- 02.06.2014, 10:56:03
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Greenpeace fordert Verbot von Mikroplastik in Kosmetika
Winzige Plastik-Teilchen gelangen in Gewässer und Nahrungskette
Utl.: Winzige Plastik-Teilchen gelangen in Gewässer und
Nahrungskette =
Wien (OTS) - In einem heute veröffentlichten Einkaufsratgeber weist
Greenpeace in Österreich 553 Kosmetik-Produkte aus, die Mikroplastik
enthalten und fordert ein EU-weites Verbot. Die meist weniger als
einen Millimeter großen Plastik-Kügelchen in Peeling, Zahncreme,
Duschgel und Co. gelangen über die Haushaltsabwässer in die Umwelt.
Weltweit tragen sie zur Verschmutzung von Flüssen, Seen und Meeren
mit Plastikmüll bei. Wird das Mikroplastik von Tieren mit Nahrung
verwechselt, gelangt es in die Nahrungskette.
"Mikroplastik versteckt sich in etlichen Körperpflegeprodukten und
ist in den meisten Badezimmern zu finden. Ohne es zu ahnen, spülen
Millionen von Menschen täglich Plastikmüll über den Ausguss in die
Umwelt", so Greenpeace-Expertin in Österreich, Antje Helms. Winzige
Plastik-Perlen aus Polyethylen (PE) werden von der Industrie
beispielsweise in Peeling, Waschgel oder Zahncreme eingesetzt, um die
reinigende Wirkung zu verstärken. Weitere Kunststoffe wie Polyamid
(PA), Polypropylen (PP) oder Polyethylenterephtalat (PET) werden als
Füll- und Bindemittel genutzt oder sollen, u.a. auch in
Kinderprodukten, für Glitzer- oder Farbeffekte sorgen.
"Plastikmüll in unseren Gewässern ist ein ernstzunehmendes
Umweltproblem mit globaler Dimension - in der Donau genauso wie im
Gardasee oder im Nordpazifik in Form des bekannten 'schwimmenden
Plastikmüllteppichs'. Plastik ist äußerst langlebig und jedes Jahr
kommen Millionen Tonnen Plastikmüll hinzu", so Helms. In Trinkwasser,
Milch und Honig wurde Mikroplastik bereits nachgewiesen. Die
möglichen negativen Auswirkungen von Mikroplastik - auch Microbead
genannt - auf die menschliche Gesundheit sind noch nicht ausreichend
erforscht, manche dem Plastik zugesetzten Stoffe gelten jedoch als
hormonell wirksam und krebserregend. Dabei gibt es genug
Alternativen: Kunststoffe können in Kosmetika durch in der Natur
vorkommende und biologisch abbaubare Stoffe wie beispielsweise
gemahlene Nuss- und Kokosschalen, Mandelkleie, Pflanzenpulver oder
Tonerde ersetzt werden.
Gemeinsam mit dem Radiosender Ö3, der sich im Rahmen der
ORF-Schwerpunktwoche "Mutter Erde braucht dich" des Themas annimmt,
ruft Greenpeace KonsumentInnen in Österreich auf, Produkte genau
unter die Lupe zu nehmen und Kosmetika mit Mikroplastik zu meiden.
Auf der Webseite www.mikroplastik.at finden KonsumentInnen
Informationen sowie den Einkaufsratgeber zu Mikroplastik in
Kosmetika. Im Rahmen einer Mitmachaktion können weitere Produkte bei
Greenpeace gemeldet werden. In Kooperation mit der internationalen
"Beat the Microbead"-Kampagne der niederländischen
Umweltschutzorganisationen Plastic Soup Foundation und Stichting de
Noordzee stehen Produkte der Greenpeace-Recherche in Österreich auch
als App zur Verfügung. Diese weist Mikroplastik-in Kosmetika anhand
des Produkt-Strichcodes aus und zeigt auf, welche Firmen bereits
zugesagt haben, Mikroplastik in Zukunft ersetzen zu wollen.
"Eine freiwillige Selbstverpflichtung einiger Hersteller reicht nicht
aus. Die verantwortlichen Politiker in Österreich, Umweltminister
Andrä Rupprechter und Gesundheitsminister Alois Stöger, müssen sich
für ein EU-weites Verbot einsetzen, damit Mikroplastik durch
natürliche Stoffe ersetzt und so die Gefahr für Umwelt und Gesundheit
gebannt wird", fordert Helms.
Nähere Informationen und der Ratgeber zum Download unter
www.mikroplastik.at
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