DER STANDARD-Kommentar: "Nastrovje!" von Andreas Schnauder

(Ausgabe ET 27.6.2014)

Wien (OTS) - Der ÖIAG_- und damit ihren Leitbetrieben Telekom Austria, OMV und Post - schwimmen die Felle davon. Das Debakel, in das die von der staatlichen Holding kontrollierte AUA unter konsequentem Wegschauen des Eigentümers einst trudelte, setzt sich munter fort. Und wieder macht der Finanzminister als politisch Verantwortlicher keine Anstalten, die Reißleine zu ziehen.

Um was es geht? Einmal um die Telekom Austria, die in Bulgarien 400 Millionen Euro in den Sand gesetzt hat. Nachdem der Konzern seit Jahren Raubbau am Eigenkapital betrieben hatte - teils auch wegen hoher Dividendenforderungen der Republik - kann das neuerliche Loch nicht aus eigener Kraft gestopft werden. Es bleibt somit wohl dem Neo-Partner aus Mexiko, der Telekom auf die Sprünge zu helfen. Fazit:
Erst wurde der Betrieb abgewirtschaftet, nun überlässt man den Scherbenhaufen America Movil.

Dann wären da die jüngsten Gerüchte um einen Einstieg der Gasprom bei der OMV. Nach der innigen South-Stream-Partnerschaft spricht viel dafür, dass an den Spekulationen etwas dran ist. Und dass Abu Dhabi den Rückzug aus ihrer österreichischen Beteiligung plant, pfeifen die Spatzen schon länger von den Dächern.

Sollte es tatsächlich so weit kommen, müsste die ÖIAG_ einen neuen Syndikatsvertrag schließen. Jene Staatsholding also, an deren Aufsichtsratsspitze seit gestern Putin-Versteher Siegfried Wolf steht. Nastrovje!

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