- 06.06.2014, 09:40:16
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Studie zum Schwangerschaftsabbruch sowie Statistik dazu fehlen
Wien (OTS) - "Wir brauchen umfassendes Wissen, um
Schwangerschaftskonflikte verstehen und Abtreibungen effektiver
vermeiden zu können", betont aktion leben-Generalsekretärin Mag.
Martina Kronthaler. Die aktion leben hat daher die Parlamentarische
Bürgerinitiative "Fakten helfen!" gestartet. Der Verein fordert
eine anonyme Statistik über Schwangerschaftsabbrüche sowie
regelmäßige wissenschaftliche Erhebungen der Motive für Abbrüche.
Alle Länder der europäischen Union - bis auf Österreich und
Luxemburg - führen eine anonyme Statistik über
Schwangerschaftsabbrüche, wissen also zumindest, wie viele
Abtreibungen es jährlich gibt. Das erklärte Ziel dahinter ist es, die
Zahl der Abbrüche zu senken bzw. möglichst gering zu halten.
Abtreibung: Wegschauen ist fahrlässig
aktion leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler: "Es ist
vollkommen unverständlich und politisch fahrlässig, dass Österreich
sich einer Abbruch-Statistik verweigert. Es sollte doch klar sein,
dass es seriöse Daten braucht, um effektiver vorbeugen und
unterstützen zu können. Wir vertreten mit dieser Forderung
Fraueninteressen, weil das Wegschauen schadet." Es sei ein Zeichen
des Desinteresses an jenen Frauen, die sich in schwierigen
Lebenssituationen für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.
Nur Meldepflicht, keine Änderung der Fristenregelung
Die Durchführung ist ganz einfach: Ärzte, Ärztinnen und
Einrichtungen, die Abbrüche durchführen, sollen diese mit einigen
anonymisierten Zusatzinformationen dem Statistischen Zentralamt
melden. "Dazu ist lediglich eine Änderung im Ärzte- und
Krankenanstaltengesetz nötig", erklärt Kronthaler. Die
Fristenregelung werde in keiner Weise berührt.
Motivenerforschung: Vorbild Deutschland
Die zweite Forderung von aktion leben betrifft die
Motivenerforschung: "Nur durch eine freiwillige Befragung von
Frauen, die sich für oder gegen das Austragen einer ungeplanten oder
ungewollten Schwangerschaft entschieden haben, sind tiefere
Erkenntnisse möglich", erklärt Kronthaler.
Abgebrochen oder ausgetragen?
Österreich könne sich an einer groß angelegten Studie in
Deutschland orientieren, die von der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Auftrag gegeben wurde:
"Familienplanung im Lebenslauf - Schwerpunkt
Schwangerschaftskonflikte". Es wurden Frauen zwischen 20 und 44
Jahren befragt, die irgendwann in ihrem Leben schwanger waren.
Darunter waren Frauen, die Schwangerschaften abgebrochen wie Frauen,
die Kinder geboren haben und manche Frauen erlebten auch beides: die
Geburt von Kindern und Schwangerschaftsabbrüche.
Lebenswirklichkeiten abbilden
Damit konnten alle möglichen Konstellationen erfasst werden. "Es
braucht ein sehr sorgfältiges Studiendesign, um die komplexe
Lebenswirklichkeit abzubilden", so Martina Kronthaler.
"Schwangerschaften können geplant oder ungeplant eintreten, gewollt
oder ungewollt sein. Das sagt uns noch nicht, wie Frauen sich
entscheiden, denn auch ungeplante und ungewollte Schwangerschaften
werden ausgetragen. Die interessante Frage ist, was vorhanden sein
muss, dass Frauen sich für das ursprünglich ungeplante oder sogar
ungewollte Kind entscheiden oder umgekehrt, was fehlt, wenn Frauen
sich gegen ein ursprünglich geplantes und gewolltes Kind
entscheiden."
Motivenerhebung hilft Politik
"Wenn Frauen kein Zutrauen haben, es mit Kind oder mit einem
weiteren Kind zu schaffen, erleben sie die Schwangerschaft als
existenzielle Bedrohung", so der Eindruck der aktion leben
Generalsekretärin. "Dieses Gefühl hat eine sehr persönliche
Dimension, aber auch eine strukturelle." Hier ist die Politik
gefordert: Das beginnt bei der Sexualpädagogik, die über Information
über Verhütung hinausgehen muss, und reicht bis zu familienfördernden
Maßnahmen. Ziel der Gesellschaft muss sein zu vermitteln, dass Kinder
willkommen sind.
Verstehen und handeln
Kronthaler abschließend: "Wir hoffen auf zahlreiche Unterschriften
für die Bürgerinitiative 'Fakten helfen!', um deutlich zu machen,
dass unser Ziel vielen Menschen ein Anliegen ist: Wir wollen, dass es
weniger Schwangerschaftsabbrüche gibt und dass darüber geredet wird,
wie wir dieses Ziel erreichen können. Wir müssen besser verstehen, um
Frauen beistehen zu können."
Mehr zur Bürgerinitiative finden Sie auf der Kampagnenhomepage
www.fakten-helfen.at.
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