Hilfswerk Austria International zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni

HWA-Geschäftsführerin Heidi Burkhart: "Wir dürfen uns vom Ausmaß der Gewalt und Zerstörung nicht überwältigen lassen!"

Wien (OTS) - Weltweit sind Schätzungen der UNO zu Folge mehr als 40 Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Zerstörung, wobei der überwiegende Teil (33,3 Millionen Menschen) innerhalb ihrer eigenen Landesgrenzen nicht mehr sicher ist. Besonders betroffen ist Syrien, das mittlerweile Afghanistan als die weltweit am wenigste friedliche Nation überholt hat.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfswerk Austria International sind in nahezu allen Projekten mit den Folgen von Krieg und Vertreibung konfrontiert. "Die größte Not durch humanitäre Hilfe zu lindern, durch langfristige Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung wieder Hoffnung auf einen Neubeginn machen und damit den Mut anzuerkennen, aktiv an einer besseren Zukunft im eigenen Land mitzuwirken, ist ein ganz wesentlicher Teil unserer Arbeit", sagt Heidi Burkhart, Geschäftsführerin von Hilfswerk Austria International. "Wir alle fühlen uns von schrecklichen Bildern, die das unermessliche Leid von Kindern auf der Flucht zeigen, manchmal überwältigt. Was kann man da überhaupt noch machen? Kann ich als einzelne Person denn wirklich helfen? Solche Fragen verstehe ich sehr gut. Aber aus meiner langjährigen Tätigkeit weiß: Es geht! Gerade, wenn alles aussichtslos erscheint."

Ganz besonders gilt das für die Hilfe für Kinder, die auf ihrer Flucht vor Gewalt und Naturkatastrophen - wie zuletzt vor den verheerenden Überschwemmungen am Balkan - ihr Dach über dem Kopf und vor allem das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit verloren haben. Unterstützung aus Österreich bewirkt, dass Mädchen und Buben in einem Kriegs- und Krisengebiet wieder Mut fassen können. Dank der Aufmerksamkeit kommt jemand, der dem Kind zu essen gibt, der es im Arm hält, der seine Sorgen und Ängste ernst nimmt und den Eltern das nötige Werkzeug in die Hand gibt, um selbst mit den bescheidensten Dingen für die Familien zu sorgen.

Zum Beispiel Hilfe für...

Flüchtlingskinder aus Syrien: Mindestens die Hälfte der Vertriebenen sind Kinder, die etwa im benachbarten Libanon in überfüllten Behausungen vor sich hin leiden. Sie sind hungrig, bekommen kaum medizinische Versorgung, gehen nicht zur Schule, müssen sich vor Menschenhändlern verstecken, haben niemanden, mit dem sie über die Kriegsgräuel in der verlorenen Heimat reden können. Dank Ihrer Spende stehen wir traumatisierten Flüchtlingskindern bei. In unserem Kinder-und Jugendzentrum in Beirut/Libanon sind sie in Sicherheit. Sie können spielen, lernen und erfahren, dass ihr Leben wertvoll ist. Professionelle Betreuer/innen begleiten traumatisierte Kinder behutsam ein Stück auf ihrem Weg und lindern ihre seelischen Schmerzen.

Kinder in Bosnien-Herzegowina: Nach dem Hochwasser im Mai sind unsere Mitarbeiter/innen dort im Dauereinsatz. Wir helfen mit Babynahrung und Windeln. Jetzt ist es wichtig, dass wir den Wiederaufbau unterstützen, zerstörte Schulen und Häuser herrichten und den Menschen Saatgut und landwirtschaftliche Geräte zur Selbstversorgung zur Verfügung stellen.
Das 13-köpfige Team um die langjährige HWA-Direktorin Suzana Jasarevic leistet unermüdlichen Einsatz für seine Landsleute. Seit 1995 wurden 91 Projekte durchgeführt. Zehntausende Menschen haben vom Wiederaufbau, dem sozialen Wohnbau und den Re-Integrationsprojekten für Minderheiten unmittelbar profitiert. Es wurden 3.800 Häuser für mehr als 15.000 Familien wiederaufgebaut, sechs Gebäude mit 56 Wohnungen für Soziales Wohnen sowie zwei Tageszentren für Kinder mit besonderen Bedürfnissen errichtet. Darüber hinaus wurden hunderte Kilometer Wasserleitungen verlegt, die Dörfer mit Strom versorgt, Straßen ausgebaut und 76 fixe Arbeitsplätze geschaffen. Besonderen Stellenwert haben die vielen kleineren Aktionen, wie etwa therapeutische Reitgruppen und die Versorgung von Kindern mit Schulsachen.

