- 02.06.2014, 10:30:31
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Schuldenreport 2014 - Privatverschuldung durch Budgetberatung eindämmen
Wien (OTS) - Heute wurde der Schuldenreport 2014 präsentiert. Die
Zahl der von einer Schuldenberatung unterstützten Personen steigt.
Das Einkommen und die Durchschnittsverschuldung sinken. 40% der
Unterstützten sind arbeitslos, Berufstätige gelten zu 30% als
"Working Poor". Prekär dabei: Ein geringes Einkommen erschwert den
Entschuldungsprozess. Um schon einen Schritt vorher präventiv
anzusetzen, gibt es Budgetberatung. In Oberösterreich, dem ersten
Bundesland, konnte dieses unabhängige Angebot der Schuldenberatungen
bereits verankert werden.
Im vergangenen Jahr wurden 56.419 Personen von einer der zehn
staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich unterstützt.
Bei 44% der KlientInnen hatten Arbeitslosigkeit und
Einkommensverschlechterung zur Überschuldung geführt, gefolgt von
gescheiterter Selbstständigkeit (18%) und problematischem Umgang mit
Geld (15%).
Den geplanten Ausbau der Schuldenberatungen hat die Regierung
ebenso in ihrem Regierungsprogramm vorgesehen wie die Umsetzung von
Budgetberatung als unabhängiges Präventionsangebot. "Eine WU-Studie
von 2013 beweist: Jeder Euro, der in die Finanzierung von
Schuldenberatung fließt, rechnet sich fünffach. Mit Budgetberatung
werden wir den Nutzen weiter erhöhen", sagt Hans W. Grohs,
Geschäftsführer der ASB Schuldnerberatungen GmbH. "Es gibt keinen
Grund, bei der Umsetzung des Regierungsprogramms zu zögern.
Schuldenberatung braucht jetzt sichere Ressourcen und Budgetberatung
hat das Potenzial, Überschuldung in Zukunft zu verhindern."
Ein kurzer Überblick zur Klientel der Schuldenberatungen 2013: Sie
ist schlechter ausgebildet als die Gesamtbevölkerung und hat ein
wesentlich geringeres Einkommen zur Verfügung. 30% müssen mit dem
Existenzminimum oder weniger auskommen. 2010 lag dieser Anteil noch
bei 20%. Der Anteil der arbeitslosen KlientInnen liegt bei 40%, von
den berufstätigen KlientInnen gelten 31% als Working Poor. Während
die Zahl der von einer Schuldenberatung unterstützten Personen die
vergangenen Jahre steigt, sinkt die Höhe der Schulden. 2013 waren es
im Schnitt 70.600 Euro Schulden bei durchschnittlich sechs
Gläubigern.
Budgetberatung: Umsetzung in Oberösterreich sollte Schule
machen
Seit Oktober 2012 gibt es mit Budgetberatung ein erprobtes Angebot
für Menschen, die ihre Haushaltsfinanzen optimieren wollen bzw.
müssen: weil sich ihre Einkommenssituation gerade verändert (durch
Familiengründung, Arbeitsplatzverlust, Pensionsantritt u.ä.) oder
weil sie generell mit niedrigem Einkommen auskommen müssen.
Beraten wird von ausgebildeten MitarbeiterInnen der staatlich
anerkannten Schuldenberatungen. Nach der ersten Projektphase bieten
seit Jänner 2014 die Schuldenberatungen in Wien, Oberösterreich,
Salzburg und Vorarlberg Budgetberatung im Regelbetrieb an. In anderen
Bundesländern wird noch nach Finanzierungsmodellen gesucht.
Budgetberatung ist ein innovatives Konzept, mit dem
Privatverschuldung eingedämmt werden kann. Das Angebot wird von der
Zielgruppe noch wenig wahrgenommen, was auch an der fehlenden
Bekanntheit und Anerkennung dieser Beratungsleistung als
Zusatzaufgabe der Schuldenberatung seitens einiger Länder liegen mag.
Oberösterreich hat sich als erstes Bundesland eindeutig dazu
bekannt, dass Budgetberatung als Dienstleistung der
Schuldenberatungen wichtig und zu fördern ist. "Budgetberatung ist
eine sehr sinnvolle Ergänzung zur Schuldenberatung, die im Vorfeld
finanzielle Probleme verhindert und Schuldenprobleme früh abfängt",
sagt Ferdinand Herndler, Geschäftsführer der SCHULDNERHILFE OÖ. Die
zwei Beratungsstellen SCHULDNERHILFE OÖ und Schuldnerberatung
Oberösterreich führen mit den für Schuldenberatung vorgesehenen
Mitteln auch Budgetberatung durch.
Die oberösterreichische Soziallandesrätin Gertraud Jahn erläutert,
weshalb die öffentliche Finanzierung der Budgetberatung wichtig ist:
"Seit mehr als 20 Jahren finanziert das Sozialressort in
Oberösterreich die kostenfreien Angebote der beiden staatlich
anerkannten Schuldenberatungsstellen. Leider bestätigt sich die
Tatsache, dass eine professionelle und vertrauliche Hilfe für immer
mehr Menschen notwendig wird. Eine Entwicklung, die vor allem auf die
steigende Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist. Es reichen aber auch
die monatlichen Einkommen und Pensionen vielfach nicht mehr zur
Deckung des Grundbedarfes aus. Wichtig sind mir daher
Präventionsprojekte, wie beispielsweise die Budgetberatung, um
frühestmögliche Hilfe anbieten zu können, bevor die Überschuldung
nicht mehr bewältigbar ist."
Die Dachorganisation der Schuldenberatungen ist überzeugt, dass
das oberösterreichische Beispiel weiter Schule machen wird und auch
andere Länder Budgetberatung als wertvolle Überschuldungsprävention
in den Händen der Schuldenberatungen anerkennen und unterstützen. Sie
fordert die Bundesregierung auf, ihren Teil zur Umsetzung des Ausbaus
beizutragen, wie es im Regierungsprogramm vorgesehen ist.
Download Schuldenreport 2014:
www.schuldenberatung.at/fachpublikum/schuldenreport.php
Hintergrundmaterial:
www.schuldenberatung.at
www.budgetberatung.at
Kontakt zu den GeschäftsführerInnen der Schuldenberatungen in den
Bundesländern:
Schuldnerberatung Wien, Tel. 01 33 08 735 - DSA Alexander A. Maly
Schuldnerberatung Niederösterreich, Tel. 02742 35 54 20 - Ulrike
Martin, MAS, MBA
Schuldnerberatung Oberösterreich, Tel. 0732 77 55 11 - Mag. Thomas
Berghuber
SCHULDNERHILFE OÖ, Tel. 0732 77 77 34 - Mag. (FH) Ferdinand Herndler
Schuldenberatung Salzburg, Tel. 0662 879901, 0676/507 52 00 - Mag.
Peter T. Niederreiter
Schuldenberatung Tirol, Tel. 0512 57 76 49 - Mag. Thomas Pachl
ifs Schuldenberatung Vorarlberg, Tel. 051755 580 - DSA Peter Kopf
Schuldnerberatung Steiermark, Tel. 0316 37 25 07 - Mag. Christof
Lösch
Schuldnerberatung Kärnten, Tel. 0463 51 56 39 - Mag. Karl Kleindl
Schuldenberatung Burgenland, Tel. 02682 600 215-0 - Mag.a Gabriela
Perusich
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