Armenischer Präsident zu Wirtschaftsgesprächen in der WKÖ

Bundespräsident Fischer und WKÖ-Präsident Leitl: Wirtschaftsforen fördern bilaterale Beziehungen auf wirtschaftlicher, politischer und kultureller Ebene.

Wien (OTS/PWK404) - Anlässlich des offiziellen Staatsbesuchs des Präsidenten der Republik Armenien Serzh A. Sargsyan in Österreich, fand heute in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Anwesenheit des armenischen Präsidenten, des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer sowie einer 30-köpfigen armenischen Wirtschaftsdelegation ein Armenien-Forum der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA statt. WKÖ-Präsident Christoph Leitl erklärte in seiner Eröffnungsrede, dass sich "obwohl der armenische Markt mit 3 Mio. Einwohnern relativ klein ist, besonders für österreichische klein-und mittelständische Unternehmen gute Chancen bieten." Vor allem die Sektoren Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, Informationstechnologie sowie Telekommunikation und erneuerbare Energien eröffnen österreichischen Unternehmen neue Möglichkeiten, ebenso wie die Bereiche Innovationen und Know-how Transfer in sämtlichen Industriesektoren.
Der Bedarf an Straßen und Hotels sowie die Entwicklung der Tourismus-und Skigebiete in Armenien bieten weitere Chancen für österreichische Firmen.

Bezugnehmend auf den bevorstehenden Beitritt Armeniens zur Eurasischen Union wies Leitl darauf hin, dass "es letztendlich langfristig das wirtschaftliche Ziel sein müsste, einen gemeinsamen Freihandelsraum von der Atlantikküste Europas bis nach Wladiwostok zu schaffen." Die Wirtschaft könne dabei das Instrument für Frieden und Stabilität in der gesamten Region sein. Bundespräsident Fischer betonte, dass "diese Art der Wirtschaftsforen, als Begegnungsort von Politik und Wirtschaft immer die Stärkung der wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und sozialen Beziehungen zwischen den teilnehmenden Staaten zur Folge haben." Armeniens Präsident Sargsyan bekräftigte Fischers Einschätzung zu diesen Treffen als "wichtige Plattform für den bilateralen Dialog." Den Beitritt seines Landes zur Eurasischen Union sieht Sargsyan auch positiv für die Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union: "Armenien ist jenes Land unter den GUS-Staaten mit den liberalsten Wirtschaftsbedingungen und somit künftig auch das ideale Sprungbrett für österreichische Unternehmen, um mit ihren Produkten und Dienstleistungen auch in die anderen Mitgliedsländer der Eurasischen Union zu kommen." Im Rahmen des Staatsbesuchs wurden auch mehrere Abkommen zur Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Armenien und Österreich unterzeichnet.

Die österreichischen Exporte nach Armenien verzeichneten einen erheblichen Einbruch während der letzten Finanzkrise. Nach dem Besuch des österreichischen Bundespräsidenten in Armenien im Jahr 2012 verbesserte sich die Situation wieder deutlich und die österreichischen Exporte legten um 32% auf fast 52 Mio. zu. 2013 stiegen die heimischen Ausfuhren nach Armenien um weitere 113% auf einen Rekordwert von 110,3 Mio. Euro. Die bedeutendsten österreichischen Exportwaren sind Edelmetalle, Pharmazeutika, Maschinen und Anlagen, Papier und Pappe, synthetische Fasern. Die wichtigsten Importprodukte aus Armenien sind Eisen, Buntmetalle, mechanische Geräte und Bekleidung.

Zu den erfolgreichen österreichischen Projekten in Armenien der letzten Jahre zählen unter anderem das Pilotprojekt "Seilbahn Tatev", die 2010 von der Firma Doppelmayr/Garaventa gebaut wurde und zum Tatev Kloster im Südosten Armeniens führt. Weiters die Sanierung der Ober- und Untermaschinerie des Armenischen Akademischen Opern- und Balletttheaters in Jerewan durch Waagner-Biro. 2013 wurde das erste armenische Stahlwerk in Betrieb genommen - das Engineering und die technischen Ausrüstungen wurden von Siemens VAI geliefert. (BS)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Außenwirtschaft-GUS
Dr. Heinz Walter
Tel.: (++43) 0590 900-4322
awo.gus@wko.at
http://wko.at/awo

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0005