• 16.07.2014, 15:05:40
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Lebenshilfe: inklusive Bildung - Jetzt!

Wien (OTS) - Neue Perspektiven für das Zukunftsthema Inklusive
Bildung diskutierte während der IASSIDD-Konferenz in Wien mit 800
TeilnehmerInnen ein hochkarätig besetzter Runder Tisch. "Durch die
Ratifizierung und die dadurch nötige Umsetzung der
Behindertenrechtskonvention führt kein Weg mehr an Inklusion im
Schulbereich vorbei", betonte Lebenshilfe-Generalsekretär Albert
Brandstätter. "Nun müssen die Gesetze auf Bundes- und Landesebene
angepasst und entsprechende Finanzierungen für Länder und Kommunen im
Finanzausgleich 2016 vorbereitet werden."

Margarita Edler, Vertreterin des Landes Steiermark erklärte: "Die
UN-Behindertenrechtskonvention ist ein Meilenstein auf dem Weg zur
Inklusion, weil sie die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
vertritt. Behinderung wird ein anerkannter Teil der Gesellschaft -
die Steiermark lebt es vor. Bis 2020 soll es in der Steiermark keine
Sonderschulen mehr geben. Weiters setzen wir uns stark für einen
Ausbau einer inklusiven Aus- und Fortbildung von Menschen mit und
ohne Beeinträchtigung ein."

Vianne Timmons, Präsidentin von IASSIDD und Vize-Rektorin der
Regina Universität erklärte, dass es "die Aufgabe sei, eine
Lernumgebung zu schaffen, die eine inklusive Schulpraxis ermöglicht,
in der Kinder mit verschiedenen Eignungen gemeinsam lernen, gefordert
werden und soziale Fähigkeiten erlernen können. Grundlage ist die
Haltung, dass alle Kinder wertgeschätzte Teile der Klassen- und
Schulgemeinschaft sind." Als weiteres Ziel sieht Timmons eine
stärkere Einbindung von Gemeinden und Kommunen an inklusiven
Entwicklungen, wofür finanzielle Ressourcen unabdingbar seien.

Gottfried Biewer, Professor am Institut für Bildungswissenschaft,
Heilpädagogik und inklusive Pädagogik, erläuterte, dass zwar ein
Paradigmenwechsel in der Lehrerausbildung stattfände, aber eine
ressourcenüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Wissenschafts- und
Sozialressorts und Schule notwendig sei, um die Pädagogen der Zukunft
auf inklusive Settings vorzubereiten. Es bestünde eine hohe
Dringlichkeit, keinen Unterschied mehr zwischen allgemeinen Lehrern
und Stützlehrern zu machen.

Ein weiterer Experte für Schulinklusion aus Südtirol, Dario Ianes
von der Fakultät für Bildungswissenschaften in Bozen zeigte auf, wie
die Schule dem Konzept der Inklusion gerecht werden kann. Er fordert
eine Umwandlung der gesamten Schule in ein inklusives System, in dem
auch Angehörige und Gemeinden miteinbezogen werden: "Kompetenz muss
jedenfalls allen Lehrern bereits in der Grundausbildung vermittelt
werden und der Grundsatz sei, inklusive Lehrmethoden durch alle
Lehrenden zu etablieren."

Nach lebenslangen gemeinsamen inklusiven Bildungsmöglichkeiten
sehnt sich auch Elisabeth Kopetzky, Selbstvertreterin der
Lebenshilfe: "Jeder einzelne Mensch soll mit seinen Fähigkeiten
willkommen sein!" Friederike Pospischil, Vizepräsidentin der
Lebenshilfe Niederösterreich, unterstrich die Bedeutung gemeinsamer
Lernerfahrungen. "Ich durfte persönlich Erfahrungen in inklusiven
Ausbildungen mit Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung
sammeln, die für mich eine Bereicherung für alle Beteiligten
darstellen." Das Ziel muss laut Pospischil sein: "Weg von
Defizitorientierung hin zu Fähigkeiten und Möglichkeiten aller
Schüler. Inklusiver Unterricht bedeutet, dass Kinder mit und ohne
Beeinträchtigung gemeinsam in einer Klasse unterrichtet werden. Alle
Schülerinnen und Schüler werden nach ihren Bedürfnissen und in ihrer
Individualität gefördert. Ein inklusives Schulsystem verzichtet auf
die Trennung zwischen Regel- und Sonderschule. Die inklusive Schule,
die für alle Schüler und Schülerinnen offen steht, ist die Schule der
Zukunft."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LBH

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