Schennach präsentiert in Straßburg kinderfreundliche Gerichtsbarkeit

"Auf der einen Seite gibt es keine Arbeit für die Jugendlichen in Europa, auf der anderen Seite sind alarmierend viele Jugendliche in Haft"

Wien (OTS/SK) - In seinem heute in Straßburg zur Abstimmung vorliegenden Bericht betreffend einer kinderfreundlichen Jugendgerichtsbarkeit, positioniert sich SPÖ-Bundesrat Stefan Schennach bereits im Titel "Von der Rhetorik zur Realität" eindeutig als Kritiker der gegenwärtigen Umstände in den Mitgliedsstaaten des Europarats. "Ziel muss sein, dass die Jugendgerichtsbarkeit komplett in eigenen Jugendgerichtshöfen von der normalen Gerichtsbarkeit getrennt wird, ebenso im Vollzug, dass die Haftstrafe nur als das allerletzte Mittel angesehen werden kann und dass vorher alle Formen von Diversionsprogrammen greifen müssen", so Schennach, der in Europa auf die Einhaltung des Mindestalters für Strafmündigkeit pocht. ****

"Wir müssen im Sinne der Rechte der Kinder und vor dem Hintergrund spezifischer Probleme der Sozialisation verstärkt Alternativen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen erarbeiten, die durchaus die Balance zwischen dem Schutz der Gesellschaft als auch den besten Interessen des Kindes bzw. Jugendlichen dienen", so Schennach. Er appelliert eindringlich, dass vor dem Hintergrund von Sparbudgets nicht im Bereich der Jugendgerichtsbarkeit gespart werden darf und Therapieprogramme gestrichen werden, sondern im Gegenteil, sowohl die Prävention als auch die nachgeordnete Betreuung ausgebaut werden muss. "Die Jugendgerichtsbarkeit muss als vorrangiges Ziel haben, alles zu unternehmen, um einen jungen Menschen zu helfen, sich in die Gesellschaft wieder einzugliedern, eine psychosoziale Nachreifung zu ermöglichen und eine berufliche Ausbildung zu erhalten. "Auch muss die Sprache in Gerichtsverhandlungen der zunehmenden Multikulturalität der Gesellschaft Rechnung tragen", schließt Schennach. (Schluss)sc

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