- 28.05.2014, 12:43:51
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Wurm: Grundstücke mobilisieren, Baukosten einbremsen, WGG-Reform angehen
GBV-Verbandstag fordert Maßnahmen für leistbares Wohnen
Utl.: GBV-Verbandstag fordert Maßnahmen für leistbares Wohnen =
Wien (OTS) - Wie eine im Vorfeld des Verbandstages der gemeinnützigen
Wohnungswirtschaft durchgeführte Umfrage unter den 190
Mitgliedsunternehmen ergeben hat, stellen die hohen Grundstückskosten
und die Verfügbarkeit von Bauland das mit Abstand brennendste Problem
für den Wohnungsbau dar. Hier gelte es durch wirksame Maßnahmen zur
Baulandmobilisierung anzusetzen, um den gerade in den Ballungszentren
stark nachgefragten Wohnraum anbieten zu können, erklärte Karl Wurm,
Obmann des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen
(GBV), im Rahmen der Jahrestagung in Innsbruck. Die Grundstücksfrage
stehe daher ganz oben auf der wohnungspolitischen Prioritätenliste
der Gemeinnützigen. Als "Hoffnungsgebiet" für günstiges Bauland sieht
Wurm u.a. ehemalige Kasernenareale. "Es ist erfreulich, dass auch die
Bundesregierung in ihrem Arbeitsprogramm die Dringlichkeit
grundstücksmobilisierender Maßnahmen erkannt hat, nun gilt es aber
den Worten Taten folgen zu lassen und im Eigentum der öffentlichen
Hand stehende Grundstücksreserven rasch für den geförderten Wohnbau
zu widmen". Zusätzlich gelte es auch eine verfassungsrechtliche
Klarstellung zur Anwendung baulandmobilisierender Instrumente in den
Ländern bzw. Gemeinden herbeizuführen.
Ebenso wichtig für das Einbremsen des Kostenanstiegs im sozialen
Wohnbau ist ein Stopp der ständig steigenden Qualitätsanforderungen
im bautechnischen und energetischen Bereich. Zwischen 2005 und 2012
sind die Baukosten bei den GBV um ein Drittel bzw. über 400 Euro/m2
angestiegen, der größte Anteil resultiert aus Auflagen
energieeffizienten Bauens und weiteren qualitativen Bauvorschriften
wie Brandschutz, umfassender Barrierefreiheit und
Stellplatzverpflichtung. Die Folge ist eine Mieterhöhung in diesem
Zeitraum um einen Euro/m2 auf 7,2 Euro/m2. Die Gemeinnützigen haben
einen umfassenden Katalog an Vorschlägen mit kostendämpfender Wirkung
ausgearbeitet. Wurm appellierte an die Politik, der auch im
Regierungsprogramm verankerten Zielvorstellung einer Sicherung
leistbaren Wohnens konkrete Umsetzungsschritte folgen zu lassen.
Zur Steigerung der dringend notwendigen Neubauleistung seien auch
Maßnahmen auf gesetzlicher Ebene erforderlich. GBV-Obmann Wurm:
"Handlungsbedarf besteht vorrangig bei den steigenden
eigenmittelfinanzierten Instandhaltungsausgaben. Zur Finanzierung
immer kostenintensiverer thermischer Sanierungen und
wohnungsinnenseitiger Brauchbarmachungen müssen die GBV eine immer
größer werdende Summe an Eigenmitteln aufwenden." Dieses
"Wohnbauzweckkapital" fehle im produktiven Segment zur Errichtung
kostengünstiger Wohnungen. Vorschläge zur Abfederung zunehmender
Sanierungsausgaben und damit "Freispielen" des im
wohnwirtschaftlichen Kreislauf zweckgebundenen GBV-Eigenkapitals für
künftige Wohnbauvorhaben liegen seit längerem auf dem Tisch. "Jetzt
gilt es Nägel mit Köpfen zu machen und mutige wohnungspolitische
Reformen auf den Weg zu bringen. Der grassierende Wohnungsmangel in
den Städten duldet keinen Zeitaufschub mehr", appellierte Wurm.
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