• 11.07.2014, 08:44:18
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OeNB-Schleppende Konjunkturerholung in Österreich

Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom Juli 2014

Utl.: Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom Juli 2014 =

Wien (OTS) - Die Erholung der heimischen Wirtschaft verläuft aufgrund
außenwirtschaftlicher Unsicherheiten und einer geringen Dynamik der
Binnenkonjunktur nach wie vor schleppend. Gemäß den Ergebnissen des
OeNB-Konjunkturindikators wird die österreichische Wirtschaft im
zweiten und dritten Quartal 2014 um jeweils +0,4 % gegenüber dem
Vorquartal wachsen. Damit bleiben die Wachstumsraten knapp unter dem
langjährigen Durchschnitt und deutlich niedriger als in vergangenen
Aufschwungsphasen. Im Vergleich zur letzten Veröffentlichung des
OeNB-Konjunkturindikators im März wurde die Prognose für das zweite
Quartal 2014 um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert. Die
Prognoserisiken sind mehrheitlich nach unten gerichtet.

Der Start in das Jahr 2014 fiel für die österreichische Wirtschaft
verhalten aus. Mit einem Wachstum von +0,2 % im ersten Quartal blieb
das Wirtschaftswachstum unter den Erwartungen. Gegenüber dem vierten
Quartal 2013 hat die Konjunktur sogar etwas an Schwung verloren. Zur
Jahresmitte 2014 haben sich die Wachstumsaussichten nur wenig
aufgehellt. Dies ist nicht zuletzt auf das schwierige
außenwirtschaftliche Umfeld zurückzuführen.

Die österreichische Exportwirtschaft sieht sich weiterhin mit
ungewissen Absatzchancen konfrontiert. Die in Folge geopolitischer
Risikofaktoren zunehmende Unsicherheit hat auf wichtige europäische
Konjunkturindikatoren zuletzt dämpfend gewirkt. So liegen sowohl der
Einkaufsmanagerindex für Europa als auch der ifo-index für die
deutsche Wirtschaft nur mehr knapp über ihren langfristigen
Durchschnittswerten. Die Ergebnisse des auf Fahrleistungsdaten der
ASFINAG beruhenden OeNB-Exportindikators sowie die Entwicklung der
Auslandsaufträge lassen zwar auf einen intakten Wachstumstrend, aber
auf kein weiteres Anziehen der Exportkonjunktur schließen.

In Folge ist auch die aktuelle Investitionsbereitschaft der
heimischen Unternehmen gering. Die konjunkturreagiblen
Ausrüstungsinvestitionen gingen im ersten Quartal sogar zurück. Im
weiteren Jahresverlauf sollten sie aufgrund notwendiger
Ersatzinvestitionen jedoch wieder zunehmen. Die Wohnbauinvestitionen
profitieren von günstigen Finanzierungsbedingungen, steigenden
Immobilienpreisen und hohem Wohnraumbedarf. Nach drei Jahren mit
negativen Wachstumsbeiträgen sollten ab der Jahresmitte auch vom
Lageraufbau wieder positive Konjunkturimpulse ausgehen.

Der private Konsum entwickelt sich seit mehreren Quartalen trotz
guten Beschäftigungswachstums sehr verhalten. Aktuell werden nur im
vergleichsweise schlechter bezahlten Dienstleistungssektor
zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, während in der Industrie
Arbeitsplätze verlorengehen. In den kommenden Monaten sollten
steigende Reallöhne aber die Haushaltseinkommen stützen, wodurch sich
für die privaten Haushalte der Spielraum für eine Erhöhung ihrer
Konsumausgaben verbessert.

Die nächste Veröffentlichung des OeNB-Konjunkturindikators ist für
September 2014 vorgesehen.

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