirkt." So könne eine flächendeckende
Versorgung nicht erreicht werden, sagte die Expertin abschließend.
(slv)

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