- 17.06.2014, 15:55:43
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Chemische Industrie sieht Wirtschaftsstandort Österreich in Gefahr
Forderung nach unternehmerfreundlicherer Politik und Strukturreformen für die Wirtschaft statt Bürokratie und Reformstau
Utl.: Forderung nach unternehmerfreundlicherer Politik und
Strukturreformen für die Wirtschaft statt Bürokratie und
Reformstau =
Wien (OTS/PWK410) - Die chemische Industrie Österreichs weist für das
Geschäftsjahr 2013 ein Minus in fast allen Bereichen auf, erklärten
Peter Untersperger, Obmann des Fachverbands der Chemischen Industrie
Österreichs (FCIO), und Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des
Fachverbands, heute bei der Jahrespressekonferenz des FCIO. Konkret
belief sich der Gesamtumsatz der chemischen Betriebe im Jahr 2013 auf
16,42 Mrd. Euro. Im Dezember 2013 waren 43.131 Mitarbeiter in den
Betrieben der chemischen Industrie Österreichs beschäftigt. Das
entspricht einem Rückgang von 1,3 % im Vergleich zum Vorjahr.
Steuerreform - dringend notwendig
Maßgeblich mitverantwortlich dafür seien die vorherrschenden
politischen Rahmenbedingungen. So ortet Untersperger einen massiven
Reformstau. Unter anderem sei eine Steuerreform dringend notwendig:
"Wir zahlen verdeckt die kalte Progression mit. Wir verhandeln
beispielsweise bei den KV-Abschlüssen intensiv um jedes Promille und
von 2,5 Prozent Lohnerhöhung, auf die wir uns jetzt zum Beispiel
geeinigt haben, geht dann knapp die Hälfte an den Finanzminister. Das
ist demotivierend für die Arbeitnehmer und eine Belastung für die
Unternehmen." Außerdem warnte der Obmann vor einer weiteren
Besteuerung des Betriebsvermögens. "Das wäre eine Substanzsteuer, die
den Standort nachhaltig schädigt. Es ist inakzeptabel, bereits
versteuertes Vermögen nochmals besteuern zu wollen."
Besorgniserregend geringe Investitionen
Neue Belastungen seien in jedem Fall der falsche Weg, betonte auch
Hofinger. Die Rahmenbedingungen seien in Österreich bereits schwierig
genug, was auch zu besorgniserregenden Entwicklungen bei den
Investitionen führe: In Österreich sanken die Investitionen im Jahr
2013 um 28,4 Prozent - während sich die Chemieinvestitionen weltweit
insgesamt erhöhten. In China habe sich das Investitionsvolumen seit
2006 beispielsweise verfünffacht. "Die Politik ist aufgefordert,
endlich zu reagieren und ein technologie- und
investitionsfreundlicheres Klima zu schaffen. Wenn die Unternehmen
nicht in Österreich investieren, fehlt mittel- bis langfristig die
Grundlage für erfolgreiches Wirtschaften hierzulande", so die
Geschäftsführerin. Spielraum sieht Hofinger genug, vor allem beim
Bürokratieabbau. "Allein die chemiespezifischen Vorschriften haben
sich in den letzten 20 Jahren auf 2000 versiebenfacht."
Auch der Start in das Jahr 2014 verlief für die chemische
Industrie Österreichs holprig. Während der Inlandsumsatz um 3,2
Prozent stieg, sank der Auslandsumsatz, der den Löwenanteil am Umsatz
der chemischen Industrie Österreichs darstellt, um 1,1 Prozent. Zum
Vergleich: Die deutsche chemische Industrie verzeichnete im ersten
Quartal 2014 ein Umsatzplus von 4,2 Prozent.
Die Aussichten für 2014 sind insgesamt verhalten positiv, da die
Marktsituation nach wie vor insgesamt unsicher ist. (KR)
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