• 24.06.2014, 14:40:52
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Parlamentarische BürgerInneninitiative fordert "Arbeitszeit FAIRkürzen, Arbeit FAIRteilen"

Über 1.000 Unterschriften an NR-Präsidentin Maga. Barbara Prammer übergeben.

Utl.: Über 1.000 Unterschriften an NR-Präsidentin Maga. Barbara
Prammer übergeben. =

Wien (OTS) - Die Unabhängigen GewerkschafterInnen haben heute ihre
BürgerInneninitiative für eine Arbeitszeitverkürzung eingereicht. In
der Initiative wird u.a. eine Verkürzung der täglichen
Normalarbeitszeit auf 7-Stunden sowie eine deutliche Verteuerung von
Überstunden gefordert. "Österreich ist bei der Länge der
Arbeitszeiten EU-weit bereits traurige Spitze. Vollzeitbeschäftigte
ArbeitnehmerInnen arbeiten durchschnittlich 41,7 Stunden/Woche.
Gleichzeitig boomt Teilzeit und steigt die Arbeitslosigkeit
krisenbedingt dramatisch. Wir brauchen keine weitere Ausweitung von
Arbeitszeiten, wir brauchen Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich
um Arbeit und damit Einkommen, Chancen und soziale Absicherung
gerechter zu verteilen. Darum unsere Initiative," so Koza im Rahmen
des heute stattfindenden Pressegesprächs.

Zwt.: Arbeitszeitverkürzung um bezahlte und unbezahlte Arbeit
gerechter zu verteilen

Für Klaudia Paiha, Bundessprecherin der Alternativen, Grünen und
Unabhängigen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) braucht es insbesondere
eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit um die traditionelle,
geschlechterspezifische Aufteilung von bezahlter und unbezahlter
Arbeit aufzubrechen: "Unabhängig davon, ob Frauen erwerbstätig sind
oder nicht - sie leisten über 60 Prozent der unbezahlten Hausarbeit.
Längere tägliche Arbeitszeiten - wie etwa bei einem
12-Stunden-Arbeitstag bei Gleitzeit - drohen die traditionelle
Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern noch zu verfestigen. Wer
Gleichstellung zwischen den Geschlechtern will, muss für kürzere
tägliche Erwerbsarbeitszeiten sorgen."

Zwt.: Arbeitszeitverkürzung gegen Prekarisierung

Beate Neunteufel-Zechner, Betriebsratsvorsitzende der Unabhängigen
GewerkschafterInnen im öffentlichen Dienst (UGöD) fordert
Arbeitszeitverkürzung zur Eindämmung atypischer, vielfach prekärer
Beschäftigungsverhältnisse: "Immer mehr ArbeitnehmerInnen - auch gut
qualifizierte - werden in Geringfügigkeit und Teilzeit gedrängt, mit
Einkommen von denen sie nicht leben können. Über eine umfassende
Arbeitszeitverkürzung wäre eine gerechtere Verteilung von Arbeit
zwischen jenen, die zu viel und jenen, die zu wenig haben, möglich."

Zwt.: Lange Arbeitszeiten gefährden die Gesundheit

Univ.-Prof. Dr. Jörg Flecker, Unterstützer der Initiative, betont
die negativen gesundheitlichen Auswirkungen langer Arbeitszeiten. "Ab
der siebten, achten Stunde steigt das Unfallrisiko. Lange
Arbeitszeiten machen vielfach krank. Eine Arbeitszeitverkürzung würde
dem entgegenwirken." Flecker betonte zusätzlich die Wichtigkeit des
vollen Lohnausgleichs: "Lohnkürzungen im Rahmen einer
Arbeitszeitverkürzung würden die Nachfrage reduzieren und das Leben
noch weniger leistbar machen. Eine Arbeitszeitverkürzung muss daher
mit vollem Lohnausgleich erfolgen."

Zwt.: Jetzt unterzeichnen - für Arbeitszeitverkürzung, gegen
12-Stunden bei Gleitzeit

In den nächsten Tagen wird die BürgerInneninitiative auf der
Parlamentshomepage online gestellt und kann ab diesem Zeitpunkt
elektronisch unterzeichnet werden. Mit Einreichen der
BürgerInneninitiative muss sich der Nationalrat in seinen Ausschüssen
nun mit dem Thema Arbeitszeitverkürzung befassen.

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