Dem "Mythos EPU" auf der Spur

Mehr Verständnis für die Bedürfnisse und mehr Respekt vor den Leistungen der Ein-Personen-Unternehmer vermittelt das erste EPU-Symposium in Klagenfurt.

Klagenfurt (OTS) - Mehr als die Hälfte aller Unternehmen in Österreich haben keine Mitarbeiter - hier arbeitet die Chefin oder der Chef ganz persönlich. Welche besonderen Bedürfnisse diese knapp 267.000 Betriebe in Österreich (in Kärnten mehr als 16.000) haben und welche großartigen Leistungen sie erbringen, spielt in der Öffentlichkeit jedoch kaum eine Rolle. Das will das 1. Kärntner EPU-Symposium ändern, das heute im Festsaal der Wirtschaftskammer Kärnten stattfand.

Beliebtester Irrtum über EPU, auch gerne Ich-AGs oder Solounternehmer genannt: Es würde sich dabei ohnehin nur um verkappte Arbeitslose handeln, die aus der Not eine Tugend und sich selbst zum Selbstständigen wider Willen gemacht hätten. Wie eine aktuelle empirische Untersuchung des Klagenfurter Universitätsprofessors Dieter Bögenhold und Andrea Klingelmair vom Institut für Soziologie zeigt, ist dieses Vorurteil schlicht falsch: Für 63 Prozent der im Rahmen einer umfangreichen online-Befragung untersuchten EPU sind selbstbestimmtes Arbeiten und mehr Eigenverantwortung die wichtigsten Motive ihres Unternehmertums, danach rangieren die persönliche Entfaltung und Förderung der eigenen Kreativität (43 Prozent), flexiblere Arbeitszeiten (33 Prozent) und die bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit (26 Prozent). Nur 25 Prozent der befragten 626 Kärntner EPU geben den Arbeitsmarkt als Grund der Selbstständigkeit an. Das schlägt sich auch in der Zufriedenheit nieder: 86 Prozent jener EPU, die sich nicht aus Jobnot für den Chefsessel entscheiden, sind damit sehr oder eher zufrieden. Fast 90 Prozent dieser Gruppe blicken auch sehr oder eher optimistisch in die Zukunft.

Etwa 35 Prozent aller EPU sind mit dieser Arbeits- und Lebensform glücklich, 40 Prozent planen in den nächsten Jahren die Beschäftigung des ersten Mitarbeiters. Die meisten EPU gibt es in den Sparten Gewerbe&Handwerk (49 Prozent), Handel (23 Prozent) sowie Information&Consulting (16 Prozent). Österreichweit erwirtschaften die EPU eine Bruttowertschöpfung von etwa 6 Mrd. Euro - das entspricht der Wirtschaftsleistung des Burgenlandes. "Deshalb verdienen EPU viel mehr Respekt, auch seitens der Politik", erklärte WK-Präsident Franz Pacher beim Symposium, zu dem die Wirtschaftskammer Personen aus Regierung, Landtag, Verwaltung und öffentlichem Leben geladen hatte. WK-Vizepräsidentin Sylvia Gstättner, selbst EPU und für diese Unternehmergruppe in der WK zuständig, schlug eine einladende Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft: "Wir EPU sind die, die immer schon da waren, und die, die stark wachsen. Wir haben viel erreicht, aber viel bleibt noch zu tun." Sie verlangt Erleichterungen bei der Kranken- und Pensionsversicherung, eine Anhebung der Nettoumsatzgrenze in der Kleinstunternehmerregelung auf 35.000 Euro und Vereinfachungen bei der Steuererklärung bis hin zur Pauschalierung.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Kärnten
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 05/90 90 4-660
oeffentlichkeitsarbeit@wkk.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WKK0001