Umweltdachverband an Land Tirol: Natura 2000 verträgt keinen Kuhhandel - Isel und Zubringer sind zur Gänze auszuweisen!

- Kraftwerkspläne an der Isel mit Natura 2000 unvereinbar - Umweltdachverband fordert: Tamarisken-Studien offenlegen!

Wien (OTS) - Flussgebietssystem Isel samt Zubringer Tauernbach, Kalserbach und Schwarzach nominieren!

Eines ist fix: Die Osttiroler Isel muss laut EU-Kommission bis spätestens September 2014 als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen werden, um diesen letzten großen frei fließenden und ökologisch funktionsfähigen Gletscherfluss der Ost-Alpen in seiner Dynamik und einen der wenigen verbliebenen, repräsentativen Lebensräume der Deutschen Tamariske für zukünftige Generationen zu erhalten. Allerdings herrscht derzeit im Land Tirol noch keine Einigung über die genaue Gebietsabgrenzung. Aktuell in Diskussion: Anstelle eines durchgängigen Schutzgebiets, welches sowohl den Hauptfluss als auch seine Zubringer Tauernbach, Kalserbach und Schwarzach umfasst, wird die Ausweisung einzelner, voneinander getrennter Flussabschnitte angedacht - eine aus naturschutzfachlicher Sicht völlig inakzeptable und unsachliche Option, die zudem den geplanten Kraftwerken im Defereggental (Hopfgarten), am Tauernbach (Matrei) und an der Oberen Isel (Virgen, Prägraten) die Hintertür öffnen soll. "Eine Stückelung des zukünftigen Natura 2000-Gebiets wäre nicht nur EU-rechtswidrig, sondern macht auch ökologisch wenig Sinn und wäre ein naturschutzfachlicher Affront. Das Land Tirol darf sich von den Bürgermeistern und ihren Kraftwerksplänen nicht über den Tisch ziehen lassen. Um die wertvollen Lebensräume der Deutschen Tamariske im gesamten Flussgebietssystem bzw. Schutzgebiet zu sichern, muss die natürliche und ursprüngliche Flussdynamik des gesamten Flusssystems sowie der unverkennbare Wildfluss- bzw. Wildbachcharakter bewahrt werden. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn die Isel samt ihrer Zubringer als durchgehendes Schutzgebiet deklariert wird, wie vom Umweltdachverband in seinem Natura 2000 Verordnungsentwurf postuliert", so Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

UWD an Land Tirol: Verordnungsentwurf ernst nehmen und umsetzen

Der Verordnungsentwurf, den der Umweltdachverband vor kurzem gemeinsam mit dem Kuratorium Wald für das zukünftige Natura 2000-Gebiet erarbeitet hat, sieht im Detail vor, für das Natura 2000-Gebiet "Gletscherfluss Isel und Zubringer" die Flussabschnitte der Isel in den Bereichen Lienz bis Matrei i. O. sowie im Virgental bis zur Grenze des Natura 2000-Gebiets "AT3301000 Hohe Tauern, Tirol" sowie den Tauernbach von der Einmündung in die Isel bei Matrei i. O., den Kalserbach und die Schwarzach von der Einmündung in die Isel bei Huben bis zu den Grenzen des Natura 2000-Gebiets "AT3301000 Hohe Tauern, Tirol" auszuweisen. Es ist nun an der zuständigen Naturschutzlandesrätin und LH-Stv. Ingrid Felipe, diesen Entwurf offiziell in Kraft zu setzen.

Bürgermeister Köll & Co. müssen Tamarisken-Studie offenlegen

Wenn es nach den Bürgermeistern des Planungsverbandes 34 und der Tiroler Landesregierung geht, soll die vom Planungsverband 34 an Gregory Egger in Auftrag gegebene Studie betreffend das Vorkommen der Deutschen Tamariske im Einzugsgebiet der Isel in Osttirol weiterhin nicht offen gelegt werden. Eine bereits vor Monaten erfolgte Anfrage des Umweltdachverbandes und weiterer engagierter UmweltschützerInnen nach dem Tiroler Umweltinformationsgesetz wurde mit dem Verweis auf "Material, das gerade vervollständigt wird" abgelehnt. Die Causa ist gerade vor dem Landesverwaltungsgericht Tirol anhängig, Ende Juli soll in einer öffentlichen mündlichen Verhandlung eine Entscheidung herbeigeführt werden. "Aus meiner Sicht ist ganz klar, dass die naturschutzfachliche Studie fertig gestellt ist. Wie hätte diese ansonsten Frau LH-Stv. Felipe vorgestellt werden können? Die aus Geldern der SteuerzahlerInnen finanzierte Studie muss endlich offen auf den Tisch gelegt werden, um einen auf Augenhöhe geführten Beteiligungsprozess zu ermöglichen", betont Heilingbrunner.

"Wir appellieren an das Land Tirol, die Kraftwerkspläne an der Isel endgültig zu stoppen und ein attraktives, durchgehendes Schutzgebiet zu schaffen, das den Erhalt der Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung und damit die Umsetzung von Natura 2000 nachhaltig sicherstellt. Nicht zuletzt garantiert Natura 2000 an der Isel auch die Intaktheit dieses vielbesuchten Lebensraumes und damit weitere regionale Wertschöpfung", so Heilingbrunner.

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