• 05.06.2014, 15:01:10
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Schmidinger zu IHS-Studie: "Erwarte Grundsatzdiskussion der Politik"

uniko: Erkenntnisse zu Studienabbruch erfordern Konsequenzen im Studiensystem

Utl.: uniko: Erkenntnisse zu Studienabbruch erfordern Konsequenzen
im Studiensystem =

Wien (OTS) - Die Auswertungen der aktuellen IHS-Studie, die von der
Universitätenkonferenz (uniko) heute, Donnerstag, der Öffentlichkeit
präsentiert wurden, machen deutlich, dass die bisherigen bildungs-
und hochschulpolitischen Diskussionen vielfach auf verzerrten,
missverständlichen oder unvollständigen Datengrundlagen beruhen. Für
uniko-Präsident Heinrich Schmidinger lässt sich daraus
Handlungsbedarf sowohl für die politischen Entscheidungsträger als
auch für die Universitäten ableiten. "Ich erhoffe mir von der Studie,
dass sie eine Grundsatzdiskussion anstößt, was sich Politik und
Gesellschaft von den Universitäten erwarten." WU-Rektor Christoph
Badelt warnte bei der uniko-Pressekonferenz mit den Studienautoren in
Wien, es wäre "das Schlimmste, wenn die politische Brisanz der Studie
nicht gesehen wird" und verlangte unisono mit Schmidinger
Konsequenzen im Studiensystem.

Die Studie hat nach den Worten Badelts angesichts der ausgewiesenen
hohen Quoten an nicht prüfungsaktiven bzw. nicht studienaktiven
Studierenden unter anderem gezeigt, dass die Zahlen der belegten
Studien "inhaltsleer und irrelevant" seien. Zum liberalen
Studienrecht und der Frage, ob das Verhalten von nicht studienaktiven
oder nicht prüfungsaktiven Personen politisch wünschenswert sei oder
nicht, lasse die Politik Antworten vermissen. "Wenn das gewünscht
wird, muss man es bezahlen, denn auch nicht prüfungsaktive
Studierende verursachen Ressourcenverbrauch", ergänzte Rektor Badelt.
Letztlich sei die generelle Frage, ob Dropouts als "Fehler des
Systems" begriffen werden oder ob darin auch ein Mehrwert erkennbar
sei, nicht beantwortet.

Die Universitätenkonferenz hat sich im vergangenen Jahr dazu
entschlossen, beim Institut für Höhere Studien (IHS) Wien eine Studie
in Auftrag zu geben, um der Frage nachzugehen: "Was machen Dropouts
einer Universität nach dem Studienabbruch?" Die empirischen
Ergebnisse des vorliegenden Projektberichts auf Basis der Verknüpfung
von Daten des Wissenschaftsministeriums, des Bundesrechenzentrums,
des Arbeitsmarktservice (AMS), der Sozialversicherungen und von
Statistik Austria kratzen vor allem am Klischee des "Dropout". Die in
der Studie aufgezeigten Probleme nimmt die uniko daher zum Anlass, um
an die Hochschul- und Bildungspolitik mehrere Appelle zu richten, vor
allem zur Klärung gesellschaftspolitischer Grundsatzfragen, die
bisher nicht stattgefunden hat.

Die Studie und ihre empirischen Erkenntnisse legen auch
Schlussfolgerungen für die Universitäten selbst nahe, weshalb
Initiativen im autonomen Handlungsspielraum der Universitätsleitungen
als geboten erscheinen. Dazu zählen: verbesserte
Beratung/Orientierung der Studieninteressierten vor der Inskription,
Ausbau bestehender Self-Assessment-Tests; Etablierung von
"Testphasen" des Studiums, individuelle zielgruppenspezifische
Begleitung von Studienanfängern/innen aus bildungsfernen Schichten.
Diese Aktivitäten können jedoch zum großen Teil nur bei vorhandenen
Ressourcen verwirklicht werden und sind im Rahmen der
Leistungsvereinbarungen finanziell zu berücksichtigen.

Link zur IHS-Studie:
http://www.uniko.ac.at/modules/download.php?key=6376_DE_O&cs=EE94

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