- 20.05.2014, 10:06:21
- /
- OTS0078 OTW0078
Dienstleistungserfolge beflügeln Außenwirtschaft
Aktuelle Entwicklungen der österreichischen Zahlungsbilanz
Utl.: Aktuelle Entwicklungen der österreichischen Zahlungsbilanz =
Wien (OTS) - Mit 8,5 Mrd EUR bzw. 2,7 % des BIP übertraf
Österreichs Leistungsbilanzüberschuss im Jahr 2013 das gute
Vorjahresergebnis (7,3 Mrd EUR) nochmals deutlich. Die
Herausforderungen des global ungünstigen Wirtschaftsumfelds wurden
bislang vergleichsweise gut bewältigt. Es wird jedoch in Zukunft von
zentraler Bedeutung sein, dass Österreich durch attraktive
Rahmenbedingungen seine hohe Wettbewerbsfähigkeit und
makroökonomische Stabilität aufrechterhält. Die heimischen
Dienstleistungsexporte - insbesondere jene mit hohem
Technologieanteil - waren 2013 so erfolgreich wie nie zuvor. Auch die
Tourismuswirtschaft feierte mit Nettoeinnahmen von 7,5 Mrd EUR das
einträglichste Jahr ihrer Geschichte. Gleichzeitig hat sich das
Güterdefizit im Jahr 2013 infolge rückläufiger Importe halbiert.
Österreichs Kapitalverkehr leidet dagegen weiterhin unter den
Nachwirkungen der Finanzkrise. Zentral-, Ost- und Südosteuropa hat
als Anlageregion bei österreichischen Direktinvestoren vorerst
deutlich an Attraktivität verloren.
"Österreich erzielte 2013 mit knapp 8,5 Mrd EUR bzw. 2,7% des BIP
erneut einen deutlichen Leistungsbilanzüberschuss", erklärte
Vize-Gouverneur Mag. Andreas Ittner anlässlich einer Pressekonferenz
in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). "Dennoch ist darauf zu
achten, dass Österreich seine gute Wettbewerbsposition auch
langfristig sichert", so Vize-Gouverneur Ittner weiter. Österreichs
Leistungsbilanzentwicklung, die seit rund zehn Jahren Überschüsse
zeigt, verläuft innerhalb der Richtwerte der EU-Kommission. Diese hat
Österreich im Rahmen einer regelmäßigen Überprüfung erst kürzlich
wieder als makroökonomisch stabil beurteilt.
Österreichs Dienstleistungsverkehr (einschließlich Tourismus)
erreichte mit +15,4 Mrd EUR den höchsten bislang gemessenen
Überschuss. Kommerzielle Dienstleister - vor allem das
Ingenieurswesen, die EDV-Branche, die Forschung und Entwicklung sowie
der Handel - haben die bisherigen Höchstwerte des Jahres 2008
inzwischen übertroffen. "Bemerkenswert ist, dass die Industrie längst
nicht mehr nur Waren, sondern auch Dienstleistungen exportiert",
erläuterte Dr. Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung
Statistik. So entfallen bereits 16% der Dienstleistungsexporte (rund
5,5 Mrd von insgesamt 34 Mrd EUR im Jahr 2013) auf die Industrie.
"Knapp die Hälfte der Dienstleistungsexporte entfällt allerdings
auf auslandskontrollierte Unternehmen, was für die Standortfrage
naturgemäß von besonderer Bedeutung ist", betonte Vize-Gouverneur
Ittner.
Dem heimischen Tourismus brachte das Jahr 2013 gleich mehrere
Rekorde: Ausländische Touristen haben mehr als 15 Mrd EUR in
Österreich ausgegeben. Das sind die höchsten jemals erzielten
Einnahmen. Angesichts leicht rückläufiger Ausgaben der Österreicher
für Auslandsreisen stieg der Überschuss aus der Reiseverkehrsbilanz
auf 7,5 Mrd EUR, ebenfalls ein noch nie dagewesener Wert. Mit beinahe
25 Mio Ankünften von Ausländern konnte somit zum vierten Mal in Folge
ein Rekordergebnis erzielt werden.
Die Bilanz der Einkommensströme zeigt 2013 zwar ein kleines Minus,
ein positiver Trend ist jedoch unübersehbar. "Die anhaltenden
Überschüsse im Dienstleistungshandel reduzieren laufend die
Auslandsverschuldung und entlasten damit die Einkommensbilanz",
erklärte Turner.
Das Handelsdefizit hat sich auf 3,8 Mrd EUR halbiert. Der
Güterhandel konnte sich der weltweiten Wachstumsschwäche nicht
entziehen. Die Exporte haben sich nur schwach entwickelt, die Importe
sind zurückgegangen. Wichtige Wachstumsimpulse kamen 2013 sowohl aus
Russland als auch aus den Erdöl exportierenden Staaten des Nahen
Ostens.
Der grenzüberschreitende Kapitalverkehr Österreichs zeigt nach wie
vor bei Weitem nicht jene Dynamik wie vor Ausbruch der Finanzkrise.
Im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch teilweise eine gewisse Belebung
auf geringem Niveau erkennbar. Österreichs Nettoveranlagungen waren
2013 immerhin deutlich im Plus: Direktinvestoren veranlagten 10,5 Mrd
EUR im Ausland, Wertpapierveranlagungen beliefen sich auf 2,4 Mrd
EUR. Kredit- und Einlagenforderungen wurden dagegen per saldo um 4
Mrd EUR abgebaut. Ausländische Investoren zogen 2013 in Summe mit 0,1
Mrd EUR deutlich weniger Kapital aus Österreich ab als noch 2012
(-6,3 Mrd EUR).
Eingebrochen sind im Jahr 2013 hingegen die österreichischen
Direktinvestitionen in Zentral-, Ost- und Südosteuropa. Das
Investitionsvolumen von 1,5 Mrd EUR war das Geringste seit dem Jahr
1999. Nur noch Kroatien, die Tschechische Republik und die Republik
Serbien befanden sich unter den zehn beliebtesten
Investitionsländern. Mehr als 80 % der Investitionen des Jahres 2013
flossen in die Niederlande, nach Deutschland und Norwegen.
Weitere Unterlagen zur Pressekonferenz finden sie unter:
http://www.oenb.at/Presse/Reden_Praesentationen.html
http://www.oenb.at/Presse/Reden_Praesentationen/Vize-Gouverneur-Mag.-
Ittner.html
Rückfragehinweis
Statistik Hotline
Tel.: +43-1-404 20-5555
[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ONB






