- 15.07.2014, 11:24:43
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Umweltdachverband an Land Tirol: Natura 2000 verträgt keinen Kuhhandel - Isel und Zubringer sind zur Gänze auszuweisen!
- Kraftwerkspläne an der Isel mit Natura 2000 unvereinbar - Umweltdachverband fordert: Tamarisken-Studien offenlegen!
Utl.: - Kraftwerkspläne an der Isel mit Natura 2000 unvereinbar
- Umweltdachverband fordert: Tamarisken-Studien offenlegen! =
Wien (OTS) - Flussgebietssystem Isel samt Zubringer Tauernbach,
Kalserbach und Schwarzach nominieren!
Eines ist fix: Die Osttiroler Isel muss laut EU-Kommission bis
spätestens September 2014 als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen werden,
um diesen letzten großen frei fließenden und ökologisch
funktionsfähigen Gletscherfluss der Ost-Alpen in seiner Dynamik und
einen der wenigen verbliebenen, repräsentativen Lebensräume der
Deutschen Tamariske für zukünftige Generationen zu erhalten.
Allerdings herrscht derzeit im Land Tirol noch keine Einigung über
die genaue Gebietsabgrenzung. Aktuell in Diskussion: Anstelle eines
durchgängigen Schutzgebiets, welches sowohl den Hauptfluss als auch
seine Zubringer Tauernbach, Kalserbach und Schwarzach umfasst, wird
die Ausweisung einzelner, voneinander getrennter Flussabschnitte
angedacht - eine aus naturschutzfachlicher Sicht völlig inakzeptable
und unsachliche Option, die zudem den geplanten Kraftwerken im
Defereggental (Hopfgarten), am Tauernbach (Matrei) und an der Oberen
Isel (Virgen, Prägraten) die Hintertür öffnen soll. "Eine Stückelung
des zukünftigen Natura 2000-Gebiets wäre nicht nur EU-rechtswidrig,
sondern macht auch ökologisch wenig Sinn und wäre ein
naturschutzfachlicher Affront. Das Land Tirol darf sich von den
Bürgermeistern und ihren Kraftwerksplänen nicht über den Tisch ziehen
lassen. Um die wertvollen Lebensräume der Deutschen Tamariske im
gesamten Flussgebietssystem bzw. Schutzgebiet zu sichern, muss die
natürliche und ursprüngliche Flussdynamik des gesamten Flusssystems
sowie der unverkennbare Wildfluss- bzw. Wildbachcharakter bewahrt
werden. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn die Isel samt ihrer
Zubringer als durchgehendes Schutzgebiet deklariert wird, wie vom
Umweltdachverband in seinem Natura 2000 Verordnungsentwurf
postuliert", so Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des
Umweltdachverbandes.
UWD an Land Tirol: Verordnungsentwurf ernst nehmen und
umsetzen
Der Verordnungsentwurf, den der Umweltdachverband vor kurzem
gemeinsam mit dem Kuratorium Wald für das zukünftige Natura
2000-Gebiet erarbeitet hat, sieht im Detail vor, für das Natura
2000-Gebiet "Gletscherfluss Isel und Zubringer" die Flussabschnitte
der Isel in den Bereichen Lienz bis Matrei i. O. sowie im Virgental
bis zur Grenze des Natura 2000-Gebiets "AT3301000 Hohe Tauern, Tirol"
sowie den Tauernbach von der Einmündung in die Isel bei Matrei i. O.,
den Kalserbach und die Schwarzach von der Einmündung in die Isel bei
Huben bis zu den Grenzen des Natura 2000-Gebiets "AT3301000 Hohe
Tauern, Tirol" auszuweisen. Es ist nun an der zuständigen
Naturschutzlandesrätin und LH-Stv. Ingrid Felipe, diesen Entwurf
offiziell in Kraft zu setzen.
Bürgermeister Köll & Co. müssen Tamarisken-Studie offenlegen
Wenn es nach den Bürgermeistern des Planungsverbandes 34 und der
Tiroler Landesregierung geht, soll die vom Planungsverband 34 an
Gregory Egger in Auftrag gegebene Studie betreffend das Vorkommen der
Deutschen Tamariske im Einzugsgebiet der Isel in Osttirol weiterhin
nicht offen gelegt werden. Eine bereits vor Monaten erfolgte Anfrage
des Umweltdachverbandes und weiterer engagierter UmweltschützerInnen
nach dem Tiroler Umweltinformationsgesetz wurde mit dem Verweis auf
"Material, das gerade vervollständigt wird" abgelehnt. Die Causa ist
gerade vor dem Landesverwaltungsgericht Tirol anhängig, Ende Juli
soll in einer öffentlichen mündlichen Verhandlung eine Entscheidung
herbeigeführt werden. "Aus meiner Sicht ist ganz klar, dass die
naturschutzfachliche Studie fertig gestellt ist. Wie hätte diese
ansonsten Frau LH-Stv. Felipe vorgestellt werden können? Die aus
Geldern der SteuerzahlerInnen finanzierte Studie muss endlich offen
auf den Tisch gelegt werden, um einen auf Augenhöhe geführten
Beteiligungsprozess zu ermöglichen", betont Heilingbrunner.
"Wir appellieren an das Land Tirol, die Kraftwerkspläne an der Isel
endgültig zu stoppen und ein attraktives, durchgehendes Schutzgebiet
zu schaffen, das den Erhalt der Lebensraumtypen von europäischer
Bedeutung und damit die Umsetzung von Natura 2000 nachhaltig
sicherstellt. Nicht zuletzt garantiert Natura 2000 an der Isel auch
die Intaktheit dieses vielbesuchten Lebensraumes und damit weitere
regionale Wertschöpfung", so Heilingbrunner.
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