Nationalrat - Bacher: Stabile Einkommen statt Kosteneinsparungen im Tourismus

Gegen ein Jahresarbeitszeitmodell per Gesetz - Überstunden sollen weiterhin ausbezahlt werden

Wien (OTS/SK) - Für ein stabiles Einkommen in allen Tourismusbranchen und somit gegen ein Jahresarbeitszeitmodell im Tourismus plädierte SPÖ-Abgeordneter Walter Bacher am Donnerstag im Nationalrat. "Tourismus ist nicht nur Gastronomie. Doch die derzeit unterbrochenen Kollektivvertrags-Verhandlungen im Hotel- und Gastgewerbe machen deutlich, dass es den Betrieben nicht um Ganzjahresarbeitsplätze geht, sondern hauptsächlich um Kostenoptimierung. Aus diesen Gründen ist ein Jahresarbeitszeitmodell per Gesetz abzulehnen." ****

Das Arbeitszeitgesetz biete schon derzeit die Möglichkeit einer ganzjährigen Durchrechnung über Kollektivvertrag. "Die Diskussionen um ein Jahreszeitmodell sind nicht neu und tauchen immer wieder in Kollektivvertragsverhandlungen auf", so Bacher. Er selbst sei als Verhandler für 15.000 Mitarbeiter der Österreichischen Seilbahnen tätig. Dieser Bereich stelle einen großen Teil des österreichischen Tourismus dar.

"Aus den Berichten des Arbeitsmarktservice geht hervor, dass die Betriebe die Möglichkeit der Saisondurchrechnung nur zur Kostenoptimierung wie zum Beispiel das Einsparen von Überstunden nützen. Dabei geht es also nicht darum, Ganzjahresarbeitsplätze zu schaffen", so Bacher. Es sei deshalb notwendig, die Sozialpartner in diese Diskussion miteinzubeziehen. Somit könne man die Interessen aller vertreten. Arbeitsrechtlich sei für Bacher aufgrund der immer kürzer werdenden Abstände zwischen den Saisonen nicht verständlich, warum es dann keine ganzjährige Beschäftigung der Mitarbeiter gäbe. "Hierbei spielen die beiden Faktoren Kosten und Statistik eine wichtige Rolle. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahresschnitt als Vollzeitäquivalent sieht in der Bilanz besser aus als wenn man die gesamte Mitarbeiteranzahl angeben muss." In der Praxis würden zudem bei einem Jahresarbeitszeitmodell keine Überstunden mehr anfallen und deshalb keine Zuschläge mehr ausbezahlt werden. "Das würde in allen Tourismusbranchen zu einer Einkommensverschlechterung führen und das werden wir nicht zulassen", betonte Bacher. Daher sei auch bei den Unternehmen ein Umdenken notwendig. (Schluss) bj/jr/mp

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0018