Tausende kleine Kinder auf den Philippinen, die noch immer unter den Folgen der Taifun-Katastrophe leiden und deren Eltern alles verloren haben. In einem ersten Schritt hat Hilfswerk Austria International eine Grundschule auf der Insel Leyte wieder aufgebaut. Vor kurzem konnte der Schulbetrieb aufgenommen werden, der mehr als 600 Kindern wieder einen geregelten Tagesablauf ermöglicht. Derzeit werden Häuser für Familien auf der Insel Cebu errichtet, die aus ihren Dörfern weg mussten und auf einen Neuanfang hoffen.

Flüchtlingskinder in Kolumbien: Aus den Schlagzeilen sind die Folgen des jahrzehntelangen, blutigen Konflikts zwischen paramilitärischen Einheiten und Rebellen in Kolumbien verschwunden. Das Leid der Bevölkerung bleibt. Söhne und Töchter wurden von Kriminellen zum bewaffneten Kampf gezwungen, körperlich und seelisch misshandelt. Schon Zehnjährige mussten sich monatelang im Busch verstecken, wo sie kaum Essbares fanden. Hilfswerk Austria International ist seit 15 Jahren in den gefährlichsten Regionen Kolumbiens aktiv. Aktuell werden weitere Projekte geplant. Wir halfen bei der Wiederansiedlung, gaben Nutztiere, Samen und landwirtschaftliche Geräte, um ihre Kinder versorgen zu können. Derzeit laufen Friedensverhandlungen. Aussöhnung ist das Gebot der nächsten Jahre. Wir unterstützen die Menschen weiterhin dabei.

Kinder und Jugendliche in Libyen: Seit dem Frühjahr 2012 betreibt Hilfswerk Austria International auf Initiative und dank der Finanzierung der OMV in Tripolis das erste und bisher einzige Zentrum für traumatisierte Kinder und junge Erwachsene. Der Sturz von Muammar al-Gaddafi 2011 ging mit monatelanger Gewalt und Zerstörung einher. Zivilisten und junge Kämpfer können bis heute kaum offen über ihre Erlebnisse sprechen. Schwäche zeigen, seelische Verletzung oder psychische Krankheit - all das ist in Libyens patriarchalischer Gesellschaft tabu. Den zwölf lokalen und drei internationalen Mitarbeiter/innen des Libya Youth Center (LYC) ist es unter der Leitung der gebürtigen Vorarlbergerin Nina Borufka gelungen, bis jetzt etwa 600 Mädchen und Buben aus ihrer emotionalen Not herauszuhelfen. Sie malen, spielen Theater, singen, tanzen, basteln und werken unter professioneller Anleitung. Sie gewinnen Vertrauen und öffnen sich. Sie diskutieren über Demokratie und Frieden, über ihre Rolle in der Gesellschaft und bauen langsam wieder Selbstwertgefühl auf. Mädchen und Buben besuchen alle Kurse gemeinsam, es gibt aber auch Einzeltherapien. Das LYC bietet neben der psychosozialen Unterstützung auch einen Ort der Ruhe, wo die Kinder und Jugendlichen lernen können. Damit die Hilfe aus Österreich weite Kreise zieht, werden laufend Sozialarbeiter/innen ausgebildet, die das LYC-Programm z.B. in die Schulen tragen. Bisher wurden auf diese Weise zusätzlich mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche erreicht.

Bitte helfen Sie mit, damit wir so vielen Mädchen und Buben wie möglich in ihrer Not wieder Augenblicke der Freude schenken können, sie trösten und ihnen eine Unterkunft geben. Kinder auf der Flucht brauchen unseren Schutz!

Spendenkonto: Volksbank
Kennwort: "Kinder auf der Flucht"
IBAN: AT30 4300 0414 6917 9000
BIC: VBWIATW1

Rückfragen & Kontakt:

Hilfswerk Austria International
Mag. Nadine Zeiss
CSR & Kommunikation
Tel.: 01/40 57 500-14
nadine.zeiss@hwa.or.at
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