- 21.05.2014, 11:29:15
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FMK-Köster: Vernachlässigung des Breitbandausbaus setzt Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze aufs Spiel
Regulatorische Rahmenbedingungen lockern um ökonomisch sinnvolle Freiräume zu schaffen

Utl.: Regulatorische Rahmenbedingungen lockern um ökonomisch
sinnvolle Freiräume zu schaffen =
Wien (OTS) - In Österreich wird mit dem Mobiltelefon viel und lange
ohne Rücksicht auf verbrauchte Gesprächsminuten telefoniert. Selbst
durch die Einführung von unlimitierten Gesprächsvolumen erhöhen sich
die im Land verwendeten Sprachminuten nicht mehr. Die Nutzung der
SMS-Dienste ist sogar stark rückläufig und wird durch eine immer
stärkere Verbreitung anderer Applikationen verdrängt. Gleichzeitig
erleben wir derzeit einen explodierenden Bedarf an mobilen
Breitbanddatendiensten. "Es ist daher - sowohl im Sinne der Kunden
als auch des Wirtschaftswachstums - dringendst an der Zeit, dass die
Mobilfunknetze auf Europa-Niveau ausgebaut werden", mahnt Dr. Rüdiger
Köster, Präsident des Forum Mobilkommunikation und CTO von T-Mobile,
anlässlich der Jahres-Pressekonferenz des FMK.
Österreich hat Spitzenrang in den letzten Jahren verloren
Österreich weist, bezogen auf das BIP, die niedrigste
Investitionsrate in die Telekommunikations-Infrastruktur innerhalb
der EU-Staaten auf und ist in den letzten Jahren von seiner
IKT-Spitzenposition aktuell auf Rang 19 im Europavergleich
abgerutscht (Quelle: Networked Readiness Index 2013).
"Jetzt entscheidet sich, ob der Wirtschaftsstandort Österreich
wieder den Anschluss an die Spitze schafft. Insbesondere die im
Europavergleich exorbitant teure Spektrumsauktion im vergangenen Jahr
hat der Mobilfunkindustrie 2 Milliarden Euro aus den
Investitionsbudgets entzogen. Deshalb unterstützen wir natürlich auch
die jüngst von Frau Bundesministerin Bures ausgesprochene Forderung,
die aus der Frequenzauktion geschaffenen Rücklagen via IKT-Förderung
zurückfließen zu lassen. Dem Breitbandausbau und hierbei insbesondere
der überall sofort verfügbaren mobilen Versorgung muss als
Infrastruktursäule dieselbe Bedeutung zugemessen werden wie etwa dem
Schienenverkehr. Mit einer Vernachlässigung der IKT setzen wir
Innovation, Wirtschaftskraft und damit Arbeitsplätze aufs Spiel."
warnt Köster.
BMVIT-Vorgaben nur mit der Digitalen Dividende II erreichbar
Köster erneuerte auch die Branchen-Forderung, dass die
Frequenzvergabe der so genannten Digitalen Dividende II - dabei
handelt es sich um frei gewordene Frequenzen im 700 MHz-Band - rasch
vorangetrieben werden muss. "Wir müssen sicherstellen, dass die von
der EU-Kommission empfohlene Vergabe des neuen Spektrums ab 2015
rasch über die Bühne geht. Nur so sind die ambitionierten Vorgaben
der BMVIT-Breitbandstrategie-2020 tatsächlich umsetzbar", so Köster
weiter, "Ebenso wird es erforderlich sein, die in Österreich derzeit
sehr restriktiven regulatorischen Rahmenbedingungen dem europäischen
Niveau anzugleichen, um den Netzbetreibern ökonomisch sinnvolle
Freiräume zur Zusammenarbeit zu schaffen. Es ist im Sinne
Österreichs, dass die Politik in ihre Überlegungen zur
flächendeckenden Breitbandversorgung das Thema Mobilkommunikation mit
hoher Gewichtung mit einbezieht."
