- 24.06.2014, 10:05:09
- /
- OTS0054 OTW0054
Standortqualität ist für Österreichs Wirtschaft entscheidend
Ergebnisse der Direktinvestitionsbefragung der OeNB zum Jahreswechsel 2012/2013
Utl.: Ergebnisse der Direktinvestitionsbefragung der OeNB zum
Jahreswechsel 2012/2013 =
Wien (OTS) - Österreichische Unternehmen, die unter ausländischer
Kontrolle stehen, gewinnen für die inländische Wirtschaft zunehmend
an Bedeutung und sind ihrerseits bedeutende Investoren im Ausland.
Sie stehen bereits für rund 40 % des im Ausland investierten Kapitals
und erwirtschaften mehr als 60 % des bilanziellen Jahresertrags
(Bilanzgewinn ohne Vorträge, nach Dotation bzw. Auflösung von
Rücklagen) der österreichischen Auslandstöchter. Gleichzeitig
beschäftigen sie fast die Hälfte der Arbeitnehmer in ausländischen
Tochterunternehmen. Diese Fakten untermauern, dass die Sicherung der
Standortqualität für Österreichs künftige Wirtschaftsentwicklung von
entscheidender Bedeutung ist. Der Zufluss ausländischer
Direktinvestitionen wurde durch die Wirtschaftskrise zwar deutlich
gebremst, beschleunigte sich 2012 jedoch wieder spürbar. Umgekehrt
hat die Region Mittel- Ost- und Südosteuropa als Ziel
österreichischer Auslandsbeteiligungen vorerst an Attraktivität
verloren.
"Die Bedeutung der Standortqualität Österreichs für internationale
Niederlassungen und regionale Firmenzentralen lässt sich anhand der
aktuellen Direktinvestitionsstatistik gut demonstrieren", eröffnete
Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), eine gemeinsame
Presseveranstaltung mit der UN Welthandels- und
Entwicklungs-konferenz (UNCTAD) in der OeNB, in deren Rahmen der
"World Investment Report 2014" vorgestellt wurde.
Ein wachsender Teil des Engagements österreichischer
Direktinvestoren wird durch ausländische Konzerne mit Sitz in
Österreich gesteuert. Für den Jahresbeginn 2013 weist die Statistik
der OeNB 1.361 in Österreich ansässige Investoren aus, von denen ein
Drittel selbst unter ausländischer Kontrolle steht. Von 5.162
gemeldeten Auslandsbeteiligungen im Wert von 158,5 Mrd EUR sind
diesen Unternehmen 1.613 Beteiligungen (31 %) mit einem Marktwert von
60 Mrd EUR (38 %) zuzurechnen. Diese Beteiligungen sind
überdurchschnittlich groß, denn von insgesamt 785.000 Beschäftigten
im Ausland entfallen 47 % auf Tochtergesellschaften ausländischer
Konzerne, die ihre Auslandsbeteiligungen über österreichische
Holding-gesellschaften verwalten.
Noch deutlicher wird die Dominanz dieser internationalen
"Brückenköpfe" angesichts der Ertragssituation: 60 % des gesamten
bilanziellen Jahresertrags (nach Dotation bzw. Auflösung von
Rücklagen) oder 5,4 Mrd EUR entfielen auf diese Unternehmen.
"Insgesamt bestätigt dieses Bild, dass die Sicherung der
Standortqualität für die künftige Wirtschaftsentwicklung Österreichs
von entscheidender Bedeutung ist", so Turner.
Das passive Direktinvestitionsgeschehen Österreichs zeigte sich
jüngst wieder deutlich lebhafter: Zum Jahresende 2012 erreichte der
Beteiligungsstand in Österreich 124,5 Mrd EUR und wuchs daher stärker
als es allein durch die Zuflüsse des Jahres 2012 (3 Mrd EUR) zu
erwarten gewesen wäre. "Damit scheint eine ausgeprägte Phase der
Stagnation, die Österreichs passive Direktinvestitionen während der
vergangenen Krisenjahre geprägt hatte, ein Ende zu finden",
erläuterte Turner. Zwischen 2007 und 2011 war der passive
Direktinvestitionsbestand lediglich von 110 Mrd EUR auf 118 Mrd EUR
gestiegen. Ende 2012 waren 3.069 Ausländer an 2.768 inländischen
Unternehmen beteiligt, die - gewichtet nach Kapitalanteil - 252.000
Personen beschäftigten.
Die Wirtschaftskrise hat auch die regionale Struktur der
österreichischen Direktinvestitionen im Ausland beeinflusst. Das
Zielgebiet Mittel-, Ost- und Südosteuropa hat vorerst an
Attraktivität verloren. Beim investierten Kapital ist der Anteil von
50 % auf 42 % gesunken, bei der Auslandsbeschäftigung ging der Anteil
von mehr als 70 % auf 65 % zurück. Dennoch kann nicht davon
gesprochen werden, dass sich die Investoren aus dieser Region
zurückziehen.
Jeweils mehr als zehn zusätzliche Beteiligungen registrierte die OeNB
2012 in Deutschland, Polen, Rumänien, Bulgarien und China, während
die Anzahl der Auslandstöchter in Tschechien, der Slowakei und
Mazedonien gesunken ist.
Eine Zunahme der Beschäftigung konnte im Vereinigten Königreich,
Polen und der Tschechischen Republik (je +5.000), in den Vereinigten
Staaten (+3.000) und der Türkei (+2.000) verzeichnet werden.
Weitere statistische Informationen unter statistik.oenb.at und
dieaktuellezahl.oenb.at.
Rückfragehinweis
Statistik Hotline
Tel.: +43-1-404 20-5555
[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ONB






