- 25.06.2014, 17:35:42
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LH Kaiser bei EU-Kommissar Andor: Gemeinsam gegen Jugendarbeitslosigkeit
Diskussion über "Lehre mit Matura" und grenzüberschreitende Lehrlingsausbildung - Hochrangige Gäste bei Kärnten-Empfang heute Abend
Utl.: Diskussion über "Lehre mit Matura" und grenzüberschreitende
Lehrlingsausbildung - Hochrangige Gäste bei Kärnten-Empfang
heute Abend =
Klagenfurt (OTS/LPD) - EU-Referent Landeshauptmann Peter Kaiser
befindet sich in Brüssel, wo er heute, Mittwoch, für Kärnten wichtige
Themen an höchster Stelle aufs Tapet bringen konnte. Er traf mit
László Andor, dem EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und
Integration, zusammen und erörterte mit ihm vor allem Maßnahmen gegen
die Jugendarbeitslosigkeit. Dabei stellte Kaiser dem Kommissar auch
das erfolgreiche Kärntner Projekt "Lehre mit Matura" vor.
Teilgenommen hat der Landeshauptmann an der 107. Plenartagung des
Ausschuss der Regionen (AdR), der in diesem Rahmen sein 20-jähriges
Bestehen feierte. Gestern, Dienstag, folgte Kaiser der Einladung von
Österreichs Botschafter in Belgien, Karl Schramek, zu einem
Abendempfang. Heute am Abend ist Kärnten Gastgeber eines Empfanges im
Verbindungsbüro, zu dem hochrangige Persönlichkeiten erwartet werden.
Kaiser und EU-Kommissar Andor waren sich einig, dass die
Jugendarbeitslosigkeit, die in manchen EU-Ländern über 50 Prozent
beträgt, eines der Hauptprobleme der europäischen Sozialpolitik ist.
Sie führten darüber ein sehr intensives und auch konstruktives
Gespräch. Der Landeshauptmann präsentierte kurz die duale Ausbildung
und die "Lehre mit Matura" als einen möglichen Lösungsansatz und
ersuchte Andor dabei zu helfen, dieses Kärntner Erfolgsmodell auf
internationale Stufe zu heben. "Unser Ziel ist es, dass die
Ausbildungszeiten im Rahmen der 'Lehre mit Matura' auch in anderen
Staaten voll anerkannt werden. Zudem hoffen wir auf finanzielle
Unterstützung der EU bei einer grenzüberschreitenden Durchführung des
Modells", erläuterte Kaiser. Das in Kärnten im Schuljahr 2005/06
gestartete Projekt "Lehre mit Matura" ermöglicht es
Fachberufsschülern, während ihrer Lehrzeit innerhalb von vier Jahren
den Maturabschluss nachzuholen und sich so zusätzliche Qualifikation
anzueignen. 454 Mädchen und Burschen haben die Lehre mit Matura
seither erfolgreich absolviert, knapp 1.000 nehmen aktuell teil.
Der Landeshauptmann möchte zudem den Lehrlingsaustausch mit
europäischen Ländern forcieren und die Jugend verstärkt auf die
Möglichkeiten aufmerksam machen, die ihnen das EU-Förderprogramm
Erasmus+ bietet. Weitere Schlüsselaktionen seien für ihn
Austauschprogramme für Ausbildende sowie die transnationale
Zusammenarbeit zwischen Berufsbildungseinrichtungen und der
regionalen Wirtschaft. "Es wird auch nötig sein, die
Berufsbildungssysteme an die branchenspezifischen Bedürfnisse des
Arbeitsmarktes anzupassen. Dies würde die Wettbewerbsfähigkeit
entsprechend erhöhen", meinte Kaiser. Im Gespräch mit Andor ging er
auch auf die rund sechs Milliarden Euro ein, die seitens der EU in
der Periode 2014-20 zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit
aufgebracht werden. "Es wäre aber viel mehr möglich, wenn man nur
daran denkt, dass jährlich rund eine Billion Euro an Steuern in
Europa nicht geleistet werden. Deshalb brauchen wir dringend die
Finanztransaktionssteuer bzw. Vermögensbesteuerung", betonte der
Landeshauptmann.
In der Plenartagung des AdR, dem der Landeshauptmann als Mitglied
angehört, standen eine integrierte europäische Städteagenda,
Mobilität und Umwelt in der Stadt, die künftige EU-Politik in Justiz
und Inneres, ein europäisches Netz der Arbeitsvermittlungen oder eine
EU-Strategie zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit auf der Tagesordnung.
Zudem wurden vom AdR der Präsident, der erste Vizepräsident und
weitere Präsidiumsmitglieder gewählt. Für Kaiser von besonderer
Bedeutung war der Tagesordnungspunkt zur EU-Strategie für den
adriatisch-ionischen Raum. Er sieht enormes Potential in den
transnationalen Kooperationsprogrammen im Rahmen der sogenannten
Makroregionen.
Der Kärnten-Empfang im von Martina Rattinger geleiteten
Verbindungsbüro findet heute am Abend statt. Erwartet werden
zahlreiche Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft,
Kultur und Medien, viele Gäste kommen aus den österreichischen und
deutschen Bundesländern. Unter ihnen werden u.a. Österreich
EU-Kommissar Johannes Hahn, Südtirols Landeshauptmann Arno
Kompatscher, der frühere Salzburger Landeshauptmann Franz
Schausberger, Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden und die Wiener
Landtagsabgeordnete Elisabeth Vitouch sein. "Wir wollen beim Empfang
Kärnten als sympathischen, innovativen und dynamischen Standort
präsentieren", erklärt der Landeshauptmann.
(Schluss)
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