- 18.06.2014, 16:36:17
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Zukunft des Standortes Österreich: Reformen endlich umsetzen, nicht nur darüber reden
Podiumsdiskussion mit Spitzenmanagern zum Standort Österreich und Präsentation der Publikation "Schwerpunkt Außenwirtschaft 2013/2014"
Utl.: Podiumsdiskussion mit Spitzenmanagern zum Standort Österreich
und Präsentation der Publikation "Schwerpunkt Außenwirtschaft
2013/2014" =
Wien (OTS/PWK414) - Wie steht es um den Wirtschaftsstandort
Österreich? Welche Faktoren sind für die Wettbewerbsfähigkeit unseres
Landes maßgeblich? Ralf Kronberger, Leiter der Abteilung Finanz- und
Handelspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, und Ernest Gnan,
Leiter der Abteilung für volkswirtschaftliche Analysen in der
Oesterreichischen Nationalbank, haben 17 ManagerInnen großer
österreichischer, international agierender Unternehmen dazu
interviewt und fassen die Ergebnisse in der aktuellen Publikation
"Schwerpunkt Außenwirtschaft" von OeNB und WKÖ zusammen.
Ein wichtiges Fazit: Österreichs exportorientierte Unternehmen
kompensieren die vergleichsweise hohen Produktionskosten durch
Spezialisierung und hohe Produkt- beziehungsweise
Dienstleistungsqualität. Um diese halten zu können, bedarf es jedoch
nachhaltiger Maßnahmen im Steuer- und Bildungssystem, aber auch
Reformen in der Verwaltung.
"Der Handlungsbedarf ist jetzt gegeben", betonte WKÖ-Präsident
Christoph Leitl. "Man fragt sich: Muss es uns erst schlecht gehen,
damit wir das Richtige tun?", so Leitl im Rahmen einer hochkarätig
besetzten Diskussionsrunde aus Wirtschaftsexperten und CEOs im
Rahmen der Buchpräsentation. "Österreich ist nach wie vor gut
unterwegs, weil die Leistungsträger des Landes das Gefährt
Wirtschaftsstandort mit noch mehr Kraft ziehen, während die Politik
jedoch die Handbremse anzieht".
Allein das Entwickeln diverser Strategien nützt nichts, wenn sie
nicht umgesetzt werden, waren sich die Teilnehmer einig. "Wir haben
alle Empfehlungen auf dem Tisch, doch es braucht auch ein Commitment
zur Umsetzung", meinte etwa Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende
von Infineon Technologies Austria, mit Verweis auf die FTI-Strategie
der österreichischen Bundesregierung. "Doch wenn es an der
Umsetzungsdynamik mangelt, wird es zu einer Diskussion über die Rolle
des Staates kommen müssen".
Günther Apfalter, Präsident von Magna International, betonte, dass
diverse Standort-Rankings nur den Status Quo widergeben, nicht jedoch
in die Zukunft blicken. "Für zukünftigen Erfolg muss sich der
Wirtschaftsstandort Österreich USPs im globalen Wettbewerb schaffen,
die internationale Headquarter anziehen". Dazu gehörten
Verlässlichkeit, Rechts- und Steuersicherheit, sodass für Unternehmen
eine nachhaltige Planung möglich ist.
RZB-Chef Walter Rothensteiner sieht die hohe Steuerquote als
Gefahr für den Wirtschaftsstandort Österreich. "Die hohe
Abgabenbelastung und branchenspezifische Steuern wie die Bankensteuer
belasten die Wettbewerbsfähigkeit. Im Gegensatz etwa zu
Industrieunternehmen haben Banken nicht die Möglichkeit, ihre
Produktionsstandorte zu verlegen".
Ob sich ein Konzern für ein Land als Standort entscheidet, habe
weniger mit Rankings als mit subjektiven Wahrnehmungen zu tun,
betonte Norbert Zimmermann, Hauptaktionär und stellvertretender
Aufsichtsratschef der Berndorf Industrieholding AG sowie
Aufsichtsratsvorsitzender von Schoeller-Bleckmann. "Mit unseren
Unternehmen hat Österreich einen tollen Imagefaktor. Diese geben mit
ihren Leistungen eine Visitenkarte für unser Land ab."
"Auf den Zustand der österreichischen Wirtschaft kann man stolz
sein", betonte Wifo-Chef Karl Aiginger. Doch in die Zukunft blickend,
müssten dringend anstehende Reformen in den Bereichen Innovation,
aber auch Bildung und Verwaltung angegangen werden, "sonst droht uns
ein Rückfall ins Mittelfeld", sagte Aiginger. Dann würde der
österreichische Wirtschaftsstandort seine Top-Position in Europa
verlieren und Jahr für Jahr im Wachstum zurückfallen. "Ich bin jedoch
immer noch optimistisch, dass dies nicht passieren muss", so
Aiginger.
Leitl: "Ziele, Strategien, Umsetzung - so funktioniert das in der
Wirtschaft, und so sollte das auch in der Politik funktionieren".
(PM)
Weitere Informationen zur Publikation "Schwerpunkt Außenwirtschaft"
und Downloadmöglichkeit unter www.wko.at/schwerpunktaussenwirtschaft
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