- 25.06.2014, 09:03:44
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KONSUMENT: Ethiktest Kaffee - acht Markenfirmen im Vergleich
Nach wie vor Defizite bei Transparenz, Umwelt- und Sozialpolitik
Utl.: Nach wie vor Defizite bei Transparenz, Umwelt- und
Sozialpolitik =
Wien (OTS/VKI) - Der Trend zu zertifiziertem Kaffee hat sich in
den vergangenen Jahren verstärkt. Dadurch soll sichergestellt werden,
dass bei der Rohstoffproduktion soziale und ökologische
Mindeststandards eingehalten werden. "Doch die realen Bedingungen im
Kaffeeanbau sind nach wie vor schlecht, viele Unternehmen lehnen eine
direkte Verantwortung für die Behebung der Missstände ab", berichtet
VKI-Experte Peter Blazek. Gemeinsam mit anderen
Verbraucherorganisationen hat der VKI acht bekannte Anbieter einem
umfangreichen Ethiktest unterzogen. Das Ergebnis: Viele Maßnahmen
sind zu wenig ambitioniert, u.a. bei der Einhaltung der
Arbeitnehmerrechte fehlt es an systematischen Kontrollen. Die beste
Gesamtbewertung im Test erzielten letztlich Illy und Nestlé. Am
unteren Ende der Skala steht das italienische Unternehmen Segafredo.
Alle Ergebnisse und weitere Informationen zum Thema gibt es unter
www.konsument.at sowie ab 26.6. in der Juliausgabe der Zeitschrift
KONSUMENT.
Platz eins und zwei für Illy und Nestlé
Das vergleichsweise kleine Familienunternehmen Illy schnitt im
aktuellen Test mit 73 von 100 Prozentpunkten insgesamt am besten ab.
Vor allem im Bereich Sozialpolitik verfügt Illy über einen
umfangreichen und länderspezifischen Zertifizierungs-Standard. "Was
allerdings fehlt, ist eine unabhängige Kontrolle", kritisiert Peter
Blazek vom VKI. "Auch der Umweltanspruch des Unternehmens beschränkt
sich auf das Erfüllen der gesetzlichen Norm."
Ökologisch engagiert zeigte sich demgegenüber der Schweizer Nestlé
Konzern - auch wenn sich das Unternehmen bislang auf einen internen
Zertifizierungsstandard beschränkt. Nestlé ist zudem das einzige
Unternehmen, das konsequent über seine Menschenrechts-Agenda
berichtet. In der Gesamtbewertung erhielt Nestlé dafür 64
Prozentpunkte und landete auf Platz zwei.
Defizite bei Lavazza und Segafredo
Weniger erfreulich ist das Ergebnis dagegen für Lavazza. Das
Turiner Familienunternehmen schneidet mit nur 28 Prozentpunkten
schlecht ab und landet auf dem vorletzten Platz. "Nicht nur die
Kontrollmaßnahmen des Unternehmens lassen zu wünschen übrig", erklärt
Peter Blazek, "derzeit hat Lavazza auch keinen zertifizierten Kaffee
im Angebot."
Die niedrigste Gesamtbewertung erzielte am Ende jedoch Segafredo.
Nur drei Prozentpunkte erreichte der italienische Anbieter im
aktuellen Ethiktest. In dem Unternehmen, das eigenen Angaben zufolge
in Brasilien die weltweit größte Kaffeeplantage besitzt, existiert de
facto keine formale Nachhaltigkeitspolitik.
SERVICE: Detaillierte Informationen zu allen geprüften Unternehmen
und weitere Ergebnisse des internationalen Ethiktests gibt es online
unter www.konsument.at und ab 26.06. in der Juliausgabe der
Zeitschrift KONSUMENT.
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