- 17.07.2014, 10:34:12
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NGOs zum Runden Tisch Natura 2000-Ausweisung Isel: Kein Platz für parteipolitisches Hickhack in Kals!
Wien (OTS) - Umweltdachverband, Alpenverein, Frauen für die Isel ohne
Kraftwerke, Landschaftsschutzverein Osttirol und Netzwerk Wasser
Osttirol stellen Prozess rund um die Nominierung der Isel und ihrer
Zubringer in Frage
- Umweltinformationen zur Isel und zur Deutschen Tamariske müssen
offen gelegt werden
- Kraftwerkspläne der Bürgermeister an Isel und Zubringerbächen mit
Natura 2000 unvereinbar - richtlinienwidrige Natura 2000-Ausweisung
droht
Wien/Lienz 17.07.14 - Österreich muss nach Aufforderung der
EU-Kommission bis spätestens September 2014 die Isel mit ihren
Zubringern Tauernbach, Kalserbach und Schwarzach als Natura
2000-Gebiet ausweisen. Doch der vom Land gestartete
Informationsprozess zur Ausweisung gestaltet sich immer
frustrierender für die VertreterInnen der Zivilgesellschaft: Am
Montag wurde LH-Stv. und Naturschutzlandesrätin Ingrid Felipe die bis
dato geheim gehaltene Tamariskenstudie und der darauf basierende
Ausweisungsvorschlag des Planungsverbandes 34 vorgestellt. Den NGOs
werden die Unterlagen vorenthalten. "Im Sinne des Tiroler
Umweltinformationsgesetzes (TUIG) müssen der Öffentlichkeit alle
Daten zum Zustand der Schutzgüter an der Isel zur Verfügung gestellt
werden. Das wurde uns beim Prozessauftakt auch versprochen. Was jetzt
abläuft, ist eine ausgesprochene Provokation aller NGOs und
engagierten BürgerInnen", so die NGOs unisono.
Stückelung des zukünftigen Natura 2000-Gebiets ist
EU-rechtswidrig - Isel muss samt Zubringern als durchgehendes
Schutzgebiet nominiert werden
Auch gegen die geplante abschnittsweise Ausweisung, die von den
Bürgermeistern der Region aufs Tapet gebracht wurde, um ihre
Kraftwerksprojekte im Defereggental, am Tauern- und Kalserbach sowie
an der Oberen Isel durchsetzen zu können, hagelt es scharfe Kritik
seitens der Umweltorganisationen. "Mit diesen Plänen schneiden sich
die Bürgermeister und Kraftwerksbetreiber juristisch ins eigene
Fleisch und bezeugen ihre Unkenntnis der Natura 2000-Richtlinien.
Eine Stückelung des zukünftigen Natura 2000-Gebiets ist
EU-rechtswidrig. Die wertvollen Lebensräume der Deutschen Tamariske
sind zu sichern und damit die Isel samt ihrer Zubringer als
durchgehendes Schutzgebiet zu deklarieren", so Gerhard
Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.
"Unser Ziel ist es, das gesamte Flussökosystem in seiner
ursprünglichen Charakteristik zu bewahren. Dabei muss die Ausweisung
auf rein fachlichen Entscheidungen basieren und keinem geopolitischen
Wunschkonzert folgen. Wir werden uns beim zweiten Runden Tisch am 24.
Juli in Kals jedenfalls für eine Gleichbehandlung der NGOs in diesem
Prozess und die Einsicht in die Studienunterlagen stark machen, um
einen konstruktiven Beitrag zur regelkonformen Nominierung leisten zu
können. LH-Stv. Felipe sei ins Stammbuch geschrieben: Lassen Sie sich
von den Kraftwerksbürgermeistern nicht an der Nase herumführen und
kämpfen Sie gemeinsam mit der EU und den NGOs für diesen
einzigartigen Osttiroler Lebensraum!", so die NGOs abschließend.
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