Schatz zu Praktika: "Das Problem löst sich nicht von selbst"

Grüne Anträge zur Verbesserung von Praktika heute im Sozialausschuss

Wien (OTS) - "Wir brauchen dringend klare gesetzliche Regelungen für Praktika, denn die Zahl der freiwilligen und verpflichtenden Praktika steigt und steigt. Trotzdem gibt es seit Jahren keine klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen diesbezüglich. Das schafft regelmäßig große Probleme für die betroffenen jungen Menschen, aber auch für jene Unternehmen und Organisationen, die PraktikantInnen aufnehmen", sagt die ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, Birgit Schatz.

"Eine von den Grünen angeregte Enquete des Sozialministeriums zur "Generation Praktikum" im November 2013 zeigte ein wachsendes Problembewusstsein bei den politischen AkteurInnen. Dennoch sind danach keine konkreten Ergebnisse erfolgt, welche die rechtliche Situation von PraktikantInnen verbessert haben. Seit der Abschaffung der Volontariate im öffentlichen Dienst 2012, hat sich von Regierungsseite nichts getan. Das Problem löst sich aber nicht von selbst sondern wird noch verschärft. Gerade jetzt, da die Situation am Arbeitsmarkt besonders für Junge angespannt ist, besteht dringender Handlungsbedarf um der wachsenden Prekarisierung der Situation für junge Menschen entgegenzusteuern," meint Schatz.

"Leider hat auch die Europäische Union, die in sie gesetzten Erwartungen in Bezug auf den EU-Qualitätsrahmen für Praktika nicht erfüllt. Angekündigte Regelungen beschränken sich auf eine sehr kleine Zielgruppe. Für die österreichische Problematik bringt es keinerlei Impulse und es werden nur freiwillige Praktika abgedeckt. Die immer größer werdende Gruppe der Pflichtpraktika aber wird ausgeklammert. Abseits davon bleibt es in der schriftlichen Praktika-Vereinbarung wieder der individuellen Ausverhandlung zwischen der PraktikantIn und der ArbeitgeberIn überlassen, welche Form der Beschäftigung vereinbart wird. Arbeitsrechtlicher Schutz sieht anders aus," sagt Schatz.

Der zweite Bereich neben den arbeitsrechtlichen Fragen betrifft die Qualitätssicherung von Pflichtpraktika. "Hier wurde jahrelang versäumt, zentrale Qualitätsmerkmale in den Studienplänen festzuschreiben, aus denen sich PraktikantInnen als auch Praktika-AnbieterInnen orientieren können. Es darf nicht dem Zufall überlassen werden, ob das Ausbildungsziel erfüllt wird oder nicht," argumentiert Schatz.

Die Grünen setzen sich seit Jahren für die soziale Absicherung von PraktikantInnen ein. Nach dem Grünen Vorschlag wären Praktika nur im Rahmen der Ausbildung als Pflichtpraktika möglich. Dabei sollen Pflichtpraktika analog wie bei der dualen Ausbildung in den Lohntabellen der Kollektivverträge berücksichtigt werden. Die Qualität der Pflichtpraktika kann durch die bessere Einbindung der Hochschulen als auch durch die Festschreibung der Ausbildungsziele in den Studienplänen gewährleistet werden. AbsolventInnen sollen mittels Berufseinstiegsprogrammen unterstützt werden. All dies fordern die Anträge der Grünen im heutigen Sozialausschuss.

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