• 24.06.2014, 14:24:02
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SOS-Kinderdorf: Hermann Gmeiner Preis 2014 geht nach Nepal und Paraguay

Wien/Innsbruck (OTS) - Am 23. Juni 2014 wäre SOS-Kinderdorf-Gründer
Hermann Gmeiner 95 Jahre alt geworden. Genau an dem Tag wurden die
zwei Gewinner des diesjährigen Hermann-Gmeiner-Preises gekürt: der
Architekt Christian Deepak (39) aus Nepal, der im SOS-Kinderdorf
Jorpati/Kathmandu aufgewachsen ist, und die 24 jährige Studentin Maya
Dahl aus Indien, die im SOS-Kinderdorf Bhubaneswar ihr Zuhause hatte.

Der Hermann Gmeiner Preis wird alle zwei Jahre an Menschen
vergeben, die in ihrer Kindheit von SOS-Kinderdorf unterstützt wurden
und heute inspirierende Vorbilder der Gesellschaft sind. "Wir möchten
den beiden herzlich zur Auszeichnung gratulieren", freuen sich
Siddhartha Kaul, Präsident von SOS-Kinderdorf International und
Helmut Kutin, Präsident der Hermann Gmeiner Akademie, mit den zwei
Preisträgern: "Beide teilen ihre Leidenschaft, für bedürftige Kinder
da zu sein. Maya setzt sich engagiert für deren Bildung ein, Deepak
für Barrierefreiheit - und beide haben sich nie davon abbringen
lassen".

Erstmals wurde der Preis heuer im Finale nicht durch eine Jury,
sondern mittels Online-Voting ermittelt. Fast 90.000 Stimmen aus
aller Welt sind eingegangen. Bis zuletzt spannend war es bei den
männlichen Finalisten Deepak aus Nepal und Cirilo aus Paraguay. Lange
lag Cirilo vorne. Die Fangemeinde in Nepal gab aber nicht auf. Ganze
Schulklassen wurden mobilisiert, um Stimmen für Deepak zu sammeln.
Als in den letzten zwei Tagen Nepals bekanntester Rockstar Amrit
Gurung und BBC Journalist Rabindra Mishra auf ihrer Facebook Seite
dazu aufriefen, für Deepak zu stimmen, wendete sich das Blatt.

Beide Preisträger werden im Oktober 2014 zur offiziellen
Preisvergabe nach Innsbruck kommen. Dann werden auch die zwei
Präsidenten ihnen persönlich ihre Bewunderung aussprechen und ihnen
das Preisgeld von jeweils 5.000 Euro übergeben. Die Mittel stammen
aus den Zinsen einer Stiftung, die von der Stifterin zweckgewidmet
für den Hermann Gmeiner Preis eingerichtet wurde.

Maya Dhal, 24, Indien

Maya kam mit 4 Monaten, nach dem Tod ihrer Eltern, ins
SOS-Kinderdorf Bhubaneswar/Indien und fand dort ihr neues Zuhause.
Heute unterstützt sie arme Kinder, "damit sie Bildung erhalten,
selbständig sind, ihren Familien helfen können und für die Menschen
in der Gesellschaft eine Unterstützung sein können". Maya
unterrichtet Schulabbrecher/innen in den Slums und hilft ihnen,
wieder die Schule zu besuchen. In ihrer Zeit als Studentin verwendete
Maya ihr eigenes Taschengeld dafür, Bücher und Unterrichtsmaterialien
für die Kinder zu kaufen. Abseits dieses Engagements und die
Auszeichnung dafür freut sich Maya über ihre Ernennung als Management
Trainee in einem angesehenen Hotel- und Kongresszentrum. Sie wurde
aus 800 Studierenden ausgewählt.

Deepak, 39, Nepal

Deepak sitzt im Rollstuhl, so lange er denken kann. Mit neun
Jahren kam er ins SOS-Kinderdorf Jorpati, das erste SOS-Kinderdorf in
Asien, das Kinder mit Behinderungen betreut. "Obwohl wir alle
körperliche Einschränkungen hatten, war unsere Kindheit nicht anders
als die normaler Kinder", sagt Deepak. Heute ist Deepak stolz darauf,
der erste Rollstuhlfahrer Nepals mit Abschluss in Architektur und
Ingenieurwesen zu sein. "In einer Universität ohne Rampen oder
rollstuhlgerechte Toilette war das Studium jeden Tag auch ein
physischer und psychischer Kampf." Als selbständiger Architekt hat
Deepak stark dazu beigetragen, dass sich die Rollstuhlzugänglichkeit
in Nepal verbessert hat. 2012 erarbeitete er mit einem Gremium
Richtlinien für Barrierefreiheit für die nepalesische Regierung.
Letztes Jahr wurde er als einer der Juroren des Berkeley 2013
Undergraduate-Preis für Architektur-Design Excellence gewählt. Deepak
war immer eine aktive Person. Vor ein paar Jahren hat er einen
international anerkannten Tischtennisverband für Menschen mit
körperlicher Behinderung gegründet. Wenn er zwischen seiner Arbeit
als Architekt und Freiwilliger in Organisationen für Menschen mit
Behinderung noch etwas Zeit findet, fährt er gerne mit seinem
Vierrad-Scooter auf ausgedehnte Ausflüge.

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