• 18.06.2014, 16:25:28
  • /
  • OTS0197 OTW0197

Hilfswerk Austria International zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni

HWA-Geschäftsführerin Heidi Burkhart: "Wir dürfen uns vom Ausmaß der Gewalt und Zerstörung nicht überwältigen lassen!"

Utl.: HWA-Geschäftsführerin Heidi Burkhart: "Wir dürfen uns vom
Ausmaß der Gewalt und Zerstörung nicht überwältigen lassen!" =

Wien (OTS) - Weltweit sind Schätzungen der UNO zu Folge mehr als 40
Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Zerstörung, wobei
der überwiegende Teil (33,3 Millionen Menschen) innerhalb ihrer
eigenen Landesgrenzen nicht mehr sicher ist. Besonders betroffen ist
Syrien, das mittlerweile Afghanistan als die weltweit am wenigste
friedliche Nation überholt hat.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfswerk Austria
International sind in nahezu allen Projekten mit den Folgen von Krieg
und Vertreibung konfrontiert. "Die größte Not durch humanitäre Hilfe
zu lindern, durch langfristige Zusammenarbeit mit der lokalen
Bevölkerung wieder Hoffnung auf einen Neubeginn machen und damit den
Mut anzuerkennen, aktiv an einer besseren Zukunft im eigenen Land
mitzuwirken, ist ein ganz wesentlicher Teil unserer Arbeit", sagt
Heidi Burkhart, Geschäftsführerin von Hilfswerk Austria
International. "Wir alle fühlen uns von schrecklichen Bildern, die
das unermessliche Leid von Kindern auf der Flucht zeigen, manchmal
überwältigt. Was kann man da überhaupt noch machen? Kann ich als
einzelne Person denn wirklich helfen? Solche Fragen verstehe ich sehr
gut. Aber aus meiner langjährigen Tätigkeit weiß: Es geht! Gerade,
wenn alles aussichtslos erscheint."

Ganz besonders gilt das für die Hilfe für Kinder, die auf ihrer
Flucht vor Gewalt und Naturkatastrophen - wie zuletzt vor den
verheerenden Überschwemmungen am Balkan - ihr Dach über dem Kopf und
vor allem das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit verloren haben.
Unterstützung aus Österreich bewirkt, dass Mädchen und Buben in einem
Kriegs- und Krisengebiet wieder Mut fassen können. Dank der
Aufmerksamkeit kommt jemand, der dem Kind zu essen gibt, der es im
Arm hält, der seine Sorgen und Ängste ernst nimmt und den Eltern das
nötige Werkzeug in die Hand gibt, um selbst mit den bescheidensten
Dingen für die Familien zu sorgen.

Zum Beispiel Hilfe für...

Flüchtlingskinder aus Syrien: Mindestens die Hälfte der Vertriebenen
sind Kinder, die etwa im benachbarten Libanon in überfüllten
Behausungen vor sich hin leiden. Sie sind hungrig, bekommen kaum
medizinische Versorgung, gehen nicht zur Schule, müssen sich vor
Menschenhändlern verstecken, haben niemanden, mit dem sie über die
Kriegsgräuel in der verlorenen Heimat reden können. Dank Ihrer Spende
stehen wir traumatisierten Flüchtlingskindern bei. In unserem
Kinder-und Jugendzentrum in Beirut/Libanon sind sie in Sicherheit.
Sie können spielen, lernen und erfahren, dass ihr Leben wertvoll ist.
Professionelle Betreuer/innen begleiten traumatisierte Kinder
behutsam ein Stück auf ihrem Weg und lindern ihre seelischen
Schmerzen.

Kinder in Bosnien-Herzegowina: Nach dem Hochwasser im Mai sind unsere
Mitarbeiter/innen dort im Dauereinsatz. Wir helfen mit Babynahrung
und Windeln. Jetzt ist es wichtig, dass wir den Wiederaufbau
unterstützen, zerstörte Schulen und Häuser herrichten und den
Menschen Saatgut und landwirtschaftliche Geräte zur Selbstversorgung
zur Verfügung stellen.
Das 13-köpfige Team um die langjährige HWA-Direktorin Suzana
Jasarevic leistet unermüdlichen Einsatz für seine Landsleute. Seit
1995 wurden 91 Projekte durchgeführt. Zehntausende Menschen haben vom
Wiederaufbau, dem sozialen Wohnbau und den Re-Integrationsprojekten
für Minderheiten unmittelbar profitiert. Es wurden 3.800 Häuser für
mehr als 15.000 Familien wiederaufgebaut, sechs Gebäude mit 56
Wohnungen für Soziales Wohnen sowie zwei Tageszentren für Kinder mit
besonderen Bedürfnissen errichtet. Darüber hinaus wurden hunderte
Kilometer Wasserleitungen verlegt, die Dörfer mit Strom versorgt,
Straßen ausgebaut und 76 fixe Arbeitsplätze geschaffen. Besonderen
Stellenwert haben die vielen kleineren Aktionen, wie etwa
therapeutische Reitgruppen und die Versorgung von Kindern mit
Schulsachen.

