• 06.06.2014, 12:00:43
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WWF fordert neues Leben für Österreichs Flüsse

ORF-Show "Mutter Erde" präsentiert heute Beispielsprojekt für Flussrenaturierungen

Utl.: ORF-Show "Mutter Erde" präsentiert heute Beispielsprojekt für
Flussrenaturierungen =

Wien. (OTS) - Österreichs Flüsse sind sauber, aber nicht lebendig.
Das ist das Fazit des WWF. Durch die katastrophalen Schäden der
Hochwässer in Österreich in den letzten Jahren und heuer in
Südosteuropa wird deutlich, welche zerstörerische Kraft das Wasser
entfalten kann. "Intakte Flüsse mit ausreichend
Überschwemmungsgebieten sind wichtige Zutaten zu einer
Hochwasservorsorge im Einklang mit der Natur und bieten auch einer
großen Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum",
stellt WWF-Flussexperte Christoph Walder klar. Mit der Renaturierung
von Flüssen soll deshalb in ganz Österreich nicht nur neuer
Lebensraum für bedrohte Arten geschaffen sondern auch ein Beitrag zum
Hochwasserschutz geleistet werden. Positive Beispiele aus Österreich
wurden bereits an Lech, Traun und Drau umgesetzt. In der heute
Freitag stattfindenden ORF Show "Mutter Erde braucht dich" um 20.15
Uhr in ORF Eins werden positive Flussrenaturierungen am Beispiel des
Tiroler Inn vorgestellt. WWF-Ehrenpräsident Helmut Pechlaner und
WWF-Flussexperte Christoph Walder werden die Projekte in der Sendung
präsentieren.

Das Umdenken, dass unsere Flüsse wieder mehr Platz brauchen, hat auch
in Österreich bereits eingesetzt. "Damit unsere Gewässer wieder
lebendiger werden, brauchen wir ein bundesweites Schutzprogramm mit
hunderten Maßnahmen und ausreichenden Finanzmitteln", so Walder in
einem Appell an Bundes- und Landesregierungen.

In den vergangenen Jahrzehnten hat Österreich vor allem durch die
Errichtung von Wasserkraftwerken und andere Flussverbauungen rund
30.000 Kilometer Fließgewässer reguliert. Tausende Hektar
Überflutungsräume wurden dadurch vom Flussbett abgeschnitten. Die
Folgen sind nicht nur ein massiver Verlust an wassergebundenen Tier-
und Pflanzenarten sondern auch eine sich verschärfende
Hochwassersituation. Ein großer Teil der "Naturkatastrophe"
Hochwasser wird durch menschliche Verfehlungen verstärkt, nämlich
durch Fehler im Flussbau und in der Raumplanung sowie durch die
halbherzige Umsetzung effizienter Klimaschutzmaßnahmen.

Im Rahmen des ORF-Schwerpunkts "Mutter Erde" wird anhand des Tiroler
Landesflusses der dramatische Flächenverlust für den Inn gezeigt. Von
ursprünglich rund 1.800 Hektar Auen sind heute nur noch fünf Prozent
übrig geblieben. Der Fluss ist über weite Strecken hart verbaut und
kanalisiert. Von ehemals 33 Fischarten kommen heute hier nur noch
drei Arten in nennenswerten Beständen vor. Doch der Inn ist nur ein
Beispiel für die dramatische Situation in der sich Österreichs Flüsse
befinden. "Eine nationale Renaturierungsoffensive, bei der unsere
Flüsse renaturiert und aufgeweitet werden und darüber hinaus
Überschwemmungsflächen gesichert und neue geschaffen werden, ist das
Gebot der Stunde. Damit wäre nicht nur der Natur geholfen, weil
bedrohte und seltene Arten wieder neuen Lebensraum finden. Diese
Maßnahmen leisten auch einen wichtigen Beitrag zu mehr
Hochwassersicherheit in Österreich", so Walder. Nach den Ergebnissen
der WWF-Studie "Jeder Hektar zählt" könnten in Österreich mindestens
84.000 Hektar Flussräume neu geschaffen werden - das ist eine Fläche,
fast drei Mal so groß wie der Neusiedlersee.

Klimawandel, Wasserknappheit und galoppierender Artenverlust - die
Liste der Umweltprobleme, die in den nächsten Jahren auf uns
zukommen, ist lang. Darum findet heute um 20.15 Uhr in ORF Eins die
Spendengala der Initiative "Mutter Erde" zum Thema Wasser statt, in
der für Umwelt- und Naturschutzprojekte in ganz Österreich und
weltweit Spenden gesammelt werden. Die international einzigartige
Initiative des ORF mit österreichischen Umweltschutzorganisationen
wie Alpenverein, BirdLife, GLOBAL 2000, Greenpeace, Naturfreunde,
Naturschutzbund, VCÖ und WWF will ein breites Bewusstsein für die
dringlichsten Umweltprobleme unserer Zeit schaffen und zeigen, dass
eine andere Welt möglich ist.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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