Mobilfunk in Österreich mit 159 % Marktdurchdringung
"Betrachtet man ausschließlich die Zahlen, hat sich am Markt im
Vergleich zu 2012 wenig geändert", bringt Mag. Margit Kropik,
Geschäftsführerin des FMK die Situation auf den Punkt. So wie im
Vorjahr sind in Österreich rund 13,5 Millionen SIM-Karten aktiv, das
bedeutet eine Marktdurchdringung von 159 %. "Das Maß der Dinge ist
aber heute nicht mehr die Anzahl der SIM-Karten im Vergleich zur
Einwohnerzahl, sondern wie viele Breitbandanschlüsse pro Kopf zur
Verfügung stehen."
4,4 Millionen mobile Internetzugänge
Während die Steigerung von mobilen Internetzugängen von 2011 auf
2012 rund 15 % ausmachte und die 3,5 Millionen-Grenze knapp
erreichte, sind es heute 4,4 Millionen Zugänge. Das Wachstum von
2012 auf 2013 machte einen großen Sprung von rund 21 % aus. "Mobiles
Internet spielt heute eine signifikante Rolle, Konsumenten und
Wirtschaft profitieren gleichermaßen davon. Heute ist weit mehr als
die Hälfte der Zugänge mobil. Dennoch hinken wir mit nur 81
Breitbandanschlüssen pro 100 Einwohner hinter dem OECD-Spitzenwert
von rund 140 gehörig nach."
Gesamtumsatz -6%, EBITDA -15%
Obwohl die Anzahl der SIM-Karten gleich geblieben ist, ging der
Gesamtumsatz von EUR 4,5 Mrd. um 5,92% auf EUR 4,23 Mrd. zurück. Das
EBITDA litt mit einem Minus von 14,9% noch stärker.
Ganz Österreich telefoniert mobil 118 Jahre lang - täglich
Insgesamt 22,66 Milliarden Minuten wurde mobil in Österreich
telefoniert, das sind 118 Jahre - und das täglich. Dennoch war diese
unvorstellbare große Menge im Vorjahr sogar ein wenig höher. "Wie es
scheint", so Kropik, "haben wir mit den umfangreichen Tarif-Paketen
im Steilflug der letzten Jahre die 'Reiseflughöhe' erreicht."
SMS stark rückläufig, Datenvolumen steigt weiter kräftig an
"Die Entwicklung der Gesamtzahl der versendeten SMS ist insofern
interessant, als dass wir 2012 noch einen kräftigen Anstieg hatten,
obwohl der internationale Trend, etwa in Deutschland, schon
rückläufig war. Mit der inzwischen schon sehr guten Verfügbarkeit von
relativ schnellem UMTS 2013 folgt Österreich nun dem Trend: Das
Datenvolumen entwickelt sich explosiv, SMS gehen zurück. Dies ist mit
ein Indikator dafür, dass Österreich dringend Aufholbedarf hat", ist
sich Kropik sicher.
SMS 2013: nur noch 6,8 Milliarden, das ist ein Minus von rund 19%
gegenüber 2012
Datenvolumen 2013: 113,6 Millionen GB, das ist ein Plus von rund 57%
gegenüber 2012
Gallup-Umfrage
"Die Ergebnisse der Gallup-Umfrage sind durchaus überraschend",
kommentiert Kropik, "denn einerseits spiegeln sie die Verkehrsdaten
wieder, andererseits dürfte vielen nicht klar sein, dass etwa die
Nutzung von Apps so gut wie immer internetbasiert sind. Anders", so
Kropik weiter, "ist nicht zu erklären, dass etwa auf die Frage nach
der Nutzung "Internet" als Antwort zurückgegangen ist. Wir vermuten,
dass mit 'Internet' Browser-basierte Anwendungen verstanden werden."
Eltern vertrauen Kindern ab rund 9 Jahren ein Handy an
Inzwischen sind 6 von 10 Österreichern der Meinung, dass Kinder
ein Handy haben sollten. Das durchschnittliche Mindestalter ist -
wenig überraschend - knapp über 9 Jahre, also kurz vor Beendigung der
Volksschule.
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