- 23.05.2014, 09:30:32
- /
- OTS0031 OTW0031
Österreichische Forschungsinitiative und National Geographic Society sichern digital das bedrohte Kulturerbe Akrotiri auf Santorin
Wien (OTS) - Akrotiri droht sein katastrophales Schicksal von vor
3630 Jahren erneut einzuholen: Erdbeben und Verfall könnten die
Ausgrabungsstätte auf der Vulkaninsel Santorin, die vergleichbar mit
dem italienischen Pompeii, jedoch mehr als 1000 Jahre älter als
dieses ist, bald unwiederbringlich zerstören. Auf Initiative des
österreichischen Ludwig Boltzmann Instituts für Archäologische
Prospektion und Virtuelle Archäologie hat nun eine internationale
Forschungsgruppe unterstützt von der National Geographic Society
dieses einzigartige Kulturdenkmal mit Hilfe neuester 3D
Laserscanner-Technologie digital dokumentiert und somit für
zukünftige Generationen virtuell erhalten.
Eine internationale Gruppe von Forschern um den Wissenschaftler
Dr. Immo Trinks vom Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische
Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro -
www.archpro.lbg.ac.at) hat die gesamte Ausgrabungsstätte der
bronzezeitliche Siedlung Akrotiri auf der griechischen Insel Santorin
(griechisch "Thera") mit Hilfe neuester österreichischer
Laserscanner-Technologie (RIEGL Laser Measurement Systems VZ-400)
digitalisiert. Denn diesem einmaligen Kulturdenkmal droht nach dem
katastrophalen Ausbruch des Thera Vulkans vor etwa 3630 Jahren erneut
die Zerstörung durch Erdbeben und Verfall.
Die aktuelle Ausgabe von NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND
(http://www.nationalgeographic.de/) berichtet in ihrer
Titelgeschichte auf 30 Seiten über das digitale
Dokumentationsprojekt. "3D-Laserscanner eignen sich hervorragend für
die genaue Dokumentation der herausragenden Fundstelle von Akrotiri.
Mit dieser Technik lassen sich der Innen- und Außenbereich ganzer
Gebäude berührungslos mit Millimetergenauigkeit digital erfassen",
erklärt Projektleiter Immo Trinks vom LBI ArchPro. "In Kombination
mit modernsten fotogrammetrischen Methoden haben wir zusammen mit
unseren griechischen Partnern die Ausgrabungsstätte vollständig
fotorealistisch dokumentiert und somit im Falle einer Zerstörung
zumindest digital bewahrt", so der Forscher.
In weiterer Folge hat Michael Klein, Experte in den Bereichen der
3D-Rekonstruktion und -Animation und Leiter des Wiener
Medienunternehmens 7reasons (www.7reasons.at), Teile von Akrotiri am
Computer realistisch rekonstruiert. Diese wissenschaftlich fundierten
3D-Visualisierungen ermöglichen eine neuartige virtuelle Erforschung
wie auch den simulierten Besuch in vergangenen Zeiten dieses einst so
prächtigen Ortes.
Ähnlich seinem Schicksalsgenossen Pompeii, jedoch über 1000 Jahre
älter, bietet Akrotiri einzigartige Einblicke in die Welt und Kultur
der Bronzezeit in der Ägäis. Mächtige Schichten von Bimsstein und
Vulkanasche haben komplette Siedlungsareale Akrotiris während der
Blütezeit der Stadt in einem exzellenten Zustand konserviert. So
konnten griechischen Archäologen unter der Leitung von Prof. Spyridon
Marinatos und Prof. Christos Doumas seit 1967 bis zu drei Stockwerke
hoch erhaltene Häuser, einmalige Wandmalereien und tausende
archäologische Fundobjekte freilegen.
Die bestmögliche Bewahrung des einzigartigen Kulturerbes in
Akrotiri ist von außerordentlicher archäologischer Bedeutung. Denn
Erdbeben und Vulkanismus können in dieser seismisch höchst aktiven
Zone das einmalige Kulturdenkmal jederzeit in einen buchstäblichen
Steinhaufen verwandeln. Zudem behindern die rigiden Sparmaßnahmen in
Griechenland die Durchführung dringend notwendiger Restaurierungs-
und Erhaltungsmaßnahmen der vom Verfall bedrohten Fresken und
Architektur.
Das internationale Vorzeigeprojekt wurde vom Conservation Trust
der National Geographic Society finanziell gefördert und durch die
Unterstützung der österreichischen Ludwig Boltzmann Gesellschaft
(www.lbg.ac.at) ermöglicht. RIEGL Laser Measurement Systems
unterstützte das Projekt mit neuester Technologie in Form eines
zusätzlichen Hochleistungs-Laserscanners.
Die beteiligten Wissenschaftler sind Projektleiter Geophysiker Dr.
Immo Trinks (LBI ArchPro), Direktor der Ausgrabung von Akrotiri Prof.
Christos Doumas (Universität von Athen), sein Assistent Prof. Andreas
Vlachopoulos (Universität von Ioannina), Architektin Prof. Clairy
Palyvou (Universität von Thessaloniki), Geophysiker Prof. Gregory
Tsokas (Universität von Thessaloniki), Direktor des LBI ArchPro Prof.
Wolfgang Neubauer und der Experte für Virtuelle Archäologie Prof.
Maurizio Forte (Duke University). Michael Klein (7reasons) hat die
virtuelle Visualisierung beigetragen, Dr. Geert Verhoeven
photogrammetrische Dokumentation und Mag. Matthias Kucera mit
Laserscanning Expertise. Mitarbeiter des LBI ArchPro und Doktoranden
des Initiative College for Archaeological Prospection der
Universität Wien (ic-archpro.univie.ac.at) waren an den
Untersuchungen beteiligt.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LBG