Tausende kleine Kinder auf den Philippinen, die noch immer unter den
Folgen der Taifun-Katastrophe leiden und deren Eltern alles verloren
haben. In einem ersten Schritt hat Hilfswerk Austria International
eine Grundschule auf der Insel Leyte wieder aufgebaut. Vor kurzem
konnte der Schulbetrieb aufgenommen werden, der mehr als 600 Kindern
wieder einen geregelten Tagesablauf ermöglicht. Derzeit werden Häuser
für Familien auf der Insel Cebu errichtet, die aus ihren Dörfern weg
mussten und auf einen Neuanfang hoffen.

Flüchtlingskinder in Kolumbien: Aus den Schlagzeilen sind die Folgen
des jahrzehntelangen, blutigen Konflikts zwischen paramilitärischen
Einheiten und Rebellen in Kolumbien verschwunden. Das Leid der
Bevölkerung bleibt. Söhne und Töchter wurden von Kriminellen zum
bewaffneten Kampf gezwungen, körperlich und seelisch misshandelt.
Schon Zehnjährige mussten sich monatelang im Busch verstecken, wo sie
kaum Essbares fanden. Hilfswerk Austria International ist seit 15
Jahren in den gefährlichsten Regionen Kolumbiens aktiv. Aktuell
werden weitere Projekte geplant. Wir halfen bei der Wiederansiedlung,
gaben Nutztiere, Samen und landwirtschaftliche Geräte, um ihre Kinder
versorgen zu können. Derzeit laufen Friedensverhandlungen. Aussöhnung
ist das Gebot der nächsten Jahre. Wir unterstützen die Menschen
weiterhin dabei.

Kinder und Jugendliche in Libyen: Seit dem Frühjahr 2012 betreibt
Hilfswerk Austria International auf Initiative und dank der
Finanzierung der OMV in Tripolis das erste und bisher einzige Zentrum
für traumatisierte Kinder und junge Erwachsene. Der Sturz von Muammar
al-Gaddafi 2011 ging mit monatelanger Gewalt und Zerstörung einher.
Zivilisten und junge Kämpfer können bis heute kaum offen über ihre
Erlebnisse sprechen. Schwäche zeigen, seelische Verletzung oder
psychische Krankheit - all das ist in Libyens patriarchalischer
Gesellschaft tabu. Den zwölf lokalen und drei internationalen
Mitarbeiter/innen des Libya Youth Center (LYC) ist es unter der
Leitung der gebürtigen Vorarlbergerin Nina Borufka gelungen, bis
jetzt etwa 600 Mädchen und Buben aus ihrer emotionalen Not
herauszuhelfen. Sie malen, spielen Theater, singen, tanzen, basteln
und werken unter professioneller Anleitung. Sie gewinnen Vertrauen
und öffnen sich. Sie diskutieren über Demokratie und Frieden, über
ihre Rolle in der Gesellschaft und bauen langsam wieder
Selbstwertgefühl auf. Mädchen und Buben besuchen alle Kurse
gemeinsam, es gibt aber auch Einzeltherapien. Das LYC bietet neben
der psychosozialen Unterstützung auch einen Ort der Ruhe, wo die
Kinder und Jugendlichen lernen können. Damit die Hilfe aus Österreich
weite Kreise zieht, werden laufend Sozialarbeiter/innen ausgebildet,
die das LYC-Programm z.B. in die Schulen tragen. Bisher wurden auf
diese Weise zusätzlich mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche
erreicht.

Bitte helfen Sie mit, damit wir so vielen Mädchen und Buben wie
möglich in ihrer Not wieder Augenblicke der Freude schenken können,
sie trösten und ihnen eine Unterkunft geben. Kinder auf der Flucht
brauchen unseren Schutz!

Spendenkonto: Volksbank
Kennwort: "Kinder auf der Flucht"
IBAN: AT30 4300 0414 6917 9000
BIC: VBWIATW1

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HLW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel