• 25.06.2014, 09:35:31
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Brustkrebs: Jede zweite Biopsie könnte vermieden werden

Wien (OTS) - Bei der Brustkrebs-Diagnose ist es eine der
schwierigsten Aufgaben, die gutartigen Knoten in der Brust von den
bösartigen Tumoren exakt zu unterscheiden und erfordert meist eine
Gewebeprobe (Biopsie). Mit Hilfe des kombinierten Einsatzes von
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Magnetresonanztomografie
(MRT) ist die Darstellung von Schlüsselprozessen der
Brustkrebsentstehung möglich - damit könnte jede zweite überflüssige
Brustbiopsie vermieden werden. Das ist das wichtigste Ergebnis einer
Studie an der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin in
Kooperation mit anderen Kliniken und Zentren der MedUni Wien.

Katja Pinker von der Universitätsklinik für Radiologie und
Nuklearmedizin der MedUni Wien konnte in dieser weltweit ersten
klinischen Studie zeigen, dass die multiparametrische
Positronen-Emissions-Tomographie (PET)/ Magnetresonanztomografie
(MRT), also der kombinierte Einsatz neuester bildgebender Verfahren
eine Sicherheit von 96 Prozent bei der Diagnose erreichen kann. Damit
können die Hälfte aller Brustbiopsien von gutartigen Knoten vermieden
werden.

"Fahndungserfolg" in der Radiologie

In der nun im Top-Magazin "Clinical Cancer Research" veröffentlichten
Studie wurde die Diagnose von Brusttumoren erstmals mit Hilfe einer
Kombination aus 3-Tesla- MRT und Fluordeoxyglucose (FDG) PET
durchgeführt. Bisher waren MRT und PET stets getrennt voneinander
eingesetzt worden. Durch die Kombination der beiden bildgebenden
Verfahren kann eine Vielzahl an unterschiedlichen Informationen über
Schlüsselprozesse der Brustkrebsentstehung gleichzeitig gewonnen
werden. Pinker: "Es ist wie bei der Fahndung nach einem Bösewicht. Je
mehr Informationen man hat, desto leichter kommt man ihm auf die
Spur."

In der aktuellen Studie wurde gezeigt, dass mittels dieser
multiparametrischen PET/MRT, eine nicht-invasive Diagnose von
Brusttumoren besser möglich ist: "Damit können wir leichter zwischen
gut- und bösartig unterscheiden und so die Falsch-Positiv-Rate
signifikant verringern."

Erstes PET-MR-Gerät an der MedUni Wien/AKH Wien

An der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der
MedUni Wien unter der Leitung von Christian Herold forscht man
derzeit weiter, um auch noch die fehlenden Prozentpunkte zur
zumindest nahezu hundertprozentigen Sicherheit bei der Unterscheidung
von gutartigen bösartigen zu finden. Dazu wird auch das am
(gestrigen) Dienstag vorgestellte PET-MR-Gerät am Allgemeinen
Krankenhaus der Stadt Wien (AKH) und MedUni Wien beitragen. Es ist
das erste in Österreich und kombiniert die Möglichkeiten beider
Verfahren, sodass gleichzeitig innere Strukturen sowie
Stoffwechselvorgänge dargestellt werden können.

5.400 ÖsterreicherInnen erkranken jährlich an Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau, fast jede
Dritte wird einmal in ihrem Leben damit konfrontiert. Österreichweit
erkrankten 2011 laut Statistik Austria rund 5.400 Frauen an
Brustkrebs, im selben Jahr starben rund 1.500 Frauen an dieser
Krebserkrankung.

Service: Clinical Cancer Research

"Improved Differentiation of Benign and Malignant Breast Tumors with
Multiparametric 18Fluorodeoxyglucose Positron Emission Tomography
Magnetic Resonance imaging: A Feasibility Study." Pinker K, Bogner W,
Baltzer P, Karanikas G, Magometschnigg H, Brader P, Gruber S, Bickel
H, Dubsky P, Bago-Horvath Z, Bartsch R, Weber M, Trattnig S, Helbich
TH.

Fünf Forschungscluster an der MedUni Wien

Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert, in
welchen in der Grundlagen- wie klinischen Forschung vermehrt
Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt werden. Die Forschungscluster
umfassen Krebsforschung/Onkologie, kardiovaskuläre Medizin,
medizinische Neurowissenschaften, Immunologie sowie medizinische
Bildgebung. Die vorliegende Arbeit fällt inhaltlich in den
Themenbereich von Onkologie und Bildgebung. Sie entstand in der
Abteilung Molekulare und Genderbildgebung an der Universitätsklinik
für Radiologie und Nuklearmedizin in Kooperation mit dem
Exzellenzzentrum Hochfeld-MR, der Universitätsklinik für Chirurgie,
Pathologie, Innere Medizin I (Klinische Onkologie) und dem
Comprehensive Cancer Center (CCC).

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