- 02.07.2014, 12:35:09
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Schatz zu Praktika: "Das Problem löst sich nicht von selbst"
Grüne Anträge zur Verbesserung von Praktika heute im Sozialausschuss
Utl.: Grüne Anträge zur Verbesserung von Praktika heute im
Sozialausschuss =
Wien (OTS) - "Wir brauchen dringend klare gesetzliche Regelungen für
Praktika, denn die Zahl der freiwilligen und verpflichtenden Praktika
steigt und steigt. Trotzdem gibt es seit Jahren keine klaren
gesetzlichen Rahmenbedingungen diesbezüglich. Das schafft regelmäßig
große Probleme für die betroffenen jungen Menschen, aber auch für
jene Unternehmen und Organisationen, die PraktikantInnen aufnehmen",
sagt die ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, Birgit Schatz.
"Eine von den Grünen angeregte Enquete des Sozialministeriums zur
"Generation Praktikum" im November 2013 zeigte ein wachsendes
Problembewusstsein bei den politischen AkteurInnen. Dennoch sind
danach keine konkreten Ergebnisse erfolgt, welche die rechtliche
Situation von PraktikantInnen verbessert haben. Seit der Abschaffung
der Volontariate im öffentlichen Dienst 2012, hat sich von
Regierungsseite nichts getan. Das Problem löst sich aber nicht von
selbst sondern wird noch verschärft. Gerade jetzt, da die Situation
am Arbeitsmarkt besonders für Junge angespannt ist, besteht
dringender Handlungsbedarf um der wachsenden Prekarisierung der
Situation für junge Menschen entgegenzusteuern," meint Schatz.
"Leider hat auch die Europäische Union, die in sie gesetzten
Erwartungen in Bezug auf den EU-Qualitätsrahmen für Praktika nicht
erfüllt. Angekündigte Regelungen beschränken sich auf eine sehr
kleine Zielgruppe. Für die österreichische Problematik bringt es
keinerlei Impulse und es werden nur freiwillige Praktika abgedeckt.
Die immer größer werdende Gruppe der Pflichtpraktika aber wird
ausgeklammert. Abseits davon bleibt es in der schriftlichen
Praktika-Vereinbarung wieder der individuellen Ausverhandlung
zwischen der PraktikantIn und der ArbeitgeberIn überlassen, welche
Form der Beschäftigung vereinbart wird. Arbeitsrechtlicher Schutz
sieht anders aus," sagt Schatz.
Der zweite Bereich neben den arbeitsrechtlichen Fragen betrifft die
Qualitätssicherung von Pflichtpraktika. "Hier wurde jahrelang
versäumt, zentrale Qualitätsmerkmale in den Studienplänen
festzuschreiben, aus denen sich PraktikantInnen als auch
Praktika-AnbieterInnen orientieren können. Es darf nicht dem Zufall
überlassen werden, ob das Ausbildungsziel erfüllt wird oder nicht,"
argumentiert Schatz.
Die Grünen setzen sich seit Jahren für die soziale Absicherung von
PraktikantInnen ein. Nach dem Grünen Vorschlag wären Praktika nur im
Rahmen der Ausbildung als Pflichtpraktika möglich. Dabei sollen
Pflichtpraktika analog wie bei der dualen Ausbildung in den
Lohntabellen der Kollektivverträge berücksichtigt werden. Die
Qualität der Pflichtpraktika kann durch die bessere Einbindung der
Hochschulen als auch durch die Festschreibung der Ausbildungsziele in
den Studienplänen gewährleistet werden. AbsolventInnen sollen mittels
Berufseinstiegsprogrammen unterstützt werden. All dies fordern die
Anträge der Grünen im heutigen Sozialausschuss.
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