Zukunft des Standortes Österreich: Reformen endlich umsetzen, nicht nur darüber reden

Podiumsdiskussion mit Spitzenmanagern zum Standort Österreich und Präsentation der Publikation "Schwerpunkt Außenwirtschaft 2013/2014"

Wien (OTS/PWK414) - Wie steht es um den Wirtschaftsstandort Österreich? Welche Faktoren sind für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes maßgeblich? Ralf Kronberger, Leiter der Abteilung Finanz- und Handelspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, und Ernest Gnan, Leiter der Abteilung für volkswirtschaftliche Analysen in der Oesterreichischen Nationalbank, haben 17 ManagerInnen großer österreichischer, international agierender Unternehmen dazu interviewt und fassen die Ergebnisse in der aktuellen Publikation "Schwerpunkt Außenwirtschaft" von OeNB und WKÖ zusammen.

Ein wichtiges Fazit: Österreichs exportorientierte Unternehmen kompensieren die vergleichsweise hohen Produktionskosten durch Spezialisierung und hohe Produkt- beziehungsweise Dienstleistungsqualität. Um diese halten zu können, bedarf es jedoch nachhaltiger Maßnahmen im Steuer- und Bildungssystem, aber auch Reformen in der Verwaltung.

"Der Handlungsbedarf ist jetzt gegeben", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl. "Man fragt sich: Muss es uns erst schlecht gehen, damit wir das Richtige tun?", so Leitl im Rahmen einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde aus Wirtschaftsexperten und CEOs im Rahmen der Buchpräsentation. "Österreich ist nach wie vor gut unterwegs, weil die Leistungsträger des Landes das Gefährt Wirtschaftsstandort mit noch mehr Kraft ziehen, während die Politik jedoch die Handbremse anzieht".

Allein das Entwickeln diverser Strategien nützt nichts, wenn sie nicht umgesetzt werden, waren sich die Teilnehmer einig. "Wir haben alle Empfehlungen auf dem Tisch, doch es braucht auch ein Commitment zur Umsetzung", meinte etwa Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Technologies Austria, mit Verweis auf die FTI-Strategie der österreichischen Bundesregierung. "Doch wenn es an der Umsetzungsdynamik mangelt, wird es zu einer Diskussion über die Rolle des Staates kommen müssen".

Günther Apfalter, Präsident von Magna International, betonte, dass diverse Standort-Rankings nur den Status Quo widergeben, nicht jedoch in die Zukunft blicken. "Für zukünftigen Erfolg muss sich der Wirtschaftsstandort Österreich USPs im globalen Wettbewerb schaffen, die internationale Headquarter anziehen". Dazu gehörten Verlässlichkeit, Rechts- und Steuersicherheit, sodass für Unternehmen eine nachhaltige Planung möglich ist.

RZB-Chef Walter Rothensteiner sieht die hohe Steuerquote als Gefahr für den Wirtschaftsstandort Österreich. "Die hohe Abgabenbelastung und branchenspezifische Steuern wie die Bankensteuer belasten die Wettbewerbsfähigkeit. Im Gegensatz etwa zu Industrieunternehmen haben Banken nicht die Möglichkeit, ihre Produktionsstandorte zu verlegen".

Ob sich ein Konzern für ein Land als Standort entscheidet, habe weniger mit Rankings als mit subjektiven Wahrnehmungen zu tun, betonte Norbert Zimmermann, Hauptaktionär und stellvertretender Aufsichtsratschef der Berndorf Industrieholding AG sowie Aufsichtsratsvorsitzender von Schoeller-Bleckmann. "Mit unseren Unternehmen hat Österreich einen tollen Imagefaktor. Diese geben mit ihren Leistungen eine Visitenkarte für unser Land ab."

"Auf den Zustand der österreichischen Wirtschaft kann man stolz sein", betonte Wifo-Chef Karl Aiginger. Doch in die Zukunft blickend, müssten dringend anstehende Reformen in den Bereichen Innovation, aber auch Bildung und Verwaltung angegangen werden, "sonst droht uns ein Rückfall ins Mittelfeld", sagte Aiginger. Dann würde der österreichische Wirtschaftsstandort seine Top-Position in Europa verlieren und Jahr für Jahr im Wachstum zurückfallen. "Ich bin jedoch immer noch optimistisch, dass dies nicht passieren muss", so Aiginger.

Leitl: "Ziele, Strategien, Umsetzung - so funktioniert das in der Wirtschaft, und so sollte das auch in der Politik funktionieren". (PM)

Weitere Informationen zur Publikation "Schwerpunkt Außenwirtschaft" und Downloadmöglichkeit unter www.wko.at/schwerpunktaussenwirtschaft

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