ÖH: Milderung der Dropout-Quoten nur durch bessere Hochschulfinanzierung möglich

Bessere Rahmenbedingungen und Steigerung der Prüfungsaktivität durch Verbesserung von Beihilfen und echter Orientierungphase

Wien (OTS) - Die heute veröffentlichten Zahlen zu Studienabbrecher_innen zeigen schwarz auf weiß: "Die fehlende soziale Absicherung hindert zu viele Studierende am Abschluss des Studiums", kommentiert Viktoria Spielmann vom ÖH-Vorsitzteam die neueste IHS-Studie. Diese zeigt, dass die Prüfungsaktivität der Studierenden durch Erwerbstätigkeit leidet. "Finanzieller Druck auf Studierende erzwingt erhöhte Erwerbstätigkeit, die zu oft im Studienabbruch mündet. Ein Studienwechsel heißt nach zwei Semestern den endgültigen Verlust von Familienbeihilfe und Stipendium. Das jetzige System zwingt Studierende, das Handtuch zu werfen und arbeiten zu gehen. Um diesen Kreislauf entfliehen zu können, muss das System der Studienbeihilfe reformiert und echte Orientierung geschaffen werden."

Vor allem die jetzigen Eingangsprüfungen und die fehlende Orientierung für Studienanfänger_innen sieht die ÖH als Problem. "Es braucht eine echte Orientierungsphase, statt weiterhin durch Knock-Out-Prüfungen Studierende zum Abbruch zu bewegen", so Spielmann. Die Studie bestätigt das Phänomen der "frühen Abgänge": So verzeichnet die höchste Quote die Wirtschaftsuniversität mit 34 Prozent. "Das zeigt klar, dass die erschwerte Eingangsphase und der hohe Druck an der WU Studierende aus dem Hochschulsystem befördert. Wir haben bereits ein Konzept für echte Orienteriung geschaffen. Ziel unserer Orientierungsphase ist es, Studierenden die Möglichkeit zu bieten, verschiedene Studienrichtungen, alle Hochschulen und wissenschaftliche Grundlagen kennenzulernen. Der Studienbeginn soll für Neueinsteiger_innen wieder an Qualität gewinnen und die Prüfungsaktivität steigern."

Die Studie der IHS zeigt klar, eine Verringerung der Dropout-Quote kann nur mit der Erhöhung der finanziellen Mitteln für Hochschulen einhergehen. "Bei einer so beschämend niedrigen Akademiker_innenquote kann sich Österreich keine Verringerung mehr leisten. Studierende rein an der Prüfungsaktivität zu messen und zu vergleichen spricht gegen das Konzept der freien Bildung. Ein Bekenntnis der Regierung zum freien Hochschulzugang ist notwendig", so Spielmann.

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