• 15.05.2014, 22:00:34
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Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom 16. Mai 2014. Von MICHAEL SPRENGER. "Pleiten, Pech und Bifie".

Innsbruck (OTS) - Untertitel: Bildungsministerin Heinisch-Hosek
trennt sich nach einer regelrechten Pannenserie von den beiden
Bifie-Direktoren. Doch wenn sie glaubt, dass nun endlich Ruhe
einkehren wird, dann hat sie sich getäuscht. Dafür sorgt schon die
ÖVP.

Das Bundesinstitut für Bildungsforschung Bifie und Bildungsministerin
Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) haben eins gemeinsam. Sie haben derzeit
keinen Lauf. Während die Ministerin nun die beiden Bifie-Direktoren
für die Pannenserie im Zusammenhang mit der Zentralmatura
verantwortlich macht - und sich von ihnen trennt, wird Heinisch-Hosek
zum willkommenen Angriffsobjekt für den Koalitionspartner ÖVP. Sowohl
das Verhalten der Ministerin als auch jenes der ÖVP ist ein
durchsichtiges.
Heinisch-Hosek fand in den beiden Direktoren die notwendigen
Sündenböcke oder Bauernopfer, um so zu versuchen, sich selbst aus der
Schusslinie zu nehmen. Das wird ihr nicht gelingen. Dafür sorgt nicht
nur ihre mangelnde Führungsqualität, die sie bereits im Zusammenhang
mit ihren angekündigten Sparmaßnahmen im Bildungsbereich
eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte.
Die Bildungsministerin wurde jetzt offenbar vom Koalitionspartner als
Feindobjekt auf der gemeinsamen Regierungsbank auserkoren. Nachdem
der ÖVP der frühere Verteidigungsminister Norbert Darabos und die
frühere Bildungsministerin Claudia Schmied abhandengekommen ist,
kommt den Schwarzen nun die Fehlerkette der Bildungsministerin gerade
zur rechten Zeit. Denn das Haus der ÖVP ist schon länger undicht.
Zudem droht den Schwarzen bei den Europawahlen ein sattes Minus. Da
ist man froh, wenn man mit dem Finger auf andere zeigen kann.
Dies kann man vielleicht alles schäbig nennen, doch die
Bildungsministerin hätte wissen müssen, dass gerade alle Vorgänge in
ihrem Ressort mit schwarzen Argusaugen beobachtet werden. Nahezu
jedes Reformvorhaben im Bereich Schule und Bildung stößt beim
Koalitionspartner, bei der ÖVP-dominierten Lehrergewerkschaft und bei
den Ländern auf Ablehnung und Widerstand.
War Heinisch-Hosek im Kabinett Werner Faymann I noch eine populäre
Ministerin, so bläst ihr nun ein eiskalter Wind entgegen. Doch so wie
die beiden Direktoren nicht die alleinigen Verantwortlichen der
Bifie-Pannenserie sind, so ist auch die ÖVP nicht für das Verhalten
der Ministerin verantwortlich.
Heinisch-Hosek muss jetzt zeigen, ob sie als Krisenmanagerin geeignet
ist. Das haben sich vor allem die Schülerinnen und Schüler verdient.
Und sie braucht für ihr Vorhaben Rückendeckung. Von der ÖVP kann sie
das nicht erwarten, aber vom Kanzler muss sie es einfordern.

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