• 25.06.2014, 12:31:32
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WKÖ-Wirtschaftsbarometer signalisiert Erholung nur im Schritttempo

Größte Konjunkturumfrage der gewerblichen Wirtschaft zeigt stärkere Umsätze, aber Zurückhaltung bei Investitionen - bessere Rahmenbedingungen für Standort Toppriorität

Utl.: Größte Konjunkturumfrage der gewerblichen Wirtschaft zeigt
stärkere Umsätze, aber Zurückhaltung bei Investitionen -
bessere Rahmenbedingungen für Standort Toppriorität =

Wien (OTS/PWK432) - "In der österreichischen Wirtschaft geht es
bergauf, das aber leider nur im Schritttempo. Von einem Aufschwung
kann 2014 keine Rede sein: Die Erholung fällt deutlich schwächer aus
als nach früheren Wachstumskrisen", fasst Christoph Schneider, Leiter
der Stabsabteilung Wirtschaftspolitik der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ), die Ergebnisse des Wirtschaftsbarometer Austria,
der größten Konjunkturbefragung der gewerblichen Wirtschaft,
zusammen. Dafür wurden in einer repräsentativen Umfrage im Mai 2014
die Erwartungen von mehr als 2.300 Betrieben im Hinblick auf die
Dynamik der Konjunktur in den kommenden 12 Monaten ermittelt. Die
Unternehmen erwarten demnach eine Verbesserung ihrer Umsätze und
insbesondere der Exporte. Das allgemeine Wirtschaftsklima wird jedoch
als schwächer eingeschätzt als noch in der Herbstumfrage und liegt
eindeutig im negativen Bereich. Die Erwartungen für die kommenden 12
Monate zeigen somit überwiegend eine Seitwärtsbewegung gegenüber
Herbst 2013 und liegen weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt.

"Der Mix aus negativem Wirtschaftsklima und schwacher Auftragslage
führt zu einer nur verhaltenen Investitionstätigkeit. In weiterer
Folge wollen die Unternehmen auch die Beschäftigung mehrheitlich nur
konstant halten, anstatt zusätzliche Beschäftigte einzustellen", so
Schneider. Im Vergleich der Größenklassen sind die mittleren
Unternehmen am optimistischsten, die kleinen Unternehmen besonders
vorsichtig.

Die klassische Muster der Erholung gelten nach wie vor: So
erwarten die Unternehmen für die kommenden 12 Monaten einen klaren
Anstieg der Exportumsätze, sodass auf gesamtwirtschaftlicher Ebene
mit einem zunehmenden Beitrag der Exporte zum Wachstum zu rechnen
ist. Die Investitionsabsichten bleiben indes deutlich hinter den
positiveren Umsatzerwartungen der Unternehmen zurück.

Aktuell geben 54 % der Unternehmen an, in den kommenden 12 Monaten
Ersatzinvestitionen tätigen zu wollen. Wichtiger für
Wirtschaftswachstum und Beschäftigung als reine Ersatzinvestitionen
sind jedoch kapazitätserweiternde Neuinvestitionen. In diesem Bereich
ist gegenüber der Herbstumfrage jedoch keine Dynamik zu verzeichnen:
30 % planen, in den kommen 12 Monaten Neuinvestitionen aufzuschieben
oder zu streichen und 19 % haben erst gar keine Neuinvestitionen
geplant.

Im Zuge der aktuellen Umfrage wurden die Unternehmen auch zu ihrer
Einschätzung zum Standort Österreich befragt. Ein Drittel der
Unternehmen bewertet den Standort Österreich als "gut", 4 % sogar als
"sehr gut". Weitere 39 % geben an, dass sie den Standort neutral
einschätzen, für immerhin ein Viertel ist er "weniger gut".
Unterschiede zeigen sich sowohl in der Untergliederung nach
Größenklassen als auch nach Sektoren. So schätzen mittlere und große
Unternehmen den Standort Österreich tendenziell etwas besser ein als
kleine Unternehmen. Dienstleistungsunternehmen bewerten den Standort
Österreich besser als Unternehmen aus dem produzierenden Bereich.

"Der Grundtenor unter den Betrieben ist eindeutig: Die
Rahmenbedingungen für den Standort Österreich müssen verbessert
werden, damit Unternehmen sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren
können", so Schneider. "Neue oder höhere Eigentumssteuern oder andere
zusätzliche Belastungen sind in dieser Hinsicht genau das Gegenteil
dessen, was die Betriebe wollen und brauchen, um wirtschaftlich
durchstarten zu können."

Entsprechend der Forderungen und Anliegen der österreichischen
Betriebe hat sich die Wirtschaftskammer vier interessenpolitische
Schwerpunkte gesetzt, die allesamt unter dem Motto "mehr Wachstum
braucht weitere Reformen und Zukunftsinvestitionen" stehen, konkret
eine Steuerreform mit Steuerentlastung, der Abbau von Bürokratie und
eine Entlastung für Unternehmen, die Sicherung bzw. den Ausbau der
Unternehmensfinanzierung und die Ausbildung von Fachkräften für die
Wirtschaft. (SR)

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