- 15.05.2014, 08:45:33
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ÖGfE-Schmidt: Politikverdrossenheit unter Österreichs Jugend geringer als angenommen
Annähernd jeder zweite Jugendliche geht "sicher" zur EU-Wahl - Jugend-Umfrage an 74 Schulen in Österreich
Utl.: Annähernd jeder zweite Jugendliche geht "sicher" zur EU-Wahl -
Jugend-Umfrage an 74 Schulen in Österreich =
Wien (OTS) - "44 Prozent wollen am 25. Mai sicher wählen gehen - 6
Prozent sicher nicht. 59 Prozent fühlen sich eher nicht, 38 Prozent
eher schon im EU-Parlament vertreten", sagt Paul Schmidt,
Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik
(ÖGfE), zum Ergebnis einer österreichweiten ÖGfE-Umfrage, bei der
seit September 2013 insgesamt 3063 wahlberechtigte Jugendliche aller
Schultypen befragt wurden. "Das Ergebnis überrascht positiv. Nach
zahlreichen Schuldiskussionen sehen wir das viel zitierte
Desinteresse der Jugend an Politik weit weniger ausgeprägt als oft
angenommen. Jugendliche wollen von ihrem demokratischen Recht, wählen
zu gehen, sichtlich Gebrauch machen."
44 Prozent der am 25. Mai wahlberechtigten Jugendlichen gaben in
der Umfrage an, "sicher" ihre Stimme abgeben zu wollen. 25 Prozent
könnten sich dies "eher schon", 11 Prozent jedoch "eher nicht" und 6
Prozent "sicher nicht" vorstellen. 14 Prozent nahmen nicht Stellung.
Befragte aus Berufs-, Fach-, Hauptschule und Polytechnikum zeigten
sich mit 35 Prozent "sicherer" Teilnahme etwas weniger entschlossen
als Jugendliche anderer Schultypen.
"Trotzdem: Gerade die Jugend muss von Sinn und Bedeutung des
Wahlrechts überzeugt werden, damit letztlich ihre Interessen stärker
Berücksichtigung finden und aus Erst- auch StammwählerInnen werden",
so Schmidt. "Voraussetzung für ihre Wahlbeteiligung ist jedoch eine
nachhaltige Dialogbereitschaft der Politik und intensivere
europapolitische Bildung an Schulen. Fehlen diese, sinkt auch die
Wahlmotivation".
Als Hauptmotive*, an der EU-Wahl teilzunehmen, nennen die
Jugendlichen: "Ich möchte vom demokratischen Recht, zu wählen,
Gebrauch machen" (für 60 Prozent "sehr wichtig") und "Österreich soll
gut in der EU vertreten sein" (57 Prozent). Weitere Nennungen:
"Stärkung jener Partei, die ich auch bei Nationalratswahlen wählen
würde" (29 Prozent) und "das EU-Parlament ist eine wichtige
Institution" (25 Prozent).
Als Hauptgründe, nicht an den EU-Wahlen teilzunehmen, wird
genannt, sich nicht ausreichend informiert zu fühlen (28 Prozent)
sowie "Meine Stimme ändert nichts" (19 Prozent), "Österreich hat in
der EU nichts zu sagen" (14 Prozent) und die "EU-Wahl ist nicht
wichtig" (13 Prozent).
58 Prozent der Jugendlichen geben an, mehrmals im Monat oder öfter
in den Medien Nachrichten über das EU-Parlament zu registrieren (8
Prozent "täglich" | 23 Prozent "mehrmals in der Woche" | 27 Prozent
"mehrmals im Monat"). Ein Drittel wird nach eigenen Angaben
"seltener" mit Meldungen über das EU-Parlament konfrontiert, 8
Prozent "nie".
61 Prozent bescheinigen dem EU-Parlament einen "sehr großen" (10
Prozent) bzw. "großen" Einfluss (51 Prozent) auf Entscheidungen der
EU. Ein Viertel sagt, das EU-Parlament habe "geringen" (24 Prozent)
oder "überhaupt keinen" Einfluss (2 Prozent).
59 Prozent haben "eher nicht" (48 Prozent) bzw. "gar nicht" (11
Prozent) das Gefühl, dass ihre Interessen von den österreichischen
EU-Abgeordneten vertreten werden. 38 Prozent sehen sich dagegen
"voll" (2 Prozent) bzw. "eher" (36 Prozent) repräsentiert.
"Je niedriger der Informationsgrad über das EU-Parlament, umso
weniger fühlen sich Jugendliche in ihren Anliegen vertreten. Politik
und Schule bzw. Ausbildungsstätte sollten daher entsprechende Dialog-
und Informationsangebote bereitstellen - und das weit über den 25.
Mai hinaus", meint Schmidt abschließend.
Die Umfrage wurde im Rahmen der Wanderausstellung "Europa-was ist
jetzt?" österreichweit im Zeitraum September 2013 bis Ende April 2014
durchgeführt. 3218 SchülerInnen an 74 Schulen wurden schriftlich
befragt (davon 3063 wahlberechtigte Jugendliche). 11 Prozent der
Befragten waren 15 Jahre oder jünger, 73 Prozent 16 bis 18 Jahre und
16 Prozent 19 Jahre und älter; Überhang an Teilnehmerinnen (56
Prozent); alle Schultypen (35 Prozent AHS/NMS, 49 Prozent BHS und 16
Prozent Berufs-, Haupt-, Polytechnische Schule) einbezogen.
Bundesländerverteilung in Prozent: BGLD: 5, KTN: 2, NÖ: 19, OÖ: 13,
SBG: 9, STMK: 15, TIR: 11, VBG: 3, WIEN: 23. Fehlende Werte auf 100
Prozent = "weiß nicht/Keine Angabe". *Vorgegebene
Antwortmöglichkeiten. Auswertung der Umfrage: Sozialwissenschaftliche
Studiengesellschaft (SWS).
Die Ausstellung "Europa-was ist jetzt?" ist ein Projekt der ÖGfE
und wird finanziell unterstützt vom Europäischen Parlament. Die
Ausstellung besucht im Zeitraum September 2013 bis Ende Mai 2014
österreichweit 140 Schulen.
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