• 05.06.2014, 08:14:37
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  • OTS0012 OTW0012

Vermögen: Überfluss besteuern, in Zukunft investieren, Armut bekämpfen!

Einnahmen bei Vermögen weisen weniger dämpfende Wirkung auf die Volkswirtschaft auf und helfen sozialer Polarisierung gegenzusteuern.

Utl.: Einnahmen bei Vermögen weisen weniger dämpfende Wirkung auf
die Volkswirtschaft auf und helfen sozialer Polarisierung
gegenzusteuern. =

Wien (OTS) - "Dauerhafte Armut bei steigendem Reichtum ist kein
Naturgesetz." Um wachsender sozialer Polarisierung gegenzusteuern,
drängt die Armutskonferenz darauf, "Überfluss zu besteuern, in die
Zukunft investieren und Armut zu bekämpfen". Entscheidend wird sein,
die Konjunktur nicht abzuwürgen. Dann geht es darum, die Nachfrage
nicht zu demolieren, besser noch sie zu erhöhen; besonders nach
gesellschaftlich sinnvollen Gütern und Dienstleistungen. Weiters
zeichnet sich eine vorausschauende Politik darin aus, in
Zukunftssektoren zu investieren; in jene Bereiche, die
gesellschaftlich und volkswirtschaftlich entscheidend werden. Und
schließlich muss auf die gerechte Verteilung von Belastungen geschaut
werden. Das bedeutet gerade nicht, dass jeder gleich viel zur
Budgetkonsolidierung beitragen muss, so die Armutskonferenz, deren
Mitgliedsorganisationen 500.000 Hilfesuchende im Jahr betreuen und
unterstützen.

Sozialer Ausgleich nützt allen

Ausgabenkürzungen bei öffentlichen Investitionen, Dienstleistungen
und Sozialtransfers sind schädlicher für Konjunktur, Beschäftigung
und sozialen Ausgleich. Hingegen weisen Einnahmen bei Vermögen und
bei Schichten mit hoher Sparneigung weniger dämpfende Wirkung auf die
Volkswirtschaft aus. Ausgabenkürzungen im Umfang von 1 % des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) reduzieren das BIP zwischen einem halben
und eineinhalb Prozent. Einnahmenerhöhungen im Umfang von 1 %
verringern das BIP zwischen 0 und 1 %. Eine gerechte Verteilung nützt
allen. Das WIFO hat die gesamtwirtschaftliche Wirkung einer
Umverteilung von 1 Milliarde von ganz oben zum unteren Drittel
analysiert. Aufgrund der unterschiedlichen Konsum- und Sparneigung
erhöht sich die Nachfrage um 0,4 Mrd. Euro, das BIP um 0,3 Mrd. Euro
und die Zahl der Beschäftigten um 3000. Angesichts der Entwicklung
zunehmender sozialer Polarisierung in Europa warnt die OECD, der IWF,
die ILO und die Weltbank vor mehrfachen Risiken: "Zunehmende
Ungleichheit schwächt die Wirtschaftskraft eines Landes, sie
gefährdet den sozialen Zusammenhalt und schafft politische
Instabilität - aber sie ist nicht unausweichlich", so
OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

In die Zukunft investieren - Bildung, Schule und
Kinderbetreuung

"Es muss europaweit richtig investiert werden und von den
Profiteuren der letzten Jahre, den obersten 10 Prozent, ein
entscheidender Beitrag zu den Krisenkosten einverlangt werden", fasst
die Armutskonferenz zusammen. Das heißt: "In die Zukunft investieren
mit Bildung, Forschung, Kinderbetreuung und Pflege, Konjunktur nicht
abwürgen, Jobs schaffen, Budget konsolidieren, Schwächen des
Sozialstaats korrigieren, seine Stärken optimieren. Wer sozialer
Polarisierung mit all ihren negativen Folgen für die ganze
Gesellschaft gegensteuern will, muss nicht nur für die Stabilisierung
des Finanzsektors eintreten, sondern auch für die Stabilisierung des
sozialen Ausgleichs."

Kurzfilmanimation: Wie reich ist Österreich?
http://www.youtube.com/watch?v=eEKbKr0spb0&feature=youtube_gdata

Daten und Fakten zur Vermögensverteilung in Österreich:
http://www.ots.at/redirect/armutskonferenz9

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