• 28.05.2014, 13:16:59
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Greenpeace: EU-Strategie zu Energiesicherheit reduziert Abhängigkeit nicht

Faymann und Mitterlehner müssen sich für Erneuerbare und Energieeffizienz einsetzen

Utl.: Faymann und Mitterlehner müssen sich für Erneuerbare und
Energieeffizienz einsetzen =

Brüssel/Wien (OTS) - Die Europäische Kommission stellte heute ihre
Strategie für Energiesicherheit vor, die Europas Abhängigkeit von
russischen Gaslieferungen reduzieren soll. Die vorgeschlagenen
Maßnahmen werden jedoch weder eine langfristige Unabhängigkeit, noch
den Umstieg auf eine saubere und sichere Energieversorgung bringen,
kritisiert Greenpeace. "Der Plan der Kommission trägt kaum zur
Reduktion der Abhängigkeit der EU von teuren Öl- und Gasimporten bei
und macht im Gegenteil der Ausweitung von Gas-Infrastruktur die
Mauer. Der zuständige Minister Reinhold Mitterlehner und
Bundeskanzler Werner Faymann müssen dringend dafür sorgen, dass der
Ausbau der Erneuerbaren und Energieeffizienz als zentrale Maßnahmen
in den Plan aufgenommen werden", fordert Julia Kerschbaumsteiner,
Energiesprecherin bei Greenpeace.

Die Ukraine-Krise hat zum wiederholten Mal die Anfälligkeit des
Europäischen Energiesystems deutlich gemacht. Die Abhängigkeit
Europas von russischem Gas ist allerdings nur ein Teil des Problems
der enormen Abhängigkeit von fossilen Importen. So hat die EU 2012
etwa 421 Milliarden Euro für mehr als die Hälfte seiner Energie aus
dem Ausland ausgegeben.

Während die Strategie der Kommission stark auf kurzfristige
Maßnahmen, wie etwa "Stress-Tests" für die Energieversorgung aller
EU-Länder fokussiert und bei mittelfristigen Maßnahmen in erster
Linie den massiven Ausbau der Gas- und Strom-Infrastruktur vorsieht,
verabsäumt die Kommission konkrete Vorschläge zur Reduktion der
Energieimporte zu machen. "Sind diese neuen Pipelines,
Flüssiggas-Terminals und Speicherkapazitäten erst einmal installiert,
werden sie auch für viele Jahrzehnte betrieben. Die Staats- und
Regierungschefs dürfen nicht die Abhängigkeit von Energieimporten für
die nächsten Generationen fortschreiben, sondern müssen jetzt
ambitionierte und verbindliche Klima- und Energieziele beschließen",
fordert Kerschbaumsteiner.

Länder wie Polen, Großbritannien und Frankreich haben bereits
konkrete Vorschläge für die "Energieversorgungssicherheit" Europas
eingebracht. Diese Pläne beinhalten etwa die Ausbeutung von Kohle,
Schiefergas und Schieferöl, sowie die Forcierung von Atomkraft in
Europa. "Hier wird uns ein trojanisches Pferd vor die Tür geschoben.
Energiesicherheit kann nicht mit ökologisch und wirtschaftlich
hochriskanten Technologien hergestellt werden", kritisiert
Kerschbaumsteiner die Vorstöße der Länder scharf. Selbst Analysen der
Europäischen Kommission würden die große Bedeutung ambitionierter
Energieziele für die Reduktion der Importabhängigkeit darstellen.
"Darauf müssen sich besonders jene Politiker, die Vorreiterländer wie
Österreich oder Dänemark vertreten, stützen", fordert die
Energiesprecherin.

Die heute vorgestellte Strategie wird am 13. Juni beim
Energieministerrat sowie beim Europäischen Rat Ende Juni von den
Staats- und Regierungschefs diskutiert. Bis zum Oktober 2014 werden
sich die Staatsoberhäupter auf die europäischen Klima- und
Energieziele bis 2030 sowie auf den Plan zur Energiesicherheit
Europas einigen.

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