- 12.06.2014, 13:14:30
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Europäische Gewerkschaften kritisieren Spardiktat: Länder in Abwärtsspirale gezwungen
industriAll Europe Tarif- und Sozialpolitische Konferenz in Wien: Stabile Tarifvertragssysteme sichern Beschäftigung
Utl.: industriAll Europe Tarif- und Sozialpolitische Konferenz in
Wien: Stabile Tarifvertragssysteme sichern Beschäftigung =
Wien (OTS/ÖGB) - Obwohl die Wirtschaftskrise die Beschäftigten in der
Industrie europaweit besonders hart getroffen hat, zeigt die
Konferenz, wie stabile Tarifvertragssysteme Gewerkschaften in die
Lage versetzt haben, Beschäftigung zu sichern und somit zu einer
funktionierenden Industrie beizutragen. Dies ist eine der
Kernbotschaften von Bart Samyn, dem stellvertretenden Generalsekretär
von industriAll Europe, auf der heutigen Tarif- und Sozialpolitischen
Konferenz in Wien. Über 200 hochrangige gewerkschaftliche
Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger kommen auf dieser
Konferenz zusammen, um die Folgen der Wirtschaftskrise und der
europäischen Anti-Krisen-Politik für Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer und die europäischen Tarifverhandlungssysteme zu
diskutieren. Die Konferenz wird aufzeigen, dass Tarifverträge eine
wichtige Säule der Arbeitsbeziehungen in Europa darstellen und damit
auch einen entscheidenden Beitrag zu einem sozialen Europa
leisten.++++
"Die unheilige Allianz aus Europäischer Kommission, EZB und IWF hat
eine verheehrende Sparpolitik in den Ländern vorangetrieben, die
sowieso schon am härtesten von der Krise getroffen waren. Anstatt
sich darauf zu konzentrieren, gute Arbeit und angemessene Löhne zu
fördern, um die Binnennachfrage zu stimulieren, wurden diese Länder
in eine Abwärtsspirale gezwungen, die zu Prekarität und Armut führt",
so Bart Samyn. "Die europäischen Gewerkschaften lehnen diese
anti-soziale Politik von Troika und Europäischer Kommission ab. Wir
fordern eine neue soziale Offensive für Europa."
"Unser Ziel ist eine Europäische Union mit guten Arbeitsbedingungen
für alle, für junge und ältere Menschen, für Frauen und Männer sowie
für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger genauso wie für Migrantinnen und
Migranten", stellt Manfred Anderle, Bundessekretär der PRO-GE
Österreich und Vorsitzender des Tarif- und Sozialpolitischen
Ausschusses von industriAll Europe, klar. "Europa braucht mehr
Solidarität und mehr Gerechtigkeit. Es ist unser Job als
Gewerkschaften, diese Solidarität zu organisieren. Darin haben wir
über 100 Jahre Erfahrung, und ich zweifle nicht daran, dass wir noch
viel erreichen können", fügt er hinzu.
Die wichtigsten Themen der Konferenz sind gesellschaftliche
Herausforderungen wie Jugendarbeitslosigkeit, demographischer Wandel,
prekäre Arbeit und Tarifbindung. Auch wird über gewerkschaftliche
Perspektiven zur Zukunft der Arbeit, basierend auf Solidarität und
Gerechtigkeit, diskutiert.
"Die Zukunft Europas sichern - jetzt Solidarität organisieren!" ist
der Titel der Resolution, die von der Konferenz verabschiedet wird.
Der Text steht ab 13.6.2014, 14:00 Uhr zur Verfügung unter
http://www.industriall-europe.eu/index.asp#bb.
IndustriAll European Trade Union vertritt 7,1 Mio. Beschäftigte der
Fertigungs-, Chemie-, Bergbau- und Energieindustrie auf europäischer
Ebene. PRO-GE ist die größte ArbeiterInnengewerkschaft Österreichs.
Sie vertritt 230.000 Beschäftigte und verhandelt über 140
Kollektivverträge in einer Vielzahl von Sektoren.